Design und Konstruktion
Die Rümpfe wurden aus massivem Laminatglasfaser mit einem Gitterrahmen aus Glasfaser gebaut, während das Deck einen Balsakern als Anker nutzte. Die Kiel-Rumpf-Verbindung lag auf einer nach außen gerichteten Flanschplatte, die mit einer Aluminium-Fußreling versehen und mit Edelstahlmuttern, -bolzen und -Dichtungen befestigt war. Unter der Wasserlinie war der Rumpf massives Glas, was dem etablierten Bauverfahren der Werft aus dieser Zeit entsprach. Die 35 bot ursprünglich einen Standard-Flossenkiel bei 6' 6" oder einen Flügelbulbkiel mit 4' 6" Tiefgang; als die 35.5 erschien, wurde die Flossenkiel-Option eingestellt, sodass nur noch der Flügelbulbkiel als einzige angebotene Konfiguration verblieb. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot war mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, und die meisten verließen die Werft mit Großsegel und einer 120-prozentigen Fock als Standardbesegelung. Die Hilfsmaschine stammte von einem Yanmar 3GM-Diesel mit 24 PS bei 3.400 U/min, der in damaligen Tests als mehr als ausreichend für den Rumpf beschrieben wurde. Die Kombination aus einem moderaten Verdrängerrumpf, breitem Segelplan und einem bescheidenen, aber tauglichen Motor machte das Boot eher zu einer unkomplizierten Fahrtenyacht für Küstenfahrten als zu einer Regattayacht. (1)
Unterbringung
Sowohl die 35 als auch die 35.5 teilten sich eine ähnliche Aufteilung: Eine V-Koje im Vorschiff, eine Dinette an Backbord und eine Sofakoje an Steuerbord mittschiffs. Achtern platzierte das Layout die Pantry an Backbord und die Nasszelle an Steuerbord, mit einer Navigationsecke zwischen der Nasszelle und der Sofakoje sowie einer Doppelkoje in der Achterkabine entlang der Backbordseite. Die 35.5 verfeinerte diesen Plan mit einer größeren Dinette und Nasszelle, aber einer kleineren Navigationsecke. Ihre Achterkabine gewann an Bewegungsfreiheit, und anstelle der Längskoje der 35 bot sie eine umfangreiche Querkoje von 7 mal 5 Fuß – eine bemerkenswerte Verbesserung für den Komfort zweier Personen vor Anker. (1)
Bekannte Schwachstellen
Ein gut dokumentierter Schwachpunkt der 35.5 ist der Bereich, in dem die Rollfockleinen durch das Vorschiff führen. Dieser Punkt ist ein häufiger und hartnäckiger Weg für Wasser in den Balsakern des Decks. Wenn diese Durchführung nicht sorgfältig abgedichtet wird, gefährdet sie den Kern selbst. Ein weiteres Problem ist der originale, aus dünnem Aluminium gefertigte Fäkalientank, dessen maximale Betriebslebensdauer bei etwa zehn Jahren liegt – eine Grenze, die jedes ältere Exemplar längst überschritten hat und die behoben werden sollte. (1)
Das Fazit
Die Hunter Legend 35 und 35.5 bilden eine durchgehende Fahrtenyacht-Familie der späten 1980er Jahre: GFK-Rümpfe, Decks mit Balsakern, eine gutmütige Flachkiel-Option und ein praktisches Drei-Kabinen-Innere, das die 35.5 durch eine echte Doppelkoje achtern aufgewertet hat. Das 7/8-Rigg mit einer moderaten, überlappenden Fock hält die Segelhandhabung überschaubar, und der Yanmar 3GM sorgt für ausreichend Vortrieb. Käufer sollten die Anfälligkeit des Deckskerns an den Durchführungen der Rollleinen und den veralteten Fäkalientank gegenüber einem ansonsten vernünftigen, gut gebauten Küstenkreuzer abwägen.
Vorteile
- Solider Laminat-Rumpf mit Bodengruppe und Deck mit Balsaholzkern auf einer Flanschverbindung nach außen
- Option für einen flachen Flügel-Bulbkiel (4'6") erweitert die Möglichkeiten zum Anlanden im Flachwasser
- Die 7' x 5' Querkoje achtern verbessert die Unterbringung im Heck erheblich
- Angemessene 24 PS Yanmar 3GM Hilfsmotor
Nachteile
- 35,5 Vordeck-Rollleinen-Durchführungen anfällig für anhaltende Wassereinbrüche im Deckskern
- Der originale Aluminium-Fäkalientank ist nach zehn Jahren praktisch am Ende seiner Lebensdauer
- Die Option mit Flossenkiel ging mit der Überarbeitung des 35.5 verloren







