Cabot 36 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Ted Brewer/Robert Walstrom·1974·~49 hulls·Cabotcraft Industries
Cabot 36 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Kutter
LOA
35.58' · 10.84 m
Verdr.
17.800 lbs · 8.074 kg
Erstes Baujahr
1974

Die Cabot 36 ist ein mittelgroßer kanadischer Kutter, der robust für BlauwasserPassagen gebaut wurde. In Sydney, Nova Scotia, wurden ab 1974 nur 49 dieser Fahrtenyachten gebaut, bevor Cabotcraft Industries 1978 die Tore schloss. Entworfen von Ted Brewer und Robert Walstrom, trägt das Boot das konservative, robuste Aussehen einer Hochseeyacht mit einem hochgezogenen Vorsteven und einem abgeschnittenen Heck. Sein Rumpf zeichnet sich im Wasser durch den sogenannten „Brewer Bite“ aus – eine Aussparung im LangkielProfil.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
35,58 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
29,67 ft
Breite
11,67 ft
Tiefgang
4,75 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
5.500 lbs (Blei)
Verdrängung
17.800 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Kutter
Vorliek Großsegel
39 ft
Unterliek Großsegel
15,5 ft
Vorsegeldreieck Höhe
44,5 ft
Vorsegeldreieck Basis
14,8 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
46,9 ft
Segelfläche
632 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
14,83
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
30,9
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
304,24
Komfort-Ratio
33,17
Kenterungsverhältnis
1,79
Rumpfgeschwindigkeit
7,3 kn

Design und Konstruktion

Brewer konzipierte die Bite als Modifikation eines Langkiels und war überzeugt, dass diese Form dem Boot den Vorteil eines Flossenkiels am Wind bietet, während das Rückwärtssteuern im Hafen angenehmer wird. Dieses Merkmal ermöglicht es zudem, das Ruder am hinteren Ende des Kiels zu positionieren, wodurch sowohl der Propeller als auch das Ruder vollständig geschützt bleiben. Strukturell ist die Cabot 36 ein traditionelles GFK-Boot, das aus einem Formling gebaut wird, aber ihr Deck und Rumpf sind mit Airex statt mit dem für viele zeitgenössische Boote üblichen Bootsbausperrholz oder Balsaholz als Sandwichkern ausgeführt. Airex ist extrem stark und nimmt kein Wasser auf, was das Risiko von Seewasserintrusion und Delamination ausschließt, die andere Kernmaterialien plagt. Eigner beschreiben das Boot als glücklicherweise extrem solide gebaut, wobei sich die massive Bauweise sowohl an Deck als auch unter Deck bemerkbar macht. Der modifizierte Langkiel trägt 5.500 Pfund Bleiballast, um dem Schiff bei Starkwind aufrecht zu helfen, und die Verdrängung von 17.800 Pfund bei einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 304 kennzeichnet sie als schwere, stabile Fahrtenyacht für den Ozean und nicht als leichte Regattayacht. (1)

Rigg und Handhabung

Die Cabot 36 ist als Kutter mit einer einzelnen Saling aufgetakelt, mit einem Aluminiummast, der direkt auf dem Kiel steht, und einem robusten Rigg, das für Ozeanüberquerungen ohne Sorge vor Ausfällen konzipiert ist. Der modernere, zurückgeschnittene Kiel des Entwurfs versprach eine wendigere Manövrierbarkeit im engen Ankergewässer. Mit einem zurückgeschnittenen Vorfuß und einem Kiel, der weit genug nach hinten reicht, um das Ruder zu stützen, läuft sie auf offenem Wasser kursstabil und bietet ein angenehmes Seeverhalten in fast jedem Seegang. Die Großschot und der Traveller befinden sich achtern des Steuersitzes, montiert auf der Süll hinter dem Rad, sodass die Segelkontrollen nah am Steuermann liegen. Auf den breiten Seitendecks gibt es keine Genuaschienen; das gelochte Aluminium-Fußreling, das von Bug bis Heck verläuft, dient als Anschlagpunkt für Umlenkblöcke. Ab Werk waren die nicht selbstholenden, zweistufigen Primärwinschen auf der Süll montiert – etwas zu weit vorn, um für den Steuermann gut erreichbar zu sein, ein kleiner ergonomischer Makel auf einem sonst seetüchtigen Deck. (2)

