Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, das mit Vinylesterharz laminiert wurde, um maximale Blasenschutz zu bieten, während das Deck als Balsaholzkern mit Sperrholzverstärkungen in hochbelasteten Bereichen ausgeführt ist. Ericsons Tri-Axial Force Grid – ein System aus Querwrangen und Längsträgern – sorgt für die Rumpffestigkeit und trägt die extremen Lasten von Mast und Kiel, während es gleichzeitig die Püttinge für die strukturelle Integrität des Bootes verankert. Der Kiel ist außen über Rumpf und das Gitter mit Edelstahlbolzen befestigt. An der Rumpf-Deck-Verbindung wird eine kleine angeformte Kante durch abwechselnde GFK-Lagen aus Matratze und Gewebe gestützt. Das Ruder hat einen Schaumkern mit einer GFK-Haut, die um einen 3½-Zoll-Edelstahlbeschlag gewickelt ist. Im Inneren bilden separate GFK-Formteile die Kojenstützen, die Sitze, die Nasszelle und die Paneele der Pantry, was den Innenraum aufgeräumt und wartungsfreundlich hält. (1)
Rigg und Handhabung
Die 380 ist eine Masttoppslup mit einem Baum mit zwei Salingen und einem in weißem Polyurethan lackierten Baum, wobei die Püttinge weit innen liegen, was für günstige Schotwinkel sorgt. Eine Großschotschlaufe im Mittelbug arbeitet mit allen nach achtern geführten Fallen zusammen, die über Harken-Stoppper in die Plicht laufen, sodass auch eine kleine Crew direkt am Steuer arbeiten kann. Die selbstholenden Harken-Schotwinschen lassen sich von dieser Position aus leicht trimmen, und ein Whitlock-Steueranlage erwies sich in den Tests als präzise und direkt. Ein abnehmbares inneres Vorstag ist optional für Segler, die eine Sturmfock nutzen möchten. Unter Segeln lief Rumpf Nr. 22 auf einem raumen Kurs unter einem Großsegel mit Volllatten und einer 130-prozentigen Rollgenua fast genau 6 Knoten bei 10 Knoten Wind und schnitt sauber durch das Kabbelwasser, ohne zu stampfen. Am Wind beschleunigte sie auf über 6 Knoten, ging sauber unter weniger als 80 Grad Winkel über und hielt vor dem Wind gut Kurs sowie etwa 5 Knoten Fahrt. Das Ruder war so ausgewogen, dass sie minutenlang ungesteuert kursstabil lief. (1)
Unterbringung
Die Plicht ist komfortabel und funktional, aber nicht besonders geräumig. Ein Backbord-Bordkasten ist riesig – so groß wie für ein aufgerolltes Inflatable ausgelegt. Eine schlanke, geformte Badeplattform fügt sich nahtlos in das Hecksschwert ein, anstatt nach achtern zu ragen, und verfügt über eine tiefe Leiter, die sich in die Achterreling klappen lässt. Unter Deck ist der Innenraum durch Teakholzleisten und furnierte Schotten über GFK und Formica hell gestaltet. Die Vinyl-Himmeldecke ist mit Reißverschlüssen für den Zugang ausgestattet. Die Aufteilung bietet eine Doppelkoje im Vorschiff mit zwei Kleiderschränken und Schubladen unter Deck, während die Salonsofakojen auf einen großen, klappbaren Tisch blicken, der um den Mast herumführt. Eine nach achtern gerichtete Navigationsecke an Steuerbord nutzt die Sofakoj als Sitzplatz. Die Pantry an Backbord ist kompakt, aber funktional und verfügt über zwei Edelstahlspülen, einen Force 10-Zweiher-Kochherd mit Backofen und eine gut isolierte Kühlbox. Gegenüber befindet sich eine modulare GFK-Badewanne mit separater Duschkabine. Die Eignerkabine achtern an Backbord platziert die Doppelkoje unter dem Cockpit, die durch drei öffnende Luken in das Cockpit belichtet und belüftet wird.
Systeme und Motor
Ein Yanmar 3JH2E Dreizylinder-Diesel mit 38 PS und Süßwasser-Kühlung sitzt auf laminierten Längsträgern über einer angeformten Wassertonne. Er bietet hervorragenden Zugang unter dem Niedergang und eine Stopfbuchse, die durch eine Luke der Achterkabine erreichbar ist. Der Aluminium-Kraftstofftank fasst 40 Gallonen für eine realistische Autonomie von 350 bis 400 Meilen unter Motor. Drei Wassertanks bieten insgesamt eine große Kapazität: 287 Gallonen unter der Backbord-Sitzbank, 33 Gallonen im Backbord-Plichtschrank und optional 47 Gallonen unter der Vorschiffskoje. Ein klappbares Schaltbrett lässt sich zur Inspektion öffnen und zeigt ordentlich verlegte Kabel. Das Bronze-Freshwater-Manifold unter den Spülen der Pantry wird durch überall installierte Bronzeschotten ergänzt.
Das Fazit
Die Ericson 380 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht, die Kings klare Rumpfform mit Ericsons Gitter-Rigg-Konstruktion verbindet. Sie segelt leicht, läuft auf Kurs, wenn sie ausbalanciert ist, und bietet ein praktisches Drei-Kabinen-Innere mit großzügigen Tankkapazitäten und Bronzefußventilen, die von der ernsthaften Eignernutzung zeugen. Die Plicht ist der einzige Kompromiss für die Größe – sie opfert Platz für Funktion.
Vorteile
- Einheitsweise Tri-Axial Force Grid mit Pütting-Ankerung und durchgebolztem Kiel
- Vinylester-Schwertrumpf für Blasenresistenz; Sandwichdeck mit Balsaholzkern und Sperrholzverstärkung
- Ausgewogene Ruderlage, sauberes Wenden unter 80 Grad, kein Stampfen des Vorfußes
- Alle Fallen und die Großschot nach achtern geführt; Trimm über Winschen an der Steuerposition
- Große Wasserkapazität und überall installierte Bronzeschotten
Nachteile
- Komfortables, aber nicht geräumiges Cockpit
- Kompakte Pantry
- Nur optionaler inneres Vorstag für das Aufschlagen bei schwerem Wetter




