Design und Konstruktion
Dehlers klassische Produktionsmethode laminierte Deck und Rumpf direkt im Formverfahren, und die 28 spiegelt diesen disziplinierten Ansatz wider: Yachting Monthly bewertete die Bauqualität als hoch, mit besonders guten GFK-Formteilen. Die Zahlen hinter der Form erzählen einen Teil der Geschichte – eine Wasserlinie von 24 Fuß 3 Zoll, eine Breite von 9 Fuß 2 Zoll und eine Verdrängung von 5.720 Pfund verleihen ihr ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von rund 40 Prozent durch 2.205 Pfund Blei auf einem 4 Fuß 3 Zoll langen Flossenkiel. Trotz dieses moderaten Tiefgangs ist sie unter Segeln bemerkenswert steif, eine Eigenschaft, die Yachting Monthly uneingeschränkt lobte. Das Spatenruder und die Einrumpfform vervollständigen ein Paket, das eher als zielgerichtet denn als kompromissbehaftet wahrgenommen wird. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser erweist sich die Dehler 28 als ihr Geld wert. Derselbe Rezensent befand ihre Leistung und Handhabung als hervorragend, und das Rigg selbst ist am Wind sehr gut und effizient. Sie wurde serienmäßig mit einer leicht zu bedienenden Selbstwendefock ausgeliefert und war eines der ersten Serienboote, das ein Großsegel mit Volllatten und einem Self-Stacking-Cover-System bot – Details, die den Segelspaß mit kleiner Crew spürbar erleichtern. Die hohe Steifigkeit und der flache Kiel sorgen dafür, dass sie bis zu einer Windstärke von 5 Beaufort das volle Großsegel tragen kann – ein gutmütiges Revier, in dem eine kleine Crew das Boot problemlos vorantreiben kann, ohne ständig um Reffen besorgt sein zu müssen.
Unterbringung
Unter Deck sind die Prioritäten eher auf Segeln als auf Entspannen ausgerichtet. Yachting Monthly ist unverblümt und bemängelt fehlende Stehhöhe sowie eine spartanische Pantry und einen engen Kartentisch. Dennoch ist das Layout logisch aufgebaut: eine Doppelkoje im Achterschiff, Nasszellen an Steuerbord achtern des Niedergangs, eine halbkreisförmige Dinette um einen von der Maststütze getragenen Tisch und eine V-Koje im Vorschiff. Bequem schlafen vier Personen an Bord, im Notfall sogar sechs – was bei einem 27-Fuß-Rumpf eine echte Leistung ist, auch wenn die Ecken eng sind. Der Innenraum ist ein typischer Regatta-/Fahrtenyacht-Innenraum – jede Koje hat ihren Platz verdient.
Refits und Unterhalt
Das selbststellende Großsegel und die Selbstwendefock bedeuten, dass verschlissene Segelschlaufen oder ermüdete Fockschienen die typischen Verschleißpunkte sind, die ein Eigner übernimmt. Da die originalen Formverkleidungen jedoch gut erhalten sind, lassen sich kosmetische Refits problemlos durchführen. Eine Rumpfgeschwindigkeit von 6,33 Knoten bei einer Wasserlinienlänge von 22,31 Fuß halten die Erwartungen auf Langstrecken realistisch.
Das Fazit
Die Dehler 28 ist ein echtes Seglerboot: steif, schnell und absolut einfach mit kleiner Crew hart zu segeln, eingehüllt in klassisches GFK und mit einem cleveren Standard-Rigg. Sie verlangt vom Käufer, geringe Stehhöhe und eine spartanische Pantry als Preis für diese Leistung hinzunehmen. Für den richtigen Eigner bleibt sie eine der lohnendsten 28-Fuß-Yachten ihrer Generation.
Vorteile
- Hervorragende Leistung und Handling für diese Größe
- Steif unter Segeln trotz geringem Tiefgang von 4 Fuß 3 Zoll
- Selbstwendefock und selbststehendes Großsegel mit Volllatten serienmäßig
- Gute, hochwertige GFK-Formteile
- Komfortabler Schlafplatz für vier Personen in einer übersichtlichen Aufteilung
Nachteile
- Keine Stehhöhe unter Deck
- Sehr einfache Pantry
- Enger Kartentisch









