Design und Konstruktion
Nordship baute die 380 DS innerhalb einer langen Tradition von Yachten mit erhöhtem Deckssalon, die in den frühen 1990er Jahren begann. Der Rumpf nutzt die etablierten Handauflegeverfahren der Werft: massives GFK unter der Wasserlinie, Sandwich-Überwasserschiff und ein in die Struktur laminiertes galvanisiertes Stahlgerüst zur Aufnahme der Lasten von Kiel und Rigg. Bei diesem Boot ist dieses Skelett ungewöhnlich sichtbar und ehrlich – hebt man die Bodenbretter des Salons und die Stahlkäfige an, liegen die massiven Gegenplatten des Kiels direkt vor Augen. Die Deck-Rumpf-Verbindung ist im nordship’schen Stil verklebt und verschraubt, und das Cockpit ist mit massivem Teakholz statt dünnem Furnier ausgelegt. Der Motor sitzt in einem großen Holzkasten mit guter Schalldämmung, und bei abgebautem Kasten ist der Volvo Penta von allen Seiten zugänglich – eine seltene Zugeständnis an die praktische Eignerei. (1)
Rigg und Segelplan
Die 380 DS ist eine 71,60 Quadratmeter große Fraktional-Slup mit einer Segelfläche für das Aufkreuzen, aufgeteilt auf ein 43,20 Quadratmeter großes Rollgroßsegel und eine 28,40 Quadratmeter große Selbstwendefock. Die Selbstwendefock bestimmt ihr Handling mit kleiner Crew: Das Boot ist eher auf einfache Handhabung als auf reine Segelfläche ausgelegt, und die serienmäßigen Anderson-Winschen sind von der Art, die man ein Leben lang behält. Ein Werftvertreter schrieb auf no-frills-sailing.com, dass sie fantastisch segelt, und die bescheidenen Riggwerte deuten auf ein Boot hin, das eher auf Gelassenheit als auf die Stoppuhr getrimmt ist.
Unterbringung
Der Deckssalon ist das Herz des Bootes. An Backbord befindet sich ein großer Esstisch; an Steuerbord, leicht eingelassen, ist die Navigationsecke. Vorne, im Durchgang zur Vorschiffskabine, liegt eine große Pantry – gegen die alte Seefahrtskonvention an Steuerbord platziert, von einem Rezensenten jedoch als absolut entzückend beschrieben. Die Eignergruppe nutzt die Achterkabine, während Gäste oder Kinder die Vorschiffskabine belegen, sodass das Boot als Zwei-Kabinen-, Zwei-WC-Layout aufgeteilt ist. Bemerkenswerterweise verzichtete Nordship auf Inselkojen achtern, um die Eignerkabine offener und weniger eingeengt zu gestalten. Der Durchgang nach achtern bietet zwei Sessel für den Skipper und eine kompakte, gegenüberliegende Sofakombination, die sich sehr gemütlich anfühlt. Die Vorpiek verzichtet jedoch auf ein Bullauge für natürliches Licht und bietet nur einen Niedergangsluk im Decksdach.
Bekannte Schwachstellen
Die einzigen Punkte im Bereich der Unterbringung sind das Fehlen einer Seitenscheibe in der Vorpiek und die Abwesenheit von Inselkojen achtern – beides bewusste Entscheidungen und keine Mängel. Die Stahlrahmen und Gegenplatten sind konstruktionsbedingt sichtbar und nicht aufgrund von Materialermüdung.
Refits und Unterhalt
Die Realitäten beim Unterhalt sind spärlich, aber aussagekräftig. Der Motorraum lässt sich komplett öffnen, um eine umfassende Wartung zu ermöglichen, sodass akrobatische Verrenkungen nicht erforderlich sind. Das Teakdeck und der komplette Innenausbau aus Holz erfordern die übliche Pflege mit Lack und Öl. Da jedoch massives Holz statt Furnier verwendet wird, kann Verschleiß einfach aufgefrischt werden, anstatt das gesamte Teil zu ersetzen. Da dieselbe Werft auch die Faurby baut, steht die 380 DS innerhalb einer dänischen Deckssalon-Linie mit einem klaren Service- und Ersatzteil-Netzwerk.
Das Fazit
Die Nordship 380 DS ist ein Boot für ernsthafte Fahrtensegler: Ein Mittelcockpit-Deckssalon mit solider Bauweise, ein handhabbares Selbstwendefock-Rigg und ein Innenraum, bei dem nichts unverkleidet oder roh bleibt. Sie tauscht die helle Vorpiek und die modische Inselbett-Koje gegen eine ruhigere, nutzbarere Eignerkabine und einen sichtbaren, wartungsfreundlichen Rumpf. Für ein Paar oder eine Familie, die im Norden segeln, ist sie eine durchdachte, gut gebaute Antwort auf die Anforderungen des Fahrtensegelns.
Vorteile
- Sichtbarer Stahlkielkäfig und Gegenplatten unter den Bodenbrettern des Salons
- Vollständig zugänglicher Volvo Penta von allen Seiten mit demontiertem Gehäuse
- Solides Teak-Pflicht, keine Furniere; kein nacktes GFK im gesamten Innenraum
- Selbstwendefock und Rollgroßsegel für einfache Handhabung mit kleiner Crew
- Zwei-Kabinen-, zwei-WC-Layout mit separaten Eignerraum und Gästekabine
Nachteile
- Der Vorschiffskoje verfügt über kein Bullauge, nur über ein Decksluk
- Pantry an Steuerbord, was gegen das traditionelle Layout von Seemännern verstößt
- Keine Inselkojen achtern – eine bewusste Designentscheidung






