Design und Konstruktion
Dixon Yacht Design zeichnete die Linien für ein Boot, das von Anfang an für das Blauwassersegeln mit kleiner Crew konzipiert wurde. Die Bauweise verfolgt einen traditionellen, konservativen Weg anstelle der harzinfundierten Methoden, die Discovery später auf größeren Einrumpfbooten übernahm. Die Rümpfe sind aus handaufgelegtem GFK mit massivem Laminat gefertigt, während die Decks eine Sandwichkonstruktion aufweisen. Die Schotten sind strukturell kontinuierlich sowohl mit dem Rumpf als auch mit dem Deck laminiert. Der Katamaran hat ein relativ niedriges Freibord und feine Bugspitzen – Eigenschaften, die das Profil schlank halten, aber davor warnen, die vorderen Enden zu überladen. Eine hohe Brückendecksfreiheit und breite Seitendecks spiegeln die praktischen Prioritäten der ehemaligen Eigner von Einrumpfbooten wider, die bis heute die gesamte Käufergruppe des Bootes ausmachen. Große, geschwungene Kajütaufbauten sind in die Rümpfe integriert, und hohe, getönte vertikale Bullaugen fluten den Innenraum mit Licht und verleihen dem Boot ein souveränes Aussehen. (1)
Rigg und Handhabung
Die einfache Handhabung durch zwei Personen bestimmte das Standard-Rigg: Ein Rollgroßsegel mit Mastfurlung kombiniert mit einer Doppel-Vorsegel-Konfiguration, die die Wahl zwischen Genua oder Selbstwendefock auf Rollanlagen bietet, die bei Bedarf auch elektrisch angetrieben werden können. Ein traditionelles Großsegel mit Volllatten und größerer Achterliek bleibt eine Option für Segler, die mehr Leistung bei leichtem Wind suchen. Der Traveller der Großschot sitzt auf dem achteren Querträger, um einen langen Baum zu ermöglichen, obwohl das Trimmen unter einem festen Bimini unhandlich ist, trotz der oberen Luken. Motorisierte Winschen sind Standard, und eine reversierbare, ferngesteuerte Großschot-Winsch ist verfügbar. Zwei gut gepanzerte Yanmar-Motoren mit je 57 PS ermöglichen es dem Boot, sich auf seiner eigenen Länge zu drehen, wobei ein Schubpropeller optional angeboten wird. In der Zeitschrift Cruising World stellten Testsegler fest, dass sie bei Windstärken von etwa 15 Knoten mit acht bis neun Knoten Fahrt dahingleitet, während eine britische Rezension ein gleichmäßiges, komfortables Seeverhalten ohne Stampfen oder Schlagen in kurzer, steiler Welle gegen den Strom beschrieb. Unter Code-Segel und voller Großsegel erreichte sie bei 20–23 Knoten wahrem Wind im Durchschnitt 8,5 Knoten. (2)
Unterbringung
Die Innenraumaufteilung entwickelte sich von einer früheren, über die gesamte Breite reichenden Eignerkabine im Vorschiff, der die Stehhöhe fehlte, zu einer konventionelleren Aufteilung mit drei oder vier Kabinen an den Enden der Rümpfe. Besonders hervorzuheben ist die Eignerkabine, die das gesamte Breitenmaß des Brückendecks vor dem Mast ausfüllt – sie ist fast 22 Fuß breit und mit einem separaten Sitzbereich, einem Schreibtisch sowie getrennten Nasszellen ausgestattet. Die Gästekabinen bieten Einzelkojen, die zu Doppelkojen umbaubar sind, jeweils mit eigener Nasszelle und Taschenfederkern-Matratzen; eine frühe Rezension beschrieb in einer Kabine eine Doppelkoje und in der anderen Einzelkojen. Natürliches Licht und Belüftung wurden in der überarbeiteten Version erheblich verbessert, wobei vertikale Bullaugen, große dreieckige Fenster im Kajütaufbau und vordere Luken einen Ausgang auf das Vordeck ermöglichen. Der Wohnbereich im Hauptsalon genießt nun nahezu rundum freie Sicht, und die nach vorn gerichtete Navigationsecke ermöglicht es dem Wachhabenden, geschützt zu stehen und das Großsegel durch ein darüber liegendes Luk zu beobachten. Eine große U-förmige Pantry mit Korian-Oberflächen und tiefem Stauraum, ergänzt durch Optionen für zusätzliche Kühlschränke oder Gefriertruhen in den Rümpfen, vervollständigt den Haushaltsplan für Seebecken.
Cockpit und Deckslauf
Das achtere Cockpit befindet sich unter einem festen Kajütaufbau, der bei kaltem Wetter mit Schutzhütchen geschlossen werden kann. An dem Tisch finden sechs Personen Platz, weitere drei auf der Steuerbord-Bank und im Stauraum darunter. Riesige Segellager in jedem Vorpiek nehmen Segel und Fender auf, und überdimensionierte Festmacher und Ankergeschirr spiegeln die Sorgfalt der Werft für das reale Anlanden wider. Die vorderen Niedergangsluken des Kajütaufbaus leiten Speisen und Getränke ins vordere Cockpit, was den gesellschaftlichen Decksbereich vergrößert.
Refits und Eignerschaft
Die Modellreihe wurde in den letzten Jahren revitalisiert, einschließlich der Bezeichnung Bluewater 50. Große Maschinenräume achtern in jedem Rumpf machen Ölprüfungen und Filterwechsel unkompliziert – ein echter Vorteil für Boote, die von Eignern selbst gewartet werden. Die optionale Whirlpool-Badewanne bleibt ein luxuriöses Markenzeichen für diejenigen, die es wünschen.
Das Fazit
Der Discovery 50 Katamaran ist ein durchdacht gebauter Blauwasser-Katamaran, der in Sachen Wohnkomfort weit über seine Länge hinausragt und dabei etwas reine Geschwindigkeit gegen Komfort, Sicherheit und echte Steuerbarkeit mit kleiner Crew eintauscht. Seine Konstruktion ist konventionell und nicht exotisch, und sein Aufteilungskonzept – insbesondere die Eignerkabine auf dem Brückendeck – bleibt unter den 50-Fuß-Katamaranen einzigartig.
Vorteile
- Ganzbreitige Eignerkabine mit Brückendeck und separaten Nasszellen
- Mastfurlung und elektrische Winschen für ein kinderleichtes Handling im Paar
- Traditionelle, handlaminierte GFK-Rümpfe mit laminierten Schotten
- Zwei weit voneinander entfernte Motoren für präzises Anlegen
Nachteile
- Der Traveller auf der Achterbalken erschwert den Trimm unter einem festen Bimini
- Feine Bugspanten begrenzen die Zuladung im Vorschiff
- Die optionale hydraulische Steuerung sorgte bei Einrumpfseglern für Kritik in Rezensionen



