Konstruktion und Bauweise
Die First 28 ist ein Leichtdeplacement-Einrumpfboot, bei dem das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 186 sie eindeutig als leichten Regatta-/Fahrtenkreuzer und nicht als schweren Langstreckensegler kennzeichnet. Sie trägt 2.205 Pfund Eisenballast in einem gusseisernen Flossenkiel, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37 Prozent führt, und steuert mit einem Spatenruder. Der Standardkiel hat einen Tiefgang von 5,64 Fuß; eine Version mit geringem Tiefgang von 4,27 Fuß wurde ebenfalls angeboten, ebenso wie eine Variante mit Schwenkkiel, wobei das Boot mit dem geringeren Tiefgang etwas an Leistung und Stabilität einbüßt. Ein massives GFK bildet sowohl Rumpf als auch Deck. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,5 und einer Segelfläche von 338 Quadratfuß ist sie für das Beschleunigen bei leichtem Wind gebaut und nicht dafür, dass sie schweres Gut durch die Welle zieht. (2)
Rigg und Handhabung
Das Masttoppslup-Rigg spannt eine Segelfläche von 338 Quadratfuß auf – ein Großsegel von 139 Quadratfuß und eine Genua von rund 200 Quadratfuß – und das Boot ist leicht zu handhaben, da die Leinen nach achtern ins Cockpit geführt sind, wobei eine Selbstwendefock optional erhältlich ist. Diese Aufteilung ermöglicht es einem einzelnen Segler oder einer kleinen Crew, das Boot zu beherrschen. Sie zeigt sich bei leichtem bis mäßigem Wind schnell und unterhaltsam, segelt auf allen Kursen zum Wind und erfordert bei stärkerem Wind ein frühes Reffen, um Krängung und Luvgierigkeit im Zaum zu halten. Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei etwa 8 Knoten, und unter Spinnaker kann sie diese Marke vor dem Wind übertreffen. Belädt man das Boot jedoch mit zu viel schwerer Fahrtausrüstung, verschlechtert sich die lebendige Leistung dramatisch. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die First 28 Schlafplätze für sechs Personen auf zwei Doppelkojen und zwei Einzelkojen: eine Doppelkoje im Vorschiff, eine weitere Doppelkoje achtern und Salonsofakojen, die zu Einzelkojen umgebaut werden können. Der Innenraum ist für diese Bootslänge geräumig und komfortabel mit einer Stehhöhe von 1,8 Metern, einer Pantry mit Spüle, Herd und Kühlbox, einem Kartentisch mit eigener Sitzgelegenheit und einer Nasszelle mit Bordtoilette und Waschbecken. Ein 100-Liter-Wassertank und ein 40-Liter-Fäkalientank unterstützen das Küstensegeln, und der 6,6-Gallonen-Diesel mit 10 oder 18 PS sorgt für ausreichend Leistung zum Segelplan. Die Aufteilung eignet sich eher für Wochenendtörns an der Küste als für das Leben auf See. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die Warnhinweise sind inhärent in den Konstruktionsdaten und nicht auf Mängel eines bestimmten Rumpfes zurückzuführen. Ihr Ted-Brewer-Komfort-Ratio von 17,2 sorgt für Bewegungen im Bereich einer leichten Regattayacht. Am Wind ist sie rank und setzt so hart ein, dass es für Fahrtencrew unangenehm werden kann. Ein Kenterungsverhältnis von 2,2 ordnet sie außerhalb der für Hochseepassagen als sicher geltenden Grenzen ein, was das Risiko von Kenterungen bei starkem Wind und schwerer See mit sich bringt. Die Version mit geringem Tiefgang verschärft dies durch eine eingeschränkte Stabilität. Dies sind Merkmale, die man respektieren muss, keine Reparaturen, die man planen sollte. (2)
Das Fazit
Die First 28 ist eine von Finot entworfene Ausdrucksform der First-Philosophie der frühen 1980er Jahre: leicht, schnell und fröhlich bei Küstenbedingungen, mit einem geräumigen Innenraum mit sechs Kojen, der weit über seine 28 Fuß hinausragt. Sie belohnt eine Crew, die sie leicht beladen und im Küstenbereich segelt, und bestraft diejenigen, die von ihr verlangen, Ozeane zu überqueren oder eine schwere Fahrtenausrüstung zu tragen.
Vorteile
- Leichter Rumpf mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,5 für lebendige Leistung bei leichtem Wind
- Das cockpitorientierte Design und die optionale Selbstwendefock machen das Segeln mit kleiner Crew praktisch
- Die Aufteilung mit sechs Kojen (zwei Doppelkojen, umbaubare Sofakojen) und einer Stehhöhe von 1,8 m wirkt für diese Bootslänge großzügig
- Flossenkiel und Spatenruder sorgen für eine gute Rumpfgeschwindigkeit von 8 Knoten, die vor dem Wind unter Spinnaker übertroffen werden kann
Nachteile
- Die Komfort-Ratio von 17,2 bedeutet eine lebhafte, stampfende Bewegung am Wind, die vielen Fahrtenseglern nicht zusagt
- Das Kenterungsverhältnis von 2,2 schließt Hochseepassagen aus
- Die Version mit geringem Tiefgang opfert Leistung und Stabilität
- Schwere Fahrtenausrüstung mindert ihre ansonsten hervorragenden Segeleigenschaften deutlich










