Design und Konstruktion
Rumpf und Deck wurden von Jean Berret und Olivier Racoupeau gezeichnet, was zu einer gut ausgewogenen und stabilen Form führte, die sowohl auf raumen als auch auf leichten Kursen hervorragende Leistungen erbringt. Die Kimm verläuft weit über der Wasserlinie nach achtern – ein Merkmal, das von den Oceanis 41 und 45 übernommen wurde – und sorgt dafür, dass das Boot unter Segeln flacher läuft, während gleichzeitig Innenraumvolumen gewonnen wird. Die Breite beträgt 15 Fuß 7 Zoll mit einem fast 3:1 breiten-langen Verhältnis, wobei diese Breite bis ganz nach achtern durchgezogen wird, um ihren Effekt zu maximieren. Ein Berater von Beneteau beschrieb die 48 als „Mono-Maran“, eine Anspielung auf das Volumen und die Größe der Plicht, die eher für Mehrrumpfboote typisch sind. Die strömungsgünstige Form sorgt für hohe Stabilität und Komfort bei allen Geschwindigkeiten, und der 45-Grad-Niedergang ist ein prägendes Merkmal der neuesten großen Generation der Oceanis, das die große Plicht mit dem geräumigen Innenraum unter Deck verbindet. (1)
Rigg und Handhabung
Die Oceanis 48 trägt einen mittig stehenden Mast, der ihr eine makellose Balance verleiht. Die Großschot wird zu einem eleganten Geräteträger geführt, der gleichzeitig das Sprayhood und das Bimini stützt. Dieser Träger nutzt zwei feste Blöcke anstelle eines Travellers, und Testsegler stellten fest, dass diese Fixpunkte die Kontrolle über den Baum weniger effektiv ermöglichen als ein echter Traveller. Alle Segeltrimm-Kontrollen laufen nach achtern entlang des Kajütaufbaus zu einer Pod-Baugruppe mit einzelnen Winschen auf jeder Seite, während die Genuaschotwinschen direkt vor und außen neben jedem Steuerstand für einfaches Greifen liegen. Ein von German System optimiertes Performance Pack ermöglicht es, alle Segel vom Steuerstand aus zu trimmen, und für sie wurde von Incidences eine Serie von D4-Segeln angefertigt. Unter Segeln lief sie bei 10 Knoten scheinbarem Wind knapp über 6 Knoten am Wind, setzte dann auf halbe Kraft für ca. 7 Knoten, bis der Wind hinter den Backbordbug fiel, und ging Wenden sowie Halsen effizient durch; die Ruderung war direkt und feinfühlig ohne Tendenz zum Drift. Unter dem Standard-Yanmar-Motor mit 75 PS erreichte sie 8,3 Knoten bei 2.500 U/min und lief bei einer Brise von 5 bis 6 Knoten noch hart am Wind 4 bis 4,5 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot als Familienplan mit zwei, drei, vier oder sogar fünf Kabinen erhältlich, wobei die Gemeinschaftsbereiche in hellem Eichen- oder Mahagoniholz gehalten sind und von Licht durch große Rumpfbullaugen durchflutet werden. Die vordere Eignersuite verfügt über eine Doppelkoje auf der Mittellinie, einen Kleiderschrank, einen Sitz zum Anziehen, eine Waschbecken, einen Schminktisch und eine große Dusche mit einer transparenten Tür; der Hersteller beschreibt sie als echte Suite mit einer Dusche im italienischen Stil. Die Achterkabinen haben jeweils eine Doppelkoje und Stauraum oder einen Kleiderschrank, ergänzt durch Rumpfbug- und Heckfenster sowie Öffnungen für Belüftung. Der Salon ist hell und offen, mit einer U-förmigen Sitzecke an Steuerbord um den Tisch herum und einer freistehenden Bank gegenüber, während die Backbordsitzecke über einen verschiebbaren Modultisch verfügt, der als Arbeitsplatz oder zum Frühstücken dienen kann. Die L-förmige Pantry an Backbord hat doppelte Spülen nahe der Mittellinie, einen von vorne zu öffnenden Kühlschrank aus flachem Teakholz sowie Schränke oben und Schubladen unten. Ein verschiebbarer Kartentisch kann an das vordere Schott, zwischen die Sitze oder an die Pantry gebracht werden, ergänzt durch passende mobile Sitze. Ein Tester bemerkte, dass es kaum eine echte Seekoje gibt – ein unbedeutender Punkt, wenn man bedenkt, dass die Kabinen privat abgetrennt sind.
Cockpit und Decksausrüstung
Die Plicht ist riesig und bietet zwei Steuerräder für maximale Offenheit sowie einen mittschiffs platzierten Tisch mit Multifunktionsdisplay, das von beiden Steuerständen aus einsehbar ist. Zudem gibt es eine Kühlbox und Handläufe. Der charakteristische elektrisch klappbare Spiegel gewann einen Innovation Award der National Marine Manufacturers Association und öffnet sich zu einer Badeplattform mit Naturholzdeck. Mit einer ordnungsgemäß montierten Leiter gehört sie zu den besten Bade- und Beibootsplattformen auf dem Wasser und vergrößert die Bodenfreiheit in der Plicht um etwa 3 Fuß beim Anker. Die breiten Seitendecks sind leicht zu befahren, die Gummimatten bieten hervorragenden Halt und Teak ist eine elegante Option. Im Vorschiff sorgen ein tiefer Kettenkasten, eine geschützte Ankerwinde und doppelte Edelstahl-Bow-Rollen für den anspruchsvollen Fahrtensegler, ergänzt durch einen eigenen Segelschrank.
Bekannte Schwachstellen
Die festen Blöcke der durchgehenden Großschot ersetzen einen Traveller und sind bei der Bumerangkontrolle nicht so effektiv wie ein echter Traveller. Die Handläufe entlang des Kajütaufbaus sind etwas zu niedrig, obwohl das angeformte Gegenrutschprofil selbst Lob erhielt. Das Boot besitzt kaum eine eigene Seekoje, was die Tester in einem Layout mit drei Kabinen als unbedeutenden Mangel empfanden. (1)
Das Fazit
Die Oceanis 48 ist eine verfeinerte Weiterentwicklung der modernen Oceanis-Fahrtenphilosophie: ein breiter Rumpf mit Knickspant, der aufrecht und volumenreich bleibt, kombiniert mit einem hellen Nauta-Innenraum und einer Plicht, die sich um eine Größenklasse größer anfühlt. Sie segelt bei leichtem Wind und unter Motor effizient, und der klappbare Spiegel ist ein echter Fortschritt beim Zugang zum Heck. Das Großschot-Armpaar und die niedrigen Handläufe des Kajütaufbaus sind die wichtigsten ergonomischen Kompromisse.
Vorteile
- Flacheres Segelverhalten und mehr Volumen durch den nach achtern zurückgepfeilten Knickspant
- Direktes, feinfühliges Rudergefühl ohne Abdrift unter Segeln
- Riesiges Cockpit mit Doppelradsteuerung und preisgekröntem klappbarem Spiegel
- Helles, flexibles Innenraumkonzept mit verschiedenen Kabinenaufteilungen und modularen Tischen
- Starke Leichtwind- und Motorleistung dank des 75 PS starken Yanmar
Nachteile
- Die feste Großschot am Gerätewagen ist weniger effektiv als ein Traveller
- Die Handläufe im Kajütaufbau liegen zu tief für sicheres Bewegen
- Keine eigene, separate Seekoje in den getesteten Layouts








