Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK-Laminat, das von Hand aufgelegt wurde, während das Deck eine Sandwichstruktur aufweist und die Bodengruppe aus geformtem GRP besteht, wobei ein gusseiserner Kiel den Ballast trägt. Die voll verklebte Deck-Rumpf-Verbindung von Dehler – die Monocoque-Methode der Werft, bei der die beiden Schalen im Formwerkzeug zusammen laminiert werden – führt zu einer starken, aber leichten Struktur, die Yachting Monthly als Grund dafür angibt, warum das Boot trotz des Gewichtseinsparungspotenzials eine glaubwürdige Performance-Fahrtenyacht bleibt. Die flachen Bilgen waren bei der Besichtigung absolut trocken, und die hochwertigen Harze, die beim Bau verwendet wurden, haben den Rumpf frei von Osmose gehalten. Unter der Wasserlinie erhielten spätere Modelle der 31 einen verjüngten Kiel und ein tiefes, elliptisches Ruderblatt, das den Ballast tief hält und die Griffigkeit bei Krängung verbessert – eine Aktualisierung, die zum steifen, gutmütigen Charakter des Bootes unter Segeln passt. (1)
Rigg und Handhabung
Bei einer Verdrängung von rund 3.200 kg und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 44 Prozent ist die Dehler 31 ein steifes Boot, das ohne zu unkontrollierbar zu werden noch einen zusätzlichen Knoten laufen kann. Doch ihre Leichtigkeit macht sie zu einem körperlich anspruchsvollen Boot bei rauen Bedingungen. Die Pinnen-Version segelt hervorragend, mit komfortablem Platz auf der Süll und allen notwendigen Steuerleinen im einfachen Griffbereich; die Plicht ist schmal genug, um sich bei Krängung am gegenüberliegenden Rand abstützen zu können, und der geschlossene Spiegel vermittelt ein sicheres Gefühl. Dehler ausgestattet das Boot ab Werk mit guter Decksausrüstung, und es präsentiert sich nach wie vor als hochwertiges Objekt. Die Pinne konnte auf Wunsch gegen eine Radsteuerung ausgetauscht werden, und eine Whitlock-Säule wurde als Option angeboten und von einigen Eignern sogar nachgerüstet – doch die Plicht wurde nie für ein Rad gebaut, da sie hinter dem Traveller zu schmal und nicht steif genug ist. Bei Booten mit Radsteuerung wackelt die Säule, der Rudergänger sitzt eng und das Greifen zur Großschot ist unhandlich. (2)
Unterbringung
Unter Deck dominieren weiße Flächen, und der Salon ist mit Mahagonifurnier gemütlich und schmal-gängig gehalten. Die Außenabmessungen des Bootes sind jedoch weniger großzügig als bei einer Bavaria, was zu engen Platzverhältnissen führt. Die Stehhöhe im Salon beträgt 1,83 Meter und nimmt nach vorn hin ab, während die Nasszelle 1,71 Meter hoch ist. Auch das Magazin Yachting Monthly stellte eine gute Stehhöhe im Salon fest, aber einen schnellen Verjüngungswinkel in der Vorschiffskabine. Die Salonkojen sind dank umklappbarer Rückenkissen leicht nutzbar, auf den Vor- oder Achterkojen lässt sich jedoch nicht aufrecht sitzen, um sich anzuziehen. Die Kojen an Deck reichen bis zum Bug, wodurch die Länge von 2,30 Metern ungenutzt bleibt. Eine Schiebetür versperrt den Zugang zur Nasszelle und überschneidet den Kartentisch am Heckende der Kojen im Steuerbordsalon; die Toiletten verfügen über einen großzügigen Stauraum für nasse Sachen hinter dem Spülkasten. Der Wassertank befindet sich im Vorschiff und der Kraftstoff im Achterschiff, was den Stauraum unter den Kojen frei hält. Tiefgezogene ABS-Teile auf Boden und Deck helfen, das Gewicht zu reduzieren, und Holzböden sind meist unter einem von Dehler angepassten Teppichboden verborgen.
Bekannte Schwachstellen
Die Deckenverkleidung im Achterschiff besteht aus einem samtartigen Kunststoff, der Schmutz ansammelt und mit zunehmendem Alter unschön aussieht, und vergilbte Kunststoffleisten sind ein bekanntes Manko; die Kunststoff-Innenschale selbst wies bei der Prüfung keine Spuren von Durchhängen oder Flecken auf. Die Umbauoption für das Radsteuerungssystem ist der gravierendste Fehler im Konzept und weniger im Material: Die Plicht eignet sich einfach nicht dafür. Käufer und Eigner sollten die Pinne als den ursprünglich konzipierten Steuerungsansatz des Bootes betrachten.
Das Fazit
Die Dehler 31 ist eine von van de Stadt entworfene Leichtkreuzer-Yacht, die dem Ruderer mit einer hervorragenden Handhabung und einem steifen, schnellen Seeverhalten belohnt – eingebettet in Dehlers bewährte, osmotisch saubere GFK-Bauweise. Ihre Kompromisse liegen im Innenraum: eng bemessene Kabinen, eine unbrauchbare Kojenlänge im Vorschiff und ein abnehmender Stehhöhe im Vorschiff, was den Komfort im Bug einschränkt. Als Gebrauchtboot ist sie am besten als sportliche Familien-Fahrtenyacht einzustufen und weniger als reines Volumenboot für Küstentörns.
Vorteile
- Voll verklebte Rumpf-Deck-Verbindung und handlaminiertes Massivholzrumpf ohne Osmose
- Steif, schnell, hervorragende Pinne mit gut platzierten Bedienelementen
- Durchdachte Tankplatzierung befreit die Kojen; hochwertige Decksbeschläge neu
Nachteile
- Enger Wohnraum; man kann nicht aufrecht auf den Vor- oder Achterkojen sitzen
- Die Kojenlänge im Vorschiff ist unbrauchbar; die Stehhöhe geht nach vorn schnell zurück
- Das Cockpit ist für eine Radsteuerung ungeeignet; der als Samt-Ersatz dienende Deckenschutz verschmutzt schnell stark











