Design und Rumpfform
Die Rumpfform der J/45 ist ein Musterbeispiel für evolutionäre Mäßigung statt modischen Zeitgeist. Das Magazin SAIL fand, dass das Design moderne Trends hervorragend mit dem langjährigen Leistungsschwerpunkt der Werft ausbalanciert. Der feine Bug und das moderate Freibord halten das Profil niedrig und zweckmäßig, während das Fehlen von Knickspanten und die verjüngten Hecksektionen bedeuten, dass das Boot etwas mehr krängt und unter starkem Wind vor dem Wind nicht so leicht surft wie einige moderne Konstruktionen – es verspricht jedoch eine bessere Allround-Leistung, insbesondere bei leichtem bis mäßigem Wind, mit einer flüssigeren, effizienteren Bewegung am Wind, wie das Magazin SAIL berichtete. Der leicht zu segelnde Rumpf, was sich in Tests bestätigt hat, übersetzt diese Mäßigung in echte Geschwindigkeit: Unter nur Großsegel bei 12–16 Knoten wahrem Wind lief das Boot auf raumen Kursen besser als 8 Knoten und konnte sich bis auf 30 Grad zum scheinbaren Wind kanten, ohne dabei unter 4 Knoten Fahrt zu verlieren; mit Fock und Großsegel übertraf es auf Halbwindkursen 9 Knoten. (1)
Konstruktion
Die Struktur kombiniert ein Sandwich-Rumpfkonzept mit einem voll verklebten internen Gerüst. Rumpf und Deck sind mit PVC-Schaumstoff unterschiedlicher Dichte – oder Corecell mit Vinylesterharz gemäß der anderen Besprechung – im Vakuuminfusionsverfahren in einem Zug mithilfe des proprietären SCRIMP-Systems laminiert, einer Methode, die von J/Boats und TPI im Jahr 1990 eingeführt wurde. Das tragende innere Gerüst besteht aus einem Verbundstoff-Gitter und Verbundstoff-Schotten, die allesamt fest mit dem Rumpf verbunden sind, wobei das Gitter die Lasten von Mast, Rigg und Motor aufnimmt. Das Laminat, das den L-förmigen Flossenkiel trägt, ist komplett massiv (Gusseisen mit Bleibombe), was eine sichere Basis für das 9.150 Pfund schwere Ballastpaket bildet. (1)
Rigg und Handhabung
Als 7/8-Slup mit einem Kohlefasermast und einer Rollfock in der Baumfokusschlaufe trägt die J/45 eine Segelfläche von 1.303 Quadratfuß auf Standard-Rod-Rigging, wobei ein GFK-Rigg als Upgrade erhältlich ist. Das Großsegel wird über eine doppelte deutsche Großschot mit aus beiden Steuerrädern erreichbaren Achterliekseilen bedient, die Fockschotführer lassen sich aus der Plicht verstellen und innenliegende Schotklemmen (Friction-Rings) am Heck ermöglichen es Regattaseglern, den Schotwinkel perfekt anzupassen. Das Rudergefühl ist leicht und direkt mit genau der richtigen Menge an Luvgierigkeit. Wie jedes gute Performance-Boot reagiert auch die J/45 extrem feinfühlig auf den Segeltrimm. Das tiefe Einzelruder hat hervorragende Griffigkeit – weit genug achtern positioniert, um das Boot souverän zu drehen, aber gerade so weit vorn, um turbulente Strömungen am Spiegel zu vermeiden – und Tester berichteten, dass es sofort auf jede Bewegung anspricht. Unter Motor trieb der 75 PS starke Volvo-Diesel mit Saildrive das Boot im Vollgasmodus auf 9 Knoten und bei moderater Fahrt auf 7,6 Knoten an. (2)
Unterbringung
Unter Deck verfeinerte die französische Designerin Isabelle Racoupeau ein schlankes, sehr offenes und modernes Design, das dennoch funktional bleibt. Der Salon verfügt über einen Esstisch mit U-förmigen Sitzen an Backbord und einer Sitzecke gegenüber; eine voll ausgestattete Navigationsecke befindet sich an Steuerbord, und die Pantry liegt achtern an Backbord mit einer großen, mittschiffs positionierten Spüle. Lange, gerade Sofakojen doppeln als Seekojen, und zahlreiche Handläufe führen durch die Kabine. Das Gesamtvolumen ist aufgrund der moderaten Breite, insbesondere achtern, zwangsläufig eingeschränkt, dennoch wirkt das Boot nicht eng. Die beiden achteren Kabinen sind laut Werftangaben die größten, die je auf einer J/Boat gebaut wurden. Durch den Verzicht auf die Steuerbordkabine entsteht eine größere Nasszelle mit einer eigenen Duschkabine und viel Stauraum. Es werden sowohl ein Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen als auch eine Version mit zwei Kabinen angeboten, wobei über den hinteren Doppelkojen Schlauchkojen und im Vorschiff eine Eignerkabine mit eigener Nasszelle vorhanden sind. (2)
Das Fazit
Die J/45 ist ein echter Allrounder unter den 45-Fuß-Yachten: ein Leichtwindläufer mit einem gut haftenden Ruder und übersichtlichen Cockpitsystemen, der gleichzeitig auch Ozeane überqueren kann – verpackt in einen Rumpf mit niedrigem Freibord, den die Tester als außergewöhnlich attraktiv bezeichneten. Der Innenraum opfert Volumen zugunsten von Funktionalität, und die Infusionsbauweise der Struktur ist absolut solide.
Vorteile
- Hochseetaugliche Renn- und Fahrtenyacht, die J/Boats zu größeren Mehrzweckbooten zurückführt
- Leicht zu segelnder Rumpf mit hervorragenden Leistungen bei leichtem Wind und am Wind
- Vollverklebte Gitterstruktur mit massivem Kiel-Laminat
- Mit der größten Achterkabine unter den J/Boats und flexiblen Layout-Optionen
Nachteile
- Krängt stärker und surft vor dem Wind weniger leicht als einige moderne Konstruktionen
- Verringertes Innenraumvolumen achtern durch die moderate Breite
- Anspruchsvoll im Segeltrimm, erfordert eine aktive Hand am Ruder






