Design und Konstruktion
Das prägende Merkmal der Island Packet 40 ist ihr Full Foil Keel, eine einteilige, integrierte Rumpf-und-Kiel-Struktur anstelle eines angebolzten Flossenkiels. Dadurch wurde die 10.000 Pfund schwere Bleiballast im Rumpf eingegossen, was externe Kielbolzen überflüssig machte, die hätten brechen oder undichten können. Die lange Kielspur sorgte für eine hervorragende Kursstabilität und schützte gleichzeitig Ruder und Propeller vor harten Aufschlägen. Der Rumpf selbst besteht aus massivem GFK mit dem patentierten PolyClad-Gelcoatsystem, das gegen Osmose schützt. Island Packet stellte diese Rümpfe mit einer zehnjährigen Garantie hinter den Herstellernamen, und das System hat sich als weitaus weniger anfällig für Osmoseblasen erwiesen als bei vielen zeitgenössischen Booten. Ein massives internes Bodengruppen-Raster, das durch den Kiel gebildet wird, trägt zur Robustheit des Bootes bei. Wie bei anderen Island Packets dieser Ära sind auch die Püttinge in GFK eingegossen. (2)
Rigg und Handhabung
Die IP40 ist ein vielseitiger Kutter, dessen Standard-Segelplan das Stagsegel an einem Hoyt-Baum trägt – ein Detail, das das Wenden vereinfacht und die Segelform für kleine Crews verbessert. Die meisten Steuerleinen laufen nach achtern in die Plicht, und mit Ausnahme des Gennakers kann jedes Segel vom Steuerrad aus bedient werden. Das Großsegel mit Volllatten und zwei Reffpunkten war das Arbeitstier, während die 130-prozentige Rollgenua das meistgenutzte Vorsegel war. Bei leichtem Wind stellten Eigner fest, dass das Hinzufügen des Stagseglers zum Großsegel und zur Genua nicht half; stattdessen setzten sie den Gennaker und sparten das Stagsegel für schweres Wetter auf. Die Kursstabilität ist so hoch, dass der Autopilot weniger arbeiten muss als auf einem nervösen Boot mit Flossenkiel. Der Preis für diesen großen Anstellwinkel sind ein größerer Wendekreis und geringere Geschwindigkeiten bei leichtem Wind. Zudem fehlt dem Boot das berechenbare Radeffekt-Ergebnis eines Flossenkiels; das Boot neigt dazu, genau dorthin zu fahren, wohin Wind und Strömung es antreiben, nur in umgekehrter Richtung. (2)
Unterbringung
Unter Deck nutzt die IP40 ihre Breite von 12 Fuß 11 Zoll intelligent, um sich wie ein größeres Boot anzufühlen. Ein Salontisch lässt sich zusammenklappen und an das vordere Schott verriegeln, um den Raum zu öffnen. Eine bemerkenswerte Abweichung zur IP38 war die Pullman-Koje im Vorschiff, bei der die Doppelkoje gegen die Rumpfseite geschoben wurde, wodurch der Bugbereich für eine deutlich größere, separate Nasszelle mit Dusche frei wurde; der Ankerkasten ist durch diese Nasszelle zugänglich. Achtern bietet eine zweite Kabine über der Koje nur eingeschränkte Stehhöhe, aber reichlich Bewegungsfreiheit daneben. Eine zweite Nasszelle dient sowohl dem Salon als auch der Achterkabine. Die U-förmige Pantry an Steuerbord ist kippsicher gesichert und wird als die beste auf einem Einrumpfboot unter 45 Fuß bezeichnet. Teak-Bodenbretter harmonieren mit dem leicht zu reinigenden GFK in der Pantry und den Nasszellen.
Cockpit und Deck
Das Decks-Layout setzt auf Sicherheit und Komfort mit soliden Relingstützen, gut platzierten Handläufen und einem riesigen, geschützten Bugspriet für das Ankern. Die Plicht ist tief und gut geschützt, die hohen Sülls bieten hervorragenden Rückenhalt, und der erhöhte Steuersitz mit Edson-Ruderanlage bietet eine gute Sicht und hervorragende Rückmeldung. Eine Plichtlänge von 8 Fuß bietet genügend Platz für die Aufwachzeiten des Eigners; unter dem Backbord-Sitz befindet sich ein flacher Stauraum, der Steuerbord-Sitz lässt sich zu einem riesigen Schrank hochklappen, und ein klappbarer Tisch hält den Raum offen.
Bekannte Schwachstellen
Zwei vom Eigner gemeldete Mängel sind erwähnenswert. Wasser konnte in den Propangasraum eindringen und die Sicherheitsspule deaktivieren, und das Gennaker-Fall war an der Stelle, an der es aus dem Mast austrat, bekanntermaßen durch Scheuerung beschädigt worden. Zudem warnen Tester davor, dass die Püttinge einlaminiert sind, sodass eindringendes Wasser über Jahrzehnte hinweg Spaltkorrosion verursachen kann, die ohne Aufschneiden der Struktur nicht sichtbar ist.
Das Fazit
Die Island Packet 40 ist eine durchdachte Antwort auf die Frage, was ein ernsthaftes Segelpaar oder jemand, der an Bord leben möchte, braucht: einen robusten, kursstabilen Rumpf mit geschützten Bewegungsorganen, ein handhabbares Kutterrigg und einen Innenraum, der für echtes Seelenleben und nicht für den Show-Effekt ausgelegt ist. Sie wird keine Leichtwindregatten gewinnen, aber sie segelt dorthin, wo tiefere Boote nicht hinkommen, und sorgt auf See für das Wohlbefinden ihrer Crew.
Vorteile
- Der Full Foil Keel integriert den Ballast, eliminiert das Risiko von Kielbolzen und schützt Ruder sowie Propeller
- Der PolyClad-Rumpf zeigt nur wenige Osmoseprobleme und ist zehn Jahre lang werftseitig abgedeckt
- Das Hoyt-Genua mit Baumstagssegel und die aus der Plicht geführten Leinen machen das Einhandsegeln praktisch
- Die Pullman-Vorschiffskoje und die große, separate Nasszelle runden das Layout für Fahrtensegler ab
- Hohe Kursstabilität erleichtert die Arbeit des Autopiloten
Nachteile
- Großer Wendekreis und mäßige Rückwärtssteuerung erfordern im Hafen Vorsicht
- Die Leistung bei leichtem Wind ist ohne Gennaker mäßig
- Eingegossene Püttinge verdecken potenzielle Spaltkorrosion
- Propangasbehälter und Gennaker-Fall erfordern die Wachsamkeit des Eigners






