Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus einorientiertem E-Glasfaserlaminat handlaminiert, mit einem Balsaholzkern im Überwasserschiff und massivem Laminat unter der Wasserlinie; das Deck ist ebenso als GFK mit Balsaholzkern ausgeführt, wobei an den Stellen, an denen Beschläge angebolzt sind, auf massives Laminat und Gegenplatten zurückgegriffen wurde. Tartan verklebte das Deck mit einer nach innen gerichteten Rumpfverbindungskante mit dem Klebstoff 3M 5200, und die Schrauben des hölzernen Fußrelings greifen auf eine 6061-T6-Aluminiumleiste, die in diese Kante einlaminiert ist – ein Detail, das eher auf strukturelle Kontinuität als auf rein kosmetische Verzierung hinweist. Sowohl Rumpf als auch Deck tragen Innenschalen, und der Innenraum nutzt abnehmbare Deckel – bei Bedarf sogar vollständig demontierbar –, um an die Bolzen von Decksbeschlägen zu gelangen. Externe Teak-Fußrelinge, Handläufe und Dorade-Boxen verleihen dem Boot die passende Atmosphäre einer Yacht, wobei das Holz mit dem Sikkens Setol Penetrationsöl statt mit Lack behandelt wurde. Die Belüftung ist großzügig: vier Dorade-Boxen, vier Lewmar-Luken und 11 Edelstahl-Aufbaubluken. Die Pläne sind mit ABS-Zulassung versehen, wobei ein optionales ABS-Zertifikat erhältlich ist. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup trägt die 3800 einen an Deck gesteppten Aluminiummast von Offshore Spars mit integrierten Doppel-Salingen und durchgehendem Drahttauwerk, ergänzt durch ein stehendes Babystag zu den unteren Salingen, das das Rigg stabilisiert und Pumpbewegungen verhindert, ohne dass Backstagen gebraucht werden. Die Segelhandhabung ist zentralisiert: Großschot, Traveller, Fallen und Reffleinen laufen zu einer 32er Winsch und Stoppern am hinteren Rand des Kajütaufbaus, während sich die selbstholende Fockwinsch der Harken 48 dort befindet, wo sie vom jeweiligen Steuermann oder der Crew bedient werden kann. Der Traveller sitzt direkt vor dem Sprayhood, sodass sowohl die Großschot als auch der Traveller vom Kajütdach aus kontrolliert werden können. In ihrer Ausgabe von Cruising World fanden Bill Lee und Sheila McCurdy das Boot agil und gutmütig, es kam leicht zum Stillstand und ging bei voll durchgelattetem Großsegel und Genua bis zu 15 Knoten Wind in 80 bis 85 Grad Winkel über; sie blieb selbst mit dem Flachkiel bei 20 Knoten Wind recht steif und hielt nach dem Reffen noch viel Fahrt mit wenig Ruderdruck. Die Testsegler von Cruising World empfanden das Rudergefühl als etwas dumpf, was möglicherweise auf ein leicht überbalanciertes Spatenruder zurückzuführen ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet der mit Teakholz verkleidete Innenraum Platz für sechs bis sieben Personen in zwei Kabinen und zwei Nasszellen. Die Aufteilung besteht aus einer Doppelkoje im Vorschiff und einer Doppelkoje achtern. Die Nasszelle ist so konzipiert, dass sie eine separate Duschkabine und einen feuchten Stauraum umfasst. Der Kartentisch steht in einer großzügigen Nische nach vorn, und die seitlichen Schotten an Backbord und Steuerbord des Niedergangs schützen vor spritzendem Salzwasser aus der Pantry und dem Navigationspult. Die Spüle der Pantry liegt nahe der Mittellinie, um bei beiden Windfängen leicht ablaufen zu können. Der tiefe Eiskasten lässt sich jedoch nur von oben und vorne öffnen, was bei der Lagerung von Proviant Planung erfordert. Der Herd ist auf Backbord um 40 Grad und auf Steuerbord nur um 25 Grad kippbar – ein Trimm-Problem, das die Tester als leicht zu beheben bezeichneten. Die mit Zeder ausgekleideten Kleiderschränke nutzen Fingerlöcher anstelle von Druckknöpfen, was die Tester unter rauen Bedingungen als potenziellen Nachteil bemerkten. Die Plicht ist kompakt, aber komfortabel, mit einer Radsteuerung, um die man leicht herumgehen kann, und einer Aufteilung, die sich auch mit fünf Personen an Bord gut bewährt hat.
Kiel und Antrieb
Zwei Kieloptionen prägen den Charakter des Bootes. Der standardmäßige Flachkiel mit einem Tiefgang von 5'4" segelte im Test von Cruising World mit einem zweiflügeligen Festpropeller sehr gut, während ein tieferer Elliptischer Kiel mit 6'10" Anhebefähigkeit für höhere Leistung vor Anker angeboten wird. Der Hilfsmotor im getesteten Boot war ein 37 PS starker Westerbeke-Diesel, der über das Anheben der geformten Niedergangsstufen und durch zwei Seitenschotten-Türen zugänglich ist; überall werden Bronzeschotten verwendet. Die Tankkapazitäten sind für die Größe großzügig bemessen: 38 Gallonen Kraftstoff, 80 Gallonen Wasser und 24 Gallonen Fäkalienwasser. (1)
Das Fazit
Die Tartan 3800 ist eine solide, ehrliche Fahrtenyacht mit genügend Leistung für Langstreckenfahrten und Clubregatten. Sie wurde in geringer Stückzahl gebaut, bietet jedoch eine lange Liste an Serienausstattungen und nur wenige Optionen. Die Rümpfe von Jackett balancieren Steifigkeit und Wohnlichkeit perfekt aus, und die Details im Deck- und Riggbau zeigen echte Ambitionen für das Fahrtensegeln.
Vorteile
- Steifes, direktes Handling mit zentraler Segelsteuerung
- Durchdachte Belüftung und Spritzwasserschutz unter Deck
- Zugänglicher Motor und abs-zertifizierte Strukturpläne
Nachteile
- Taubes Rudergefühl durch übertrimmtes Ruder
- Kippgelenk des Herdes auf 25 Grad an Steuerbord begrenzt
- Verschlüsse der Hängeschränke sind im Seegang unhandlich









