Design und Konstruktion
Der Rücken des Bootes ist ein massives Gitter aus verzinktem Stahl, das alle Lasten von Rigg, Kiel und Maschine aufnimmt, was das Boot zu einem außergewöhnlich steifen Anker macht. Über dieses Gitter legte X-Yachts biaxiales Glasfaser über Divinycell, um die Laminatstärke genau dort zu positionieren, wo sie benötigt wird – ein Sandwichverfahren, das das Gewicht senkt, ohne an der strukturellen Ausrichtung einzubüßen. Ein einzelnes Hebeauge in der Mitte des Bootes vereinfacht das Kranen und den Transport; ein kleines, aber aussagekräftiges Detail bei einer 46-Fuß-Yacht, die regelmäßig aus dem Wasser muss. Die Laufruhe unter Motor ist konstruktiv geplant und kein Zufall: Der X-46 verdankt seinen leisen Lauf teilweise dem Saildrive-Antrieb und teilweise der reichlichen Isolierung im Bereich des Motorraums. In der 26-Boote-BOTY-Flotte rangierte er unter Motor unter den leisesten Vierteln. (1)
Rigg und Handhabung
Eine deutscher Art gestaltete Doppelend-Großschot führt vom Lümmelbeschlag über Blöcke und unter dem Deck zurück in die Plicht. Dieses saubere, effiziente System hält die Arbeitsleinen frei von der Bewegung der Crew. Der Mittelpunkt der Plicht ist eine riesige 66-Zoll-Radsteuerung. Obwohl einige Juroren sie als überdimensioniert empfanden, bringt sie die Speichen nahe an die Fußrelingen für optimale Sicht und bietet die Hebelwirkung für ein feinfühliges Steuern mit den Fingerspitzen, ohne die Komplexität, Reibung und Kosten einer doppelten Radsteuerung zu verursachen. Das Jefa Draglink-System trug maßgeblich zum butterweichen Rudergefühl in der damaligen BOTY-Flotte von 26 Booten bei. Am Wind bei 8 bis 10 Knoten wahrem Wind glitten die Testsegler auf 7,5 Knoten Höhe am Wind und brachen ohne Mühe die 8-Knoten-Marke, sobald die Schoten auf Halbwind gefiert wurden. Diese Leistungsmesslatte rechtfertigt das Label „Performance-Cruiser“ voll und ganz.
Unterbringung
Unter Deck ist der X-46 mit einer drei- oder vier-Kabinen-Aufteilung erhältlich, wodurch sich der Eigner zwischen privaten Kojen und mehr Platz im Salon entscheiden kann. Die Vier-Kabinen-Version bietet eine U-förmige Pantry, die von den Jurymitgliedern der Längs-Kombination an Backbord vorgezogen wurde. Der Innenraum ist prunkvoll gestaltet, überall finden sich ansprechende Details, und das Muster des hochwertigen Teaks ist im gesamten Boot sorgfältig aufeinander abgestimmt. Latten unter den Kojen sorgen für gute Belüftung und Komfort – ein durchdachter Touch auf einem Boot, das für längeres Leben an Bord konzipiert ist.
Decksdetails und Ausrüstung
Die klaren Linien des Decks sind kein Zufall: Ein eingelassener Sprayhood und ein integrierter Rolltop-Rollanlasser halten die Beschläge bündig und ungestört. Dies sind die kleinen, integrierten Entscheidungen, die eine konsequent entworfene Performance-Fahrtenyacht von einer Yacht mit sportlichen Ambitionen unterscheiden, und sie ergänzen die bereits erwähnte Routenführung der Großschot unter Deck perfekt.
Das Fazit
Die X-46 ist eine von Jeppesen entworfene Performance-Fahrtenyacht, die ihre Auszeichnung als Boot des Jahres mit einem steifen Rumpf aus Stahlrohrgitter, einer leisen und gut isolierten Motorisierung sowie einem Steuergefühl unterstreicht, das Segler:innen als außergewöhnlich weich und direkt empfanden. Sie ist kein minimalistisches Boot für kleine Crews, aber für Segler:innen, die schnell segeln und dabei komfortabel leben wollen, bietet sie eine überzeugende Lösung.
Vorteile
- Außergewöhnlich steife Struktur durch ein massives, verzinktes Stahlrostrigg, das alle Hauptlasten trägt
- Sehr feinfühliges Jefa Draglink-Ruder mit einer großen Einzelradsteuerung für Hebelwirkung und hervorragende Sicht
- Starke Leichtwindleistung: 7,5 Knoten am Wind und über 8 Knoten auf raumen Kursen bei 8–10 Knoten wahrem Wind
- Leise unter Motor dank Saildrive und isolierter Motorraum
- Auswahl zwischen drei- oder vier-Kabinen-Layouts mit Option auf eine U-förmige Pantry
- Sorgfältig abgestimmter Teak-Innenraum mit belüfteten Kojen
Nachteile
- 66 Zoll Rad wird von einigen Rezensenten als überdimensioniert empfunden
- Die Routenführung der Unterdeck-Großschot priorisiert saubere Decks vor einer einfachen Schotführung











