Design und Konstruktion
Hunter Marine baute die 380 in den USA als Einrumpfboot mit Bleiballast. Der Rumpf misst 32 Fuß an der Wasserlinie und wurde mit einem Flügelkiel für geringen Tiefgang von 4 Fuß 10 Zoll oder einem tieferen Bulbkiel mit 6 Fuß 6 Zoll Tiefgang angeboten. Die großzügige Breite und die fast 40 Fuß lange Länge über alles verleihen dem Boot das Gefühl und den Nutzen einer größeren Yacht, ohne die registrierte Länge zu verlängern. (1)
Rigg und Handhabung
Das typische Layout ist das backstagenlose B&R-7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen, das ein großes, stark ausgestelltes Großsegel mit Volllatten von etwa 360 Quadratfuß und eine Rollgenua mit 110–135 % Segelfläche trägt. Die Gesamtsegelfläche am Wind liegt bei rund 720–780 Quadratfuß, und ein optionaler asymmetrischer Spinnaker auf einem klappbaren Carbon-Spritsgatter erweitert die Reichweite bei leichtem Wind. Das Rigg liefert für ein Fahrtenboot wirklich gute Leistung, mit PHRF-Werten typischerweise zwischen 132 und 150, und die Konfiguration macht das Segeln mit kleiner Crew sehr einfach. Das weggelassene Achterstag und der auf dem Geräteträger montierte Traveller halten hochbelastete Leinen frei von der Plicht und tragen so zu diesem gutmütigen Charakter bei. (1)
Unterbringung und Aufteilung
Die Proportionen der 380 setzen auf maximales Innenraumvolumen. Die weit nach achtern getragene Breite von 12 Fuß 6 Zoll sorgt in Kombination mit dem umgekehrten Spiegel für ein geräumiges Eignerversion mit drei Kabinen und eine Chartervariante mit vier Kabinen, die während der Produktionszeit in größeren Stückzahlen gebaut wurden. Das Ergebnis ist ein Boot, das sich im Hafen und unter den Füßen wie eine größere Yacht anfühlt und mit genügend Wohnraum für ausgedehnte Küstenfahrten ausgestattet ist.
Bekannte Schwachstellen
Die Betrachtung des Entwurfs über die Jahre hinweg weist auf einige wiederkehrende Wartungspunkte als auf strukturelle Mängel hin. Es wurde dokumentiert, dass Regenwasser durch undichte Dichtungen um die Steuerpedale, die Nähte der Cockpitschuhe, die Kabelführung der Radsteuerung oder die Füße des Geräteträgers in die Achterkabine eindringt – ein Fehler, der mit derselben Geometrie von Geräteträger und Pedalen zusammenhängt, die die Sicherheit im Cockpit verbessert. Gelegentliche Starterprobleme wurden auf Spannungsabfälle in einer langen, unterdimensionierten Verkabelung zurückgeführt, die von der Batterie zum Steuerpult und zurück zur Starter-Spule verläuft. Die ab Werk installierten Kühlschränke hatten Schwierigkeiten, die Temperatur zu halten, da in der Sprüh-Polyurethan-Schaumisolierung Hohlräume vorhanden waren – ein Problem, das durch das Injizieren von geschlossenzelligen Schaumstoff behoben werden kann. Unruhiges Schalten oder lautes Einlegen der Gangschaltung traten aufgrund verschlissener Kegelkupplungen, gespannter Kabel oder Ausrichtungsfehlern an der Getriebeschelle auf.
Das Fazit
Die Hunter 380 ist eine gut gemachte Fahrtenyacht aus den späten 1990er Jahren, die die Sparsamkeit auf See gegen Platz, einfache Handhabung und eine respektable Geschwindigkeit eintauscht. Mit etwa 550 gebauten Exemplaren und einer direkten Fortsetzung im Hunter 38 hat sie ihren Platz als eine der am besten ausgewogenen 38-Fuß-Yachten der Marke erobert.
Vorteile
- Breite und der rückwärts gerichtete Spiegel verleihen einem 37 Fuß 3 Zoll langen Rumpf eine fast 40-Fuß-Wohnlichkeit
- Das baksstaglose B&R-Rigg macht das Segeln mit kleiner Crew wirklich einfach
- Gute Fahrleistungen beim Fahrtensegeln mit typischen PHRF-Werten von 132–150
Nachteile
- Wassereintritt in der Achterkabine durch die Dichtungen von Steuersäule und Geräteträger erfordert Aufmerksamkeit
- Die Starterverkabelung neigt zu intermittierenden Fehler durch Spannungsabfall
- Offene Stellen in der Werftisolation des Kühlschranks und Verschleiß der Getriebehilfsschiene sind bekannte Wartungspunkte