Unterbringung

Unter Deck strahlt die Cabot 36 jene Gemütlichkeit aus, die Eigner beschreiben. Der Großteil des GFK-Innenausbaus ist mit edlen Teakholzschotten und handgefertigten Holzmöbeln aus feinstem Innenausbau überzogen. Die T-förmige Plicht bietet genügend Platz für die Crew und wird durch einen erhöhten Steuersitz ergänzt, der umgedreht als Bank quer über das Heck dienen kann, während Teak-Bodenbretter die Füße trocken halten. Die Belüftung erfolgt über fünf öffnende Bronzetüren, vier Öffnungsluken mit großen, seetüchtigen Lewmar-Luken und vier feste Kajütaufbaufenster, die reichlich Licht hereinlassen. Das standardmäßige Werft-Layout platzierte eine U-förmige Pantry mit einem dreiflammigen Propangasherd an Backbord beim Niedergang, eine riesige Kühlbox gegen das achtere Schott sowie eine Doppelspüle mit Stauraum darunter. Vor dem Salon befindet sich an Backbord eine relativ geräumige Nasszelle mit Dusche und Waschbecken, gegenüber davon ein großer Kleiderschrank an Steuerbord, und eine große V-Koje nimmt den Bug ein. Ein kleiner, nach vorn gerichteter Navigationstisch steht an Steuerbord des Niedergangs, und eine Achterkoje liegt unter dem Steuerbord-Plichtsitz.

Ausrüstung und Werftpaket

Das Boot wurde als robuste Fahrtenyacht mit Edelstahl-Bugkorb und Heckreling, Relingstützen, Seereling, Sprayhood, Bimini und Rollfock präsentiert – alles inklusive im Paket. Ein 24-Zoll-Radsteuerung auf einer Radsteuerungskonsole war serienmäßig, die Motorbedienelemente befanden sich schräg über dem Rad an Backbord, und kniehohe maßgefertigte Edelstahlschutzleisten flankierten den Mast für zusätzliche Sicherheit auf dem Kajütdach. Das Deck verfügt über eine Aluminium-Schiene entlang der Fußreling zur Schottrimmung, und massive Duchten, die von einem Teakdecksaufbau gekrönt werden, verstärken das Sicherheitsgefühl an Bord. Zwei separate Wassertanks – eine 60-Gallonen-GFK-Einheit unter dem Boden der Kabine und ein 30-Gallonen-Tank im Vorschiff unter der V-Koje – versorgten den Innenraum, ergänzt durch einen 15-Gallonen-Fäkalientank unter der V-Koje.

Mechanischer Hintergrund

Der originale ab Werk installierte Motor ist ein vierzylindriger Westerbeke 30 unter den Niedergangsstufen, kombiniert mit einer als unverwüstlich geltenden Paragon-Getriebebox. Der Tank für Kraftstoff war ab Werk aus schwarzem Eisen, wurde jedoch nach zwei Jahren Betrieb durch einen Aluminiumtank ersetzt – ein Detail, das bei jedem noch existierenden Exemplar bekannt sein sollte.

Das Fazit

Die Cabot 36 stellt eine kleine, aber feine Flotte kanadischer Blauwasser-Kutter dar. Ihr Brewer-Bite-Kiel und der Rumpf mit Airex-Sandwichkern verliehen ihr echte Hochseetauglichkeit ohne die Sorgen um Wassereinbruch, die ihre Zeitgenossen plagten. Sie ist eher ein schwerer, komfortabler Kursstabilisator als ein lebhafter Regattasegler, und ihr mit Teakholz ausgestatteter Innenraum bleibt ein warmes, gut gebautes Refugium. Die geringe Stückzahl und die kurze Bauzeit machen sie selten, doch durch eine spätere Wiederbelebung wurde zumindest ein neuer Rumpf im Jahr 2005 fertiggestellt.

Vorteile

  • Rumpf und Deck mit Airex-Sandwichkern widerstehen Delamination
  • Schützende Brewer Bite für Propeller und Ruder
  • Bleiballastierter modifizierter Langkiel läuft auf See hervorragend kursstabil
  • Handgefertigtes Teak-Innere mit praktischer Belüftung

Nachteile

  • Nur 49 gebaut; selten auf dem Markt
  • Werftwinschen sind für das Steuerstandspersonal zu weit vorn montiert
  • Die flache Achterkoje schränkt die Nutzbarkeit des Kojenplatzes ein
  • Der originale schwarze Kraftstofftank musste frühzeitig ausgetauscht werden

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