Design und Konstruktion
Unter der Kante des Sprungdecks besteht der Rumpf der Caliber 40 aus massivem GFK ohne Kernmaterial, laminiert mit Isophthalsäureharz. Unter der Wasserlinie ist er mit einem Vinylester-Außenlaminat und einer Glasfasermatte versehen, um Osmoseblasen vorzubeugen. In der Praxis hat sich Blasenbildung bei diesen Booten als kein wesentliches Problem erwiesen. Caliber baute das Deck mit Sperrholzquadraten statt der für andere Hersteller üblichen Balsaholzplatten, und das „Multi-Schott-Anbindungssystem“ der Werft – eine innere Verstärkung durch ein internes Bodengitter – hat sich als stark und zuverlässig erwiesen und wurde von mehreren anderen bekannten Werften übernommen. Die Kraftstoff-, Wasser- und Bilgenwassertanks sind aus GFK und integral mit dem Rumpf verbunden, was abweicht von den meisten Serienbooten. Dies sollte die Tanks langlebiger machen als herkömmliche Tanks. Jeglicher erforderliche Reparaturschaden an diesen Wassertanks oder Kraftstofftanks kann jedoch eine aufwendige Sanierung des Kabinenbodens erfordern. (1)
Rigg und Segelplan
Das Rigg und der Segelplan gelten im Allgemeinen als konservativ. Das Boot ist mit einem Kutterrigg auf einem Rumpf ausgestattet, dessen Proportionen – ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 280,9 und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 43,98 – es fest in die Klasse der beladenen Fahrtenyachten statt in die Performance-Klasse einordnen. Der Motor und die Antriebsstrang in den Standard- und LRC-Modellen waren ähnlich dimensionierte Yanmar-Dieselmotoren mit 50 bis 55 PS und mechanischen Kanzaki-Getrieben, was eine berechenbare Einmotoreinrichtung hinter einer standardmäßigen Kraftstoffkapazität von 55 Gallonen ermöglicht.
Unterbringung und Systeme
Im Innenraum bietet die Caliber 40 eine zweite, kleinere Nasszelle für den Tag, die von Rezensenten als überflüssig empfunden wurde; Eigner nutzen diesen Raum meist als Stauraum. Die Elektro- und Sanitärinstallationen wurden ursprünglich mit überwiegend gängigen Markenprodukten gebaut, was die Ersatzteilversorgung für Eigner unkompliziert macht. Da die Tanks aus GFK integriert sind, sollte ein Käufer bei einer Besichtigung darauf achten, dass Resonanzen des Rumpfes und Feuchtigkeitssignale nicht verwechselt werden können.
Bekannte Schwachstellen
Die wichtigste dokumentierte Schwachstelle ist der Fäkalientank. Er ist ziemlich groß und verleiht dem Boot bei vollem Tank erhebliches Gewicht im Bugbereich. Bei der Entleerung mit einem leistungsstarken Landpumpsystem berichten einige Nutzer, dass das Vakuum eine Saugwirkung erzeugt, die die Enden des Tanks oder die Rumpfseiten delaminieren lassen kann, oder den Deckel des integrierten Tanks reißen kann, wenn der Abluftventilator verstopft ist.
Das Fazit
Die Caliber 40 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht, deren fester Rumpf, integrierte Tankkapazitäten und die einlaminierte Schottenstruktur die Absicht der Werft auf Langlebigkeit statt auf Produktionskomfort widerspiegeln. Die LRC-Variante setzt diese Philosophie mit reichlich Tankkapazitäten für Langstrecken fort, während das Standardboot mit einem überschaubaren Kraftstoffvolumen von 55 Gallonen auskommt. Der große, im Bug positionierte Fäkalientank und das Risiko einer Pumpenpanne am Steg sind die einzigen Punkte, auf die man achten muss – beide lassen sich jedoch durch die richtige Ventilierung problemlos lösen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf unter der Vorderkante mit blasenresistentem Laminatplan
- Bewährtes Mehr-Schott-Anbindungssystem, das auch von anderen renommierten Werften verwendet wird
- Integrierte GFK-Tanks, die länger halten als herkömmliche Tanks
- Konservatives Kutterrigg und zuverlässige Yanmar/Kanzaki-Antriebsstrang
Nachteile
- Der große Fäkalientank erhöht das Buggewicht und birgt das Risiko von Delaminationen bei verstopften Lukenventilen am Steg während des Pumpens
- Reparaturen an integrierten Tanks können eine aufwendige Sanierung des Bodenbretts erfordern









