Design und Rumpfform
Der Rumpf ist eine bewusste Abkehr vom klassischen Konzept der Knickspant-Rümpfe. Ein Knick beginnt bei Station 7,5 und wird im Bereich des Spiegels deutlicher, während die Bugsektionen voll und ohne Ausbuchtungen ausgeführt sind, mit einem Eintrittswinkel von 15 Grad. Die Querschnitte selbst sind bogenförmig ohne Steigung (Deadrise) und verleihen dem Boot am Steg ein markantes Profil durch einen ausgeprägten negativen Deckssprung. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,45 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 83,9 ist die Farr 400 für ihre Länge breit und moderat leicht; das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 60 Prozent und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis bei 40,29. Diese Zahlen beschreiben eine steife, kraftvolle Plattform und nicht ein federleichtes Skiff.
Konstruktion und Einheitsklassen-Einheitlichkeit
Jede Farr 400 wird komplett aus Kohlefaser gebaut, und die Gleichförmigkeit von Boot zu Boot wird durch das SP/High Modulus Smartpac-Designsystem durchgesetzt, das identische Materialien für jeden Anker eines Rumpfes vorschreibt. Dieses System ist der Rückenmarks der Einheitsklasse: Ein Käufer weiß, dass das Boot neben seinem eigenen an der Startlinie strukturell exakt das gleiche Exemplar ist. Der Kiel ist eine aufholbare Einheit, die über die primären Winschen bedient wird und für den Transport demontiert wird; ihr Flossenstück besteht aus Gusseisen, während der lange, schlanke Bulbkiel aus Blei gefertigt ist – eine Aufteilung, die das Gewicht des Bulbkiels niedrig hält und die Flosse wirtschaftlich macht. (1)
Rigg und Segelplan
An Deck trägt das Rigg ein Square-Top-Großsegel mit zwei Achterstagreitern, wobei das gesamte stehende Gut aus Kohlefaser besteht und die Salinge im Winkel von 22 Grad zurückgepfeilt sind. Der Kohlefasermast ist für den Transport im Container geteilt, was es ermöglicht, das gesamte Rigg mit dem Boot zu versenden. An Deck ist der Plan asymmetrisch aufgeteilt: Der Niedergang liegt an Backbord, und die Leinen, die vom Mast kommen, laufen zu den Winschen an Steuerbord. Die Großschot läuft als Doppelend-Schot unter Deck ganz nach achtern und dann nach vorn, um direkt vor den Sekundärwinschen zu enden, während die Spinnaker- und Fockschoten sowie die Spinnakerfall zu primären Schotführungen führen, die über eine Plichtführung bedient werden. Ein weicher Bugspriet verläuft entlang der Mittellinie des Decks und macht ein Baumniederholer überflüssig. Die Segelfläche am Wind beträgt 1.098 Quadratfuß; auf raumen Kursen trägt das Boot 2.530 Quadratfuß.
Unterbringung und Decksplan
Dies ist ein Regattaboot durch und durch, und das Interieur spiegelt diese Priorität wider. Die Asymmetrie des Decksplans platziert den Niedergang an Backbord – eine Entscheidung, die eher auf die Arbeitsflächen in der Plicht als auf den Komfort in der Kabine ausgerichtet ist. Die Tankkapazitäten sind minimal: 42 Liter Diesel und 76 Liter Wasser, betrieben von einem 27 PS starken Volvo-Penta-Motor. Diese Werte eignen sich für Tagestörns und kurze Küstentörns, nicht für große Reviere.
Das Fazit
Die Farr 400 ist eine ernsthafte Einheitsklasse-Waffe, die mit Carbon-Konstanz gebaut und als komplettes Boot ausgeliefert wird. Ihr Knickspant-Rumpf, der volle Vorsteven und der ausziehbare Bleibomber machen sie zu einem modernen Grand-Prix-Werkzeug, während das kontainertaugliche Split-Rigg die Kosten für Regatten auf entfernten Revieren senkt. Der Kompromiss liegt in einem spartanischen Innenraum und winzigen Tankkapazitäten, die das Boot auf den Regattabahn einschränken.
Vorteile
- Vollständige Kohlefaser-Konstruktion mit garantiert einheitlicher Materialqualität im One-Design
- Das gesamte Boot, einschließlich geteiltem Mast und abnehmbarer Kiels, passt in einen Standard-Transportcontainer
- Einziehbarer Kiel mit Bleibombe und Gusseisen-Flosse für einfaches Transportieren und Trimmen
- Moderner Knickspant-Rumpf mit vollen Bugsektionen und ausgeprägter negativer Krümmung
Nachteile
- Die minimalen Tankkapazitäten von nur 42 Litern Kraftstoff und 75 Litern Wasser begrenzen jeglichen Einsatz außerhalb des Regattasports
- Das asymmetrische Decks-Layout und der Fokus auf das Regattasegeln lassen kaum Wohnraum zu
- Der Tiefgang von 2,90 m mit abgesenktem Kiel schränkt den Einsatz in flachen Gewässern ein





