Design und Konstruktion
Der Rumpf ist eine handaufgelegte GFK-Sandwichkonstruktion aus gestricktem Triaxialgewebe mit patentierten Gelcoat-Systemen und Harzen, die durch Druckwalzen aufgetragen werden, um das Styrolgehalt niedrig und die Saturation hoch zu halten. Vinylesterharz sorgt im Laminat für Osmose-Schutz, und sowohl Rumpf als auch Deck tragen das PolyClad 3 Gelcoat-System. Der Bleiballast ist im Langkiel eingegossen und nicht nur angebolzt – diese Konstruktionsweise schont den Unterwasserschiffsbereich und macht Wartungsarbeiten an den äußeren Kielbolzen überflüssig. Im Innenraum besteht der Boden des Salons aus echtem Teakholz und Holly statt aus Laminat, und der Innenausbau ist erstklassig verarbeitet – Details, die zeigen, dass die Werft keine Kompromisse beim Innenraum zugunsten der Hochseetauglichkeit eingeht. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Leinen für die Segelbedienung sind nach achtern geführt, und Genua sowie Stagsegel laufen auf Rollanlagen, sodass das Arbeiten mit kleiner Crew in der Plicht bleibt. Bei dem Testsegeln liefen Großsegel mit Mastfurlung, Genua und Stagsegel zusammen; das Boot schnitt bei 10 bis 15 Knoten Wind eine absolut gerade Heckwelle und setzte ohne Zögern in die Böen ein, wobei der Händler und Tester die Höchstgeschwindigkeit auf 6 bis 7 Knoten schätzten. Das Wenden mit der Selbstwendefock war ein Kinderspiel – es wurden Winkel von knapp unter 90 Grad erreicht, ohne dass man die Leinen einsammeln musste. Die Edson-Rack-and-Pinion-Steuerung zeigte keine Spiel, obwohl sich das Rudergefühl etwas dumpf anfühlte und die Ruderlage insgesamt etwas abgefedert wirkte. Unter Motor machten der 75 PS starke Yanmar-Diesel, der drehflügelige Festpropeller von American Propeller und der Bugstrahlruder das Rückwärtsmanövrieren aus engen Boxen problemlos, und die Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 7 Knoten über Grund bei angemessen leisen Geräuschniveaus im Salon. (1)
Unterbringung
Das Achterdeck ist breit genug, um eine kleine Jolle zu verstauen, und öffnet sich zu einem riesigen achteren Backskojenbereich, während breite Seitendecks das Vorwärtsgehen erleichtern. Die Plicht selbst ist für die See gebaut: lange Sitze mit hohen Rückenlehnen sowie ein komfortabler Steuersitz mit eigener Rückenstütze. Im Inneren bilden lange, gerade Sofakojen hervorragende Seekojen, wobei die Steuerbord-Koje zu einer Doppelkoje ausziehbar ist; der ausziehbare, eingelassene Tisch bietet Platz für sechs bis acht Personen. Die vordere Eignerkabine platziert ihre Doppelkoje schräg mit teilweiser Zugänglichkeit im 3/4-Rundgang und kombiniert dies mit reichlich Stauräumen, einer gemütlichen Lounge-Ecke sowie einer hochwertigen Nasszelle mit Dusche. Gäste erhalten eine geräumige Achterkabine mit einer großen Doppelkoje und gutem Stauraum. Die Pantry ist großzügig dimensioniert mit viel Arbeitsfläche und Stauraum, mit rutschfestem Gummimattenbelag am Fuß der Niedergangstreppe und in der Pantry selbst, und die Navigationsecke fungiert als vollwertiges Kommandozentrum. Das Boot verdient seine Auszeichnung „fantastischer Stauraum“, ohne wie ein Lagerhaus zu wirken.
Bekannte Schwachstellen
In engen Räumen und auf dem Vordeck zeigen sich einige Kompromisse. Der Genua-Baum schränkt den Bewegungsspielraum vor dem Mast ein und lässt den Bugbereich etwas beengt wirken, und das hohe Süll macht den Zugang zur Plicht etwas unhandlich. Keines dieser Punkte ist ein Mangel, sondern eher ein Kompromiss gegenüber der Bequemlichkeit des Selbstwendefocks und dem hervorragenden Schutz der Plicht.
Das Fazit
Die Island Packet 460 ist eine seegängige Fahrtenyacht mit hoher Zuladung, deren Innenraum und Decksplan für lange Törns und komfortables Wohnen an Bord konzipiert sind. Der einlaminierte Ballast, der solide Rumpf und das nach achtern geführte stehende Gut eignen sich hervorragend für Paare oder Familien, die einen Großteil ihres Hab und Guts mitnehmen möchten, ohne sich um die Kielbolzen sorgen zu müssen. Die etwas schwammigere Ruderlage und die größere Fläche des Bugbaums sind der Preis für diese Sicherheit.
Vorteile
- Einlaminierte Bleiballast im Langkiel, keine externen Bolzen
- Handaufgelegtes massives GFK mit Vinylester-Osmose-Schutz
- Alle Leinen nach achtern geführt; Rollgenua, Stagsegel und Mastfok
- Echter Teak-und-Esche-Boden und erstklassiger Innenausbau im gesamten Boot
- Riesige Backskiste, breites Achterdeck, hervorragende Seekojen und Stauraum
Nachteile
- Der Genua-Baum begrenzt die Manövrierbarkeit auf dem Vordeck und blockiert den Bug
- Die hohe Süllrand macht den Einstieg in die Plicht unhandlich
- Das Rudergefühl ist etwas dumpf und das Steuern etwas schwammig





