Design und Konstruktion
Die Melges 40 ist ein Kippkieler, ein rein carboner, strenger Einheitsklassen-Großpreis-Renner, der mit nur 3.200 kg rund 800 kg leichter als eine Fast 40+ ist. Der Rumpf trägt einen Carbon-Flossenkiel, der sich elektrisch bis zu 45 Grad kippen lässt, um eine 1,1-Tonnen-Bombe auf einer 3,4 Meter langen Carbon-Flosse zu positionieren, wobei das Gewicht des Kiels selbst nur 100 kg und das der Bombe 1.100 kg beträgt. Anstelle von zwei Steckschwertern, die das Deck verdecken würden, nutzt das Boot einen einzelnen, mittschiffs angeordneten Canard-Ruder, der über ein einfaches Bedienungssystem vom Boxenstopp-Team gesteuert wird, was den Arbeitsbereich frei hält. Zwei Ruderblätter und ein ausziehbarer Bugspriet vervollständigen die Unterwasser- und Vorschiffskonstruktion. Die Kieltechnologie selbst wird von Cariboni hergestellt und ist eine direkte Weiterentwicklung der Systeme von IMOCA und Volvo 65. Sie nutzt einen einzigen Kolben mit einem doppelwirkenden Zylinder, der sowohl schiebt als auch zieht. (1)
Rigg und Segelplan
An Bord trägt das Boot eine enorme Segelfläche auf einem zweiteiligen, hochmoduligen Southern Spars-Rigg mit zwei Salingen, das an Deck gesteppt und mit einer EC3-Komposit-Ankerleine gesetzt ist. Der Segelplan ist gewaltig: Ein 72 m² großes Square-Top-Großsegel und eine 49 m² große Fock bieten 20 Prozent mehr Segelfläche als ein Fast 40+, und ein breiter 200 m² Spinnaker fliegt am ausziehbaren Bugspriet-Anker. Das Rigg nutzt TP52-ähnliche Deflektoren, die über eine von PCT entwickelte Magic-Wheel gesteuert werden – eines von vier solchen Systemen an Bord. Masttopp- und Fockfall-Lockstangen sind ebenfalls vorhanden. Botin Partners beschreiben einen riesigen Segelplan und ein sehr hohes Rigg, und das zweiteilige Rigg bietet Trimmmöglichkeiten am Vorstag und am Mastfuß-Anker. Bakstagen und ein großes Square-Top-Großsegel runden ein Rigg ab, das für reine Geschwindigkeit gebaut wurde. (2)
Leistung
Das Boot beschleunigt sehr schnell und erreicht nach Angaben des Konstrukteurs unter Anker 23 bis 24 Knoten. Sailboat World verzeichnete einen Windunterstützungs-Wert von 17,15 Knoten bei einer wahren Windgeschwindigkeit von 20 Knoten, während Tester feststellten, dass die Klasse vor dem Wind 22–23 Knoten läuft und der Kiel bei Starkwind am Wind meist bis zu 45° gekippt ist. Der Bulbkiel, der etwa halb so schwer ist wie der eines Fast 40+, liefert dennoch 10 Prozent mehr aufrichtendes Moment – eine bemerkenswerte Effizienz der Kippkonfiguration. Mit einem 20 PS Diesel und dem angehobenen Propeller vor dem Regattaeinsatz werden die Hydrauliksysteme über zwei Batterien für den Kiel betrieben; nach drei Regatten bleibt in der Regel noch 60 Prozent der Batteriekapazität übrig, sodass die Boote autark zwei Tage lang segeln können. (1)
Regattaformat und Crew
Dies ist kein Boot für das Segeln mit kleiner Crew. Die Klasse segelt mit neun oder zehn Personen bis zu einem maximalen Crewgewicht von 750 kg, und laut Sailing World sind acht bis neun Profis an Bord erforderlich, um das Boot unter Anker zu regatten. Der achtere Steuerstand ist eine sechsgängige Harken MX Air-Anlage, die für den Betrieb unerlässlich ist, und eine einfache Tastatur am Übergang der Plicht hinter dem Bein des Rudergängers ermöglicht es dem Taktiker oder dem Trimmfahrer, den Kielanker zu bedienen. Ein Steuerstand im Heck des Bootes zentralisiert die Schleusen- und Trimmbänke für eine koordinierte Proficrew. (2)
Das Fazit
Die Melges 40 ist ein Einzelstück in der Welt der Grand-Prix-Einheitsklassen: ein leichter, vollkarboner Rennsegler mit Kippkiel, der mehr Segelfläche und mehr aufrichtendes Moment als seine nächstgelegenen Konkurrenten aufweist. Er wurde aus Systemen des Hochseeregattasports entwickelt und nach strengen Klassenvorschriften gebaut. Sie ist kompromisslos, erfordert eine voll professionelle Crew und bietet dem Fahrtensegler absolut nichts.
Vorteile
- Einziges serienmäßige Einheitsklassen-Boot mit Kippkiel weltweit
- 800 kg leichter als eine Fast 40+ mit 20 Prozent mehr Segelfläche
- 10 Prozent mehr aufrichtendes Moment durch halbgezogenen Bulbkiel und 45° Kippwinkel
- Cariboni-Kielsystem aus der IMOCA- und Volvo 65-Technologie entwickelt
- Erreicht raumschots 22–24 Knoten bei autarker Batteriekapazität für zwei Tage Regatta
Nachteile
- Erfordert eine Crew von acht bis zehn Personen; keinerlei Eignung für kleine Crews
- Reine Grand-Prix-Regattayacht ohne jegliche Unterkünfte oder Ausstattung für Langstreckenfahrten
- Der tiefe Tiefgang von 3,2 m und die Bulb-on-Fin-Architektur schränken die Vielseitigkeit beim Anlegen ein





