Design und Konstruktion
Frers entwarf die F 36 mit einem massiven GFK-Rumpf und -Deck, gebaut von Carroll Marine, sowie einem Bleiballast von 5.700 Pfund in einer Kimmkiel-Konfiguration mit einem Tiefgang von ca. 6,99 bis 7,29 Fuß je nach Ankerlast. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 50 Prozent – ein Wert, der höher ist als bei 93 Prozent aller vergleichbaren Segelboot-Konstruktionen – und verleiht dem Boot eine sehr hohe Krängungsfestigkeit. Die Verdrängung beträgt 10.900 Pfund bei einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 190, was sie zu einer moderaten Regattayacht macht; 79 Prozent ähnlicher Entwürfe sind schwerer. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,15, ein Wert, der sie für Hochseeregatten untauglich machen würde, während ihr Komfort-Ratio von 19,6 komfortabler ist als bei nur 14 Prozent ähnlicher Konstruktionen – ein wichtiger Kontext für Käufer, die ihre Offshore-Ambitionen gegen die Stabilität beim Tagesegeln abwägen. (1)
Rigg und Handhabung
Die F 36 ist als Masttoppslup getakelt mit einer Segelfläche von 668 Quadratfuß und einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten. Ihre benetzte Fläche beträgt etwa 419 Quadratfuß, und das Verdrängungsverhältnis liegt bei 1.224 Pfund pro Zoll, was bedeutet, dass sie gut auf ihre Last sitzt, ohne übermäßig tief im Wasser zu liegen. Die geschätzte Geometrie der Trimmleinen ist gut dokumentiert: Die Schoten von Fock und Genua sind etwa 36,3 Fuß lang und haben einen Durchmesser von 14 mm, die Großschot etwa 90,6 Fuß bei demselben Durchmesser und die Spinnakerschoten sind etwa 79,8 Fuß lang. Diese Längen erzählen eine praktische Geschichte für jeden, der ein neues Rigg einrichtet – der Traveller der Großschot und die Winsch-Anordnung müssen eine lange, schwere Leine aufnehmen können, und das Spatenruder in Kombination mit dem Flossenkiel verleiht ihr die Kursstabilität, die typisch für eine moderate Regattayacht und nicht für eine schwere Fahrtenyacht ist. (1)
Unterbringung
Im Rumpf führt das Verhältnis von Länge zu Breite von 3,04 zu einem Kabinenplan, der geräumiger ist als bei 69 Prozent aller anderen ähnlichen Entwürfe. Die Breite von 11,92 Fuß sorgt für eine breite Mittschiffszone und ein Grundrissvolumen, das den Innenraum bereichert, ohne das Boot in barkeähnliche Proportionen zu ziehen. Der Yanmar-Diesel mit 27 PS, sofern installiert, dient als Hilfsantrieb in einem Rumpf, dessen Verdrängung von 10.900 Pfund und Bleiballast von 5.700 Pfund die Bewegungen im Seegang berechenbar halten – auch wenn die Komfort-Ratio hinter vielen zeitgenössischen Fahrtenyachten zurückbleibt.
Refits und Eignerschaft
Mit nur 35 gebauten Booten seit 1982 ist die F 36 ein Nischenmodell, was sowohl die Verfügbarkeit von Ersatzteilen als auch die Größe der Eignergemeinschaft begrenzt. Der massive GFK-Rumpf und das Deck vermeiden die Feuchtigkeitsprobleme von Sandwichstrukturen, die einige zeitgenössische Boote plagen, und die Riggmaße ermöglichen es dem Eigner, Schoten und Bakstäbe nach exakten Spezifikationen zu bestellen, anstatt zu raten. Die genauen Motormodelle und Tankkapazitäten sollten für jedes einzelne Boot separat überprüft werden.
Das Fazit
Die F 36 ist eine von Frers entworfene, von Carroll Marine gebaute Performance-Cruiser-Renner-Yacht mit einem steifen, bleiballastierten Flossenkiel und einem geräumigen, durch die Breite getriebenen Innenraum. Sie ist für ihre Länge schnell und verdrängt gut, aber ihr Kenterungsverhältnis und ihr Komfort-Ratio kennzeichnen sie eher als Boot für Küstenfahrten und moderate Bedingungen als für Blauwasser-Passagen. Die geringe Stückzahl bedeutet, dass ein sorgfältiges Gutachten und das Netzwerken in der Eignergemeinschaft wichtiger sind als bei einer in Serie gebauten 36-Fuß-Yacht.
Vorteile
- Hoher Ballastanteil von 50 Prozent, steifer als bei 93 Prozent ähnlicher Konstruktionen
- Raumiges, breitengetriebenes Layout, geräumiger als bei 69 Prozent der Konkurrenzmodelle
- Solider GFK-Rumpf und Deck ohne Feuchtigkeitsrisiko durch Sandwichkonstruktion
- Bekannte Riggmaße vereinfachen das Aufrüsten
Nachteile
- Kenterungsverhältnis von 2,15 bar schließt Regatten auf hoher See aus
- Die Komfort-Ratio liegt nur bei 14 Prozent der ähnlichen Konstruktionen
- Geringe Stückzahl (35 Boote) begrenzt Ersatzteilversorgung und Gemeinschaft






