Design und Konstruktion
Die Rumpflinien von Killing sind modern, aber nicht extrem, ausgerichtet auf Geschwindigkeit ohne die Verzerrungen, die eine Messformel auferlegen würde. Der Kiel selbst ist ein dünnes Profil mit moderatem Streckungsverhältnis, das durch Computersimulation geformt wurde, und es wurde auch eine Flachkiel-Variante angeboten. Strukturell bestehen Rumpf und Deck aus massivem GFK mit einem vollen Balsakern, der in hochbelasteten Bereichen verstärkt ist, und Längsträger aus GFK verlaufen unauffällig an beiden Seiten nach unten, um den Rumpf zu versteifen. Die Püttinge sind fest in die Schotten eingebettet und an einem Kiellagerbolzen befestigt, während der verjüngte Mast mit zwei Salingen auf gelaufenem Aluminiumbolzen steht, der an verstärkten Bodenwrangen verbolzt ist. Als Standard für das gesamte stehende Gut außer dem Großstag diente ein Rod-Rigg – eine ungewöhnliche Qualitätsmerkmale für diese Klasse. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser erwies sich die 35 als angenehm zu steuern, hervorragend ausbalanciert mit einem leichten und direkten Rudergefühl. Am Wind war sie weder zu rank noch zu steif, sondern reagierte angenehm sensibel auf eine auffrischende Brise, und sie beschleunigte gut, wenn sie abflog. Die Großschot läuft vom Baumende zu einer Travellerschiene direkt vor der Radsteuerung, und das System aus grober und feiner Schot mit Traveller-Einstellung war ein Genuss beim Bedienen. Fallen und Reffleinen laufen nach achtern unter Deck zu Stoppern und Winschen am Heckende des Kajütaufbaus, sodass die Plicht frei bleibt. Die gut aufgeteilte Plicht bietet mehrere komfortable Steuerpositionen mit hervorragender Sicht. (1)
Unterbringung
Unter Deck öffnet sich der Hauptschott durch einen echten Niedergang mit Schotten und Handläufen, und an dessen Fuß bedeckt ein gelochtes Teakholzpaneel eine Rinne, die ins Bilgenwasser entleert. Der Innenraum besticht durch großzügig verarbeitetes, geöltes Teakholz – Bodenbretter, Schotten, Schrankfronten – kombiniert mit einem fließenden, hellweißen Deckenhimmel. Eine Doppelkoje befindet sich im Backbord-Achterkai hinter der Pantry; an Steuerbord liegen die Navigationsecke und dahinter eine geräumige Nasszelle mit Handläufen und einer feuchten Kabine. Die L-förmige Backbordsitzbank im Salon und die gerade Steuerbordsitzbank fungieren jeweils als Einzelkoje, ergänzt durch integrierte Regale, Schränke mit Schiebetüren und weiteren Stauraum hinter den Rückenlehnen und unter den Polstern. Doppelte Türen führen nach vorn zu einer großzügigen V-Koje mit langen Regalen, einem Kleiderschrank und einer eingebauten Steuerbord-Einheit aus Schubladen und Schränken; große Boxen befinden sich unter der Koje. Die Achterkabine spiegelt diesen Stil in einem kompakteren Raum wider, wobei die Doppelkoje eine maximale Breite von 42 Zoll aufweist, ergänzt durch ein langes Außenregal und einen darunter liegenden Kleiderschrank mit Schublade.
Die Pantry ist für das Meer beeindruckend ausgestattet: Acryl-Schneidebretter mit einigen Zentimetern Höhe umrahmen die Arbeitsplatte, eine Edelstahl-Gefäßreling befindet sich vor dem frei drehbaren zweiflammigen Propangasherd mit optionaler Backofen, und ein passendes Schneidebrett gleicht die Oberfläche aus. Ein klappbares Schneidebrett bedeckt die tiefen Doppelspülen auf der Mittellinie, und ein großer Stauraum befindet sich unter der Spüle. Gegenüber verfügt der Kartentisch über dieselbe Ausstattung mit Schneidebrettern und Reling, ergänzt durch einen komfortablen, wenn auch etwas engen Navigatorstuhl über einer Schubladenbox. Der einzige optische Mangel im Nasszellenbereich ist ein offener Regalboden, wo der Deckenverkleidungspunkt endet und dadurch Unterseite des Decks sowie die Sanitärrohre ungeschützt liegen.
Ausrüstung und Eigentumsmerkmale
Die Decksbeschläge bestanden komplett aus erstklassigen Markenprodukten, und der Motor ist hinter den Niedergangsstufen oder über eine Schiebeluke aus der Achterkabine leicht zugänglich; die Batterien sitzen belüftet unter dem Navigationsplatz. Die Achterkabine und die Nasszelle verfügten jeweils über einen solarbetriebenen Lüfter, obwohl Goman Pläne erwähnte, diese durch kleine Lukendeckel zu ersetzen. Das elektrische Schaltbrett wurde inzwischen zu einer klappbaren Trennwand am Heckende des Backskoffs umgebaut. Express Yachting passte auf Wunsch auch abnehmbare Salontische für Mahlzeiten an Bord ein. Ein enges Bereich bleibt: Der Zugang zum Steuerstand unter dem Cockpitboden ist eng, da sich dort die Kraftstoff- und Fäkalientanks befinden.
Das Fazit
Die Express 35 ist eine durchdacht konstruierte Performance-Fahrtenyacht aus den Mitte der 1980er Jahre, die ihren Rumpf elegant und ihre Unterkünfte wirklich wohnlich hält. Sie belohnt Segler, die regellose Geschwindigkeit suchen, ohne auf eine vollwertige Pantry, Navigationsecke und zwei separate Doppelkabinen zu verzichten.
Vorteile
- Ausgewogenes, direktes Rudergefühl mit guter Beschleunigung auf raumen Kursen
- GFK-Rumpf mit Balsakern, Längsträgern und fest im Rumpf verankerten Püttingen
- Seetüchtige Pantry und Navigationsecke mit vollen Schwenkruten und Handläufen
- Rod-Rigging als Standard; klare Plicht mit nach achtern geführten Fallen
Nachteile
- Der Deckenverkleidung fehlt im Bereich der Nasszelle ein Stück, sodass eine offene Ablage entsteht
- Enger Zugang zum Steuerrad unter dem Cockpitboden aufgrund der Tankplatzierung
- Tisch wird ohne Schrauben geliefert (abnehmbare Set ist auf Anfrage erhältlich)











