Design und Konstruktion
Der französische Konstrukteur Jean-Luc Lombard, der sich einen Namen mit schlanken und leistungsstarken Hochsee-Regattayachten machte, entwarf die 36 I mit einem 7/8-Rigg, sanften Deckssprunglinien und einem niedrigen Kajütaufbau, der als klassisches Beispiel für eine moderne Performance-Fahrtenyacht gilt. Der Rumpf selbst ist aus handaufgelegtem GFK gefertigt, das zwei Lagen Vinylesterharz verwendet, zu dem ein internes GFK-Gitter – Jeanneau nennt dies die „Rumpfstruktur der 3. Generation“ – verklebt und laminiert wird, um Stärke und Steifigkeit zu gewährleisten. Das „i“ steht für Injection Molding, das Verfahren, bei dem Harz unter Druck durch geschlossene Formen injiziert wird, das die Werft für das Deck und andere Komponenten nutzt. Diese Methode führt zu leichteren, stärkeren Strukturen und saubereren, umweltfreundlicheren Werften, während das einzigartige, eingespritzte Deck es der Werft ermöglicht, hochwertige Arbeit zu leisten, die innen wie außen fein verarbeitet ist. Mit einer Länge über alles von 35 Fuß 11 Zoll, einer Wasserlinie von 32 Fuß 3 Zoll und einer Breite von 11 Fuß 9 Zoll weist sie eine Verdrängung von 12.566 Pfund auf und hat einen Standardtiefgang von 6 Fuß 4 Zoll (laut Rezensionstext), wobei auch ein tiefer Tiefgang von 6 Fuß 11 Zoll angeboten wird – Zahlen, die sie fest in die Klasse der geräumigen Fahrtenyachten mit moderater Verdrängung einordnen. (1)
Rigg und Handhabung
Das einfache, aber kraftvolle Rigg sorgt zusammen mit einer Standard-Segelfläche von 686 Quadratfuß für ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von rund 20,3 – genug, um das Boot unter verschiedensten Bedingungen lebendig zu halten. Tester stellten fest, dass sie am Wind mühelos ansprang und sobald sie abfiel, das Boot tatsächlich sehr gut Höhe laufen ließ. Der beeindruckendste Teil des Tests war die Rückmeldung des Ruders, eines schlanken Profils mit hohem Streckungsverhältnis, das der Crew nie auch nur nahe kam, auszubrechen – was bei großen Rümpfen in Kombination mit solchen Rudern nicht immer der Fall ist. Ein einzelnes großes Rad gestattet es, sich leicht auf Luv oder Lee zu setzen, um zu steuern, und die Plicht bietet bequemen Platz für bis zu sechs Erwachsene. Jeanneau bietet das Boot auch mit einem „Performance“-Paket an, das die Segelfläche und Steifigkeit erhöht, um noch bessere Segeleigenschaften zu erzielen. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum mit warmem, traditionellem Teakholz und einem Teak-Holz-Boden ausgestattet, während das Deckshaus weiß lackiert ist und mit lackierten Teakleisten akzentuiert wurde. Die Aufteilung gibt es in zwei Versionen, einer mit zwei Achterkabinen und einer mit nur einer; die Version mit nur einer Achterkabine gewinnt eine deutlich größere Nasszelle mit separater Dusche und jede Menge Stauraum im Backbordquerschiff. Es gibt zwei Schlafkabinen, eine im Vorschiff und eine achtern, mit großzügigen Doppelkojen, wobei die Vorschiffskabine eine gut geschnittene V-Koje mit einem Lüftungsluk darüber bietet. Der zentrale Salon ist etwas ungewöhnlich: Die umschließende Sitzecke und der Tisch befinden sich an Steuerbord, die einzelne Sitzecke an Backbord, während eine U-förmige Dinette vier Personen bequem Platz bietet. Die Pantry an Steuerbord ist kompakt, bietet aber reichlich Arbeitsfläche, zwei Spülbecken und einen großen Backofen, und die Navigationsecke ist in die Backbordsitzecke integriert, sodass sie auch als Tisch für Spiele oder Projekte dienen kann; ein verschiebbarer Navigationstisch schiebt sich bei Bedarf nach vorn über die Sitzecke und nach achtern, wenn er nicht benötigt wird.
Bekannte Schwachstellen
Das Standardrad löste in der Praxis gemischte Reaktionen aus. Ein Tester fand, die Dicke des Standardrads sei zu klein, und ob man nun von der Luv- oder Leeseite steuerte, erforderte eine lange, ungewöhnliche Auslage, wodurch es unmöglich war, sich beim Ankern bequem einzustellen. Eine optionale größere Radsteuerung ist erhältlich, und der Rat aus demselben Test lautete, diese unbedingt zu nehmen. Da das Großschot zudem zu einer Winsch auf dem Kajütdach geführt wird, kann der Steuermann allein bei einer Böe das Großsegel nicht sofort fieren – ein Detail, das bei der Handhabung mit kleiner Crew genau bedacht werden sollte. (1)
Refits und Eignerschaft
Käufer können beim Boot entweder ein traditionelles Großsegel oder ein optionales Rollgroßsegel wählen. Das Performance-Paket bleibt eine werksseitige Möglichkeit, um mehr Steifigkeit und Segelfläche zu erzielen. Das injiziert geformte Deck und der edle Innenraum deuten auf ein Boot hin, das sich optisch sehr gut pflegt. Die Wahl zwischen Zwei-Kabinen- oder Einzel-Achterkabine ermöglicht es dem Käufer, Stauraum und Nasszellen-Größe an seinen Fahrtenstil anzupassen, ohne den Kern des Rumpfes verändern zu müssen.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 36 I ist eine durchdacht moderne kleine Fahrtenyacht: Der Rumpf und das 7/8-Rigg von Lombard sorgen für echte Leistung, das injiziert geformte Deck und die innere Bodengruppe zeugen von einer steifen, hochwertig verarbeiteten Struktur, und die beiden Innenraumvarianten nutzen die Breite optimal aus. Das kleine Standardrad ist der einzige ergonomische Kritikpunkt, der sich problemlos mit dem entsprechenden Optionssatz beheben lässt.
Vorteile
- Der elegante Lombard-Rumpf segelt mit dem 7/8-Rigg hervorragend am Wind und auf raumen Kursen
- Das Spritzgussteak und die „3. Generation“-Gitterstruktur sorgen für hohe Steifigkeit und Verarbeitungsqualität
- Zwei Innenraumvarianten passen die Toilettengröße und den Stauraum exakt an die Bedürfnisse des Eigners an
- Großzügige Plicht und intelligente Integration der Navigationsecke unter Deck
Nachteile
- Die Standardrad ist für ein komfortables, sicheres Steuern von beiden Seiten zu klein
- Die Großschot an der Winsch auf dem Kajütaufbau schränkt die Reaktion auf Böen im Einhandbetrieb ein








