Design und Konstruktion
Was den Lagoon 35 von späteren Lagoon-Fahrtenkatamaranen unterscheidet, ist die Konstruktionsphilosophie. Morrelli und Melvin entschieden sich für einen leichten Jollentyp-Rumpf, der von TPI in den USA im SCRIMP-Harzinfusionsverfahren mit biaxialem Glasfasergewebe und einem Balsakern gebaut wurde. Die Unterwasseroberfläche zwischen den Rümpfen ist glatt und frei von jeglichen Auswüchsen, die Wellen fangen oder das Boot bremsen könnten, während die Freifläche unter Wasser bei unbeladenem Boot etwa zwei Fuß beträgt. Jeanneau stützte diese Struktur durch eine 10-jährige Blasenverformungs-Garantie und eine 5-jährige strukturelle Garantie – Bedingungen, die die Periodenprüfung als eine der besten im Bootsbaubereich einstufte. Eingegossene Heckstufen erleichtern das Einsteigen oder das Schwimmen, und ein vorderes Trampolin spannt sich frei von Leinen und Segeln über die Rümpfe. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan ist kompakt und nicht überdimensioniert: Ein Rigg mit einer Saling trägt eine Segelfläche von 620 Quadratfuß inklusive der Rollfock. Alle Fallen, Schoten und Reffleinen laufen nach achtern in die Plicht, und vier selbstholende Lewmar-Winschen befinden sich achtern – drei davon waren Standard, der vierte wurde von Eignern nachgerüstet. Diese Aufteilung ermöglicht ein echtes Segeln mit kleiner Crew. Eigner berichten, dass die 35 CCC sehr einfach zu segeln und zu bedienen ist, und der leichte Rumpf sorgt dafür, dass das Boot bei leichtem Wind mit 6–7 Knoten dahingleitet, wobei ein Eigner unter stärkeren Bedingungen 12 Knoten auf dem Screen verzeichnete. Unter den beiden Yanmar-Dieselmotoren als Innenborder erreicht das Boot eine Marschgeschwindigkeit von 7–8 Knoten, größere Motoren sind optional.
Unterbringung
Unter Deck verzichtet die Lagoon 35 auf den oben an Deck praktizierten Performance-Purismus und bietet stattdessen ein gemütliches, geteiltes „Galley Up“-Layout. Große Salonfenster – ein Markenzeichen von Lagoon – sorgen für viel Licht im Hauptsalon, wo eine L-förmige Sitzecke um einen zweiteiligen Esstisch herum angeordnet ist, der sich zu einer zusätzlichen Koje umbauen lässt. Die Pantry selbst verfügt über einen Kühlschrank mit Gefrierfach, einen zweiflammigen Herd mit Backofen und eine großzügige Spüle. Zwei große Queen-Kojen befinden sich achtern, und im Steuerbordrumpf untergebracht ist eine bemerkenswert große Nasszelle. Die Stehhöhe erreicht 1,90 m (6 Fuß 3 Zoll), und Käufer konnten aus vier verschiedenen Layouts wählen. Der Fokus auf Volumen und Licht lässt das Interieur größer wirken, als es die Länge von 35 Fuß vermuten lässt.
Bekannte Schwachstellen
Ein praktischer Hinweis basiert auf Erfahrungen von Eignern und nicht auf Gutachten: Wenn das Boot stark beladen ist, können die Wellen gegen die Gondel zwischen den Rümpfen schlagen und lautes Hämmern verursachen. Dies hängt mit der Beladung und dem Seegang zusammen und ist kein struktureller Mangel, aber für alle, die voll beladen auf Langfahrt gehen wollen, ein wichtiger Aspekt.
Das Fazit
Die Lagoon 35 ist ein seltenes, speziell für den Sport gebautes Beispiel für die frühe Performance-Philosophie von Lagoon – eine leichte, Infusion gebaute Katamaran-Yacht, die sich für ihre Größe ungewöhnlich agil segelt und motort, eingebettet in einen hellen und geräumigen Innenraum für das Fahrtensegeln. Da insgesamt nur elf Boote gebaut wurden, ist das Modell rar. Für Segler, die einen finden, bietet es jedoch eine einhandtaugliche Plattform mit echter Geschwindigkeit und einem gutmütigen Flachkiel.
Vorteile
- Leichter Rumpf und das gute Unterwasserschiff sorgen für hohe Einfachziffern-Geschwindigkeiten unter Segeln und 7–8 Knoten unter Doppel-Diesel-Antrieb
- Alle Leinen laufen nach achtern zu vier selbstholenden Winschen für einfaches Handling mit kleiner Crew
- Helles, geteiltes „Galley Up“-Interieur mit zwei Queen-Kojen achtern, großen Salonfenstern und einer Stehhöhe von 1,90 m
- Starke Werftgarantiebedingungen und SCRIMP/Balsakern-Bauweise
Nachteile
- Nur elf Einheiten gebaut, was die Verfügbarkeit einschränkt
- Die Gondel kann bei starkem Seegang und hoher Beladung zwischen den Rümpfen laut klappern
- Die kleinere Segelfläche von 57 m² setzt auf einfache Handhabung statt auf maximale Leistung auf Langstrecken








