Design und Konstruktion
Die Bauphilosophie von Dufour für Boote unter 50 Fuß besagt, dass Rümpfe in dieser Größenklasse im massiven GFK-Laminat gefertigt werden. Die 45 E folgt dieser Regel mit einem soliden Rumpf und Deck, einer nach innen gerichteten Flanschverbindung zwischen Rumpf und Deck sowie einem strukturellen Gitterrohr, das in den hochbelasteten Bereichen chemisch laminiert und einlaminiert ist. Der von Felci–Roséo entworfene Rumpf ist mit einem Bulbkiel und einem Spatenruder ausgestattet. Die beiden „Faux Carbon“-Steuerstände sind weit achtern und außen positioniert, was dem Rudergänger eine direkte, fast übernatürliche Verbindung zum Gleichgewicht des Bootes vermittelt. Das Kenterungsverhältnis von 1,96 und die Komfort-Ratio von 26,22 aus den Konstruktionsdaten beschreiben ein Schiff, das für Hochseepassagen optimiert ist, ohne auf Wohnlichkeit zu verzichten.
Rigg und Handhabung
Das mit drei Salingen ausgestattete Rigg trägt ein Großsegel mit Volllatten und ist in zwei Masthöhen erhältlich: Ein 63 Fuß hoher Mast kombiniert mit dem Standardkiel von 6 Fuß 4 Zoll für die Freigabe der Intracoastal-Waterways oder ein 68 Fuß hoher Mast gepaart mit einem tiefgehenden Anker mit 7 Fuß 6 Zoll Tiefgang. Ein Traveller, der sich über den gesamten Cockpitboden direkt vor der Radsteuerung erstreckt, eine feste Bauma und verstellbare Schotführungen ermöglichen eine präzise Kontrolle des Segelplans mit einer Fläche von 1.217 Quadratfuß, dessen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 23,4 für eine lebhafte Beschleunigung spricht. Der eingelassene Facnor-Fockrollenantrieb hält das Vordeck frei. Testsegler berichteten, dass sie sich bei 10 bis 12 Knoten Wind mit guten 7,5 bis 8 Knoten auf den Anhänger ziehen ließen und unter dem Anker bei Windstärken im einstelligen Bereich immer noch durchschnittlich knapp unter 7 Knoten liefen.
Unterbringung
Unter Deck lässt sich der offene Spiegel nach unten klappen und bietet so eine großzügige Bade- und Bordsprungsplattform. Das Interieur bietet die Wahl zwischen drei oder vier Kabinen. Beide Aufteilungen platzieren die Eignerkabine im Vorschiff mit einer eigenen, angrenzenden Nasszelle. Jede Version verfügt über zwei separate, geräumige Doppelkabinen achtern. Das Vier-Kabinen-Modell nutzt den Platz an Steuerbord für einen zusätzlichen Bereich mit Kojenbetten (Oben-Unten-Kojen). Der zentrale Salon umschließt eine Sofakoje und einen Esstisch an Backbord gegenüber einer langen Sofakojüte an Steuerbord. Eine gut dimensionierte Pantry an Backbord beherbergt einen kardanischen Herd, einen Kühlschrank mit Obstkorb und Frontlader sowie viel Arbeitsfläche aus Corian. Gegenüber der Pantry befinden sich eine einfache, aber praktische Navigationsecke und die zweite Nasszelle.
Bekannte Schwachstellen
Einige Tests haben vor dem Kauf ein fehlendes Beschlagsstück aufgezeigt, das man beachten sollte: Die Bugrolle und die Vorleine des Ankergeschirrs wirken für ein Boot dieser Länge und mit diesem Verdrängungsanker etwas zu klein dimensioniert. Das Ankergeschirr sollte vor einer ernsthaften Langfahrt genau untersucht und vermutlich aufgerüstet werden.
Refits und Eignerschaft
Käufer bei der Übergabe wählten entweder den Standardmast mit 63 Fuß und flachem Kiel oder das hohe Rigg für tiefere Gewässer. Der 55 PS starke Volvo Penta-Diesel, der 66-Gallonen-Kraftstofftank und die Wasserkapazität von 140 Gallonen ermöglichen autarke Langstreckenfahrten. Die 13-Gallonen-Fäkalientank- und das Doppelrad-Layout haben sich im Einsatz bewährt. Der Innenraum im Charter-Stil mit vier Kabinen bleibt eine beliebte Alternative zur Eigner-Variante mit drei Kabinen und bietet Käufern Flexibilität bei der Nutzung des Bootes.
Das Fazit
Die Dufour 45 E Performance ist eine durchdacht konstruierte Performance-Fahrtenyacht, die ihrem Steuermann echte Geschwindigkeit und ein sauberes, gut organisiertes Deck bietet. Ihre Kabinenaufteilung ist ausgereift und flexibel, und ihre Bauweise folgt den bewährten GFK-Verfahren von Dufour. Die einzige dokumentierte Schwäche ist die moderate Ankerausrüstung, die leicht behoben werden kann.
Vorteile
- Cruising World Award „Best Cruiser“ 2011 für das Design von Umberto Felci und Patrick Roséo
- Massiver GFK-Rumpf und -Deck mit einer sicheren, nach innen gerichteten Flanschverbindung
- Flexibles Drei- oder Vier-Kabinen-Innere mit geräumigen Achterkojen
- Zwei Ruderwellen achtern und Traveller über die gesamte Breite für souveräne Kontrolle
Nachteile
- Bugrolle und Vorleine-Ausleger sind für die Bootsgröße unterdimensioniert
- Die Version mit hohem Mast hat einen Tiefgang von 2,28 m (7 Fuß 6 Zoll), was einige Reviere ausschließt






