Beneteau Oceanis 473 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Groupe Finot·2000 – 2005·Beneteau
Beneteau Oceanis 473 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
46.92' · 14.3 m
Verdr.
24.277 lbs · 11.012 kg
Erstes Baujahr
2000

Die Beneteau Oceanis 473 kam als Entwurf von Groupe Finot, gebaut von Beneteau, einer französischen Fahrtenyachtwerft, deren Rumpfform unverkennbar gallisch ist: abgeschrägte Enden und ein Heck, das so breit ist, wie man es sich auf dem Anker einer herkömmlichen Yacht nur wagen würde. In einem Zeitungsbericht schrieb der Autor, das Boot habe einen starken, maskulinen Look und sei zwar nicht konventionell hübsch, aber ästhetisch gut integriert und solide gebaut. Das Profil erinnerte ihn sogar an seinen eigenen älteren Entwurf, die Norseman 447. Unter dieser Formgebung weist der Rumpf bis zum KanuUnterwasserschiff eine ungewöhnlich flache LängsprofilKnickung auf – eine Eigenschaft, bei der sich der Rezensent nicht sicher war, ob sie beabsichtigt war oder einfach ein Nebenprodukt eines weniger feinfühligen Rumpflinienzeichnens.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
46,92 ft
Länge an Deck
46,42 ft
Länge in der Wasserlinie
43,83 ft
Breite
14,16 ft
Tiefgang
5,58 ft
Maximale Stehhöhe
9,84 ft
Durchfahrtshöhe
62 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
8.157 lbs (Eisen)
Verdrängung
24.277 lbs
Wasserkapazität
222 gal
Kraftstoffkapazität
57 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
47,67 ft
Unterliek Großsegel
17,08 ft
Vorsegeldreieck Höhe
53,83 ft
Vorsegeldreieck Basis
18,25 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
56,84 ft
Segelfläche
898 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
17,13
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
33,6
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
128,72
Komfort-Ratio
24,58
Kenterungsverhältnis
1,96
Rumpfgeschwindigkeit
8,87 kn

Design und Konstruktion

Die Proportionen der 473 sind eher moderat als extrem. Die Gesamtbreite ist nicht so groß wie bei den kleineren französischen Modellen, und das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei gemessenen 3,31, während das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) bei 144 liegt. Der Bug ist im Querschnitt recht rund, eine bewusste Entscheidung, um die Vorschiffskojen möglichst weit nach vorn zu verlegen. Ein Standardtiefgang von 5 Fuß 6 Zoll wird angeboten, mit einer Option auf 6 Fuß 11 Zoll Tiefgang, was 882 Pfund weniger Ballast bedeutet. Beneteau brachte das Modell im Jahr 2000 auf den Markt und hatte bis Ende 2002 in den zwei Jahren seit dessen Einführung insgesamt 400 Oceanis 473 gebaut und zu Wasser gelassen. (1)

Rigg und Handhabung

Als Masttoppslup trägt die 473 zwei Sätze nach achtern gepfeilter Salingen auf einer breiten Püttingsbasis, die eine gute Stütze für den Mast bietet. Die Primärwinschen sind direkt vor den Doppelradsteuerungen positioniert, sodass der Rudergänger sie leicht erreichen kann. Für die Trimmleinen gibt es keine komplizierten Leitungen unter Deck. Ein Kritikpunkt aus dem Segeltest von Yachting World war das Großschot, das außerhalb der Reichweite des Rudergängers lag. Unter Motor erwies sich das Boot als einer der einfachsten Mittelvierziger, mit denen der Tester je gesegelt hatte – unterstützt durch einen großen dreiflügeligen Festpropeller und eine traditionelle Wellenanlage; das Testboot war zudem mit einem optionalen Bugstrahlruder ausgestattet. Unter Segeln ist das Bild gemischt: Bei 8–10 Knoten Wind lief sie auf einem harten Raumwindkurs über 7,6 Knoten und lief am Wind bei etwa 5,5 Knoten sehr gut. Bei 10–15 Knoten Wind beschleunigte sie schneller und lief in stärkeren Böen regelmäßig mit über 10 Knoten Fahrt. Ein amerikanischer Kritiker jener Zeit fand, dass das Rigg für windige Reviere ideal und leicht zu handhaben sei, obwohl er vermutete, dass es bei leichtem Sommerwind an Luft mangeln würde. Yachting World stellte fest, dass die Doppelradsteuerung Reibung im Steuersystem erzeugt, was zu einem schweren Rudergefühl führt, das manchmal das feine Gefühl vermissen lässt, das man von einem Boot dieser Größe erwarten würde. (2)

Unterbringung

Die 473 wird in zwei Layouts angeboten. Die Version mit drei Kabinen zeigt spiegelbildliche Doppel-Hundekojen, die riesig wirken – groß genug, dass zwei Kinder sich problemlos eine Koje teilen können, was sie für das Fahrtensegeln mit zwei Kindern fast ideal macht und auch für einen Charterbetrieb mit drei Paaren geeignet ist. Der Kompromiss bei diesem Layout ist, dass die Steuerbord-Achterkabine in den Pantrybereich hineinragt, was die Bewegungsfreiheit gegen das Schott begrenzt und praktisch keine Backskiste sowie nur begrenzten Platz an der Arbeitsplatte lässt. Beide Pantrys bieten minimalen Kühlschrankplatz. Die Vorschiffskabine ist recht geräumig und verfügt über eigenen Zugang zur vorderen Nasszelle, die eine Duschkabine umfasst; insgesamt gibt es zwei Nasszellen. Ein Mittelinselsitz im Salon stieß bei dieser Größe auf mäßige Kritik, ermöglicht jedoch sechs Personen, sich beim gemütlichen Essen dicht aneinanderzudrängen. Die Navigationsecke wirkt großzügig. Auch die Belüftung ist üppig mit 10 zu öffnenden Luken einschließlich des Niedergangs und acht zu öffnenden Rumpfluken. An Deck wird die riesige Plicht durch zwei Steuerräder ergänzt, zwischen denen man bequem hindurchgehen kann, ein abnehmbarer Klapp-Tisch im Vorschiff der Plicht und ein eingelassener Ankerwindenbohrer im Vordeck.

Bekannte Schwachstellen

Neben der bereits erwähnten Reibung im Ruder und der unerreichbaren Großschot ist das Kompromiss-Küchenkonzept des Drei-Kabinen-Layouts das andere bekannte Manko: begrenzter Arbeitsfläche, kein echtes Backskist und ein Herd direkt an einer Schott. Der Kühlschrankplatz in beiden Küchenvarianten erschien den Testern minimal. Dies sind Planungsentscheidungen als Kompromiss und keine Mängel, aber ein Käufer sollte wissen, dass die Küche das Volumen der Achterkabine erkauft.

Das Fazit

Die Oceanis 473 ist eine durchdacht aufgeteilte Fahrtenyacht im mittleren 40-Fuß-Bereich, die etwas Küchenpraktikabilität gegen wirklich riesige Achterkabinen und eine außergewöhnlich gesellige Plicht eintauscht. Ihr Finot-Rumpf ist breit, ohne extrem zu sein, segelt bei Wind kompetent und ist bemerkenswert leicht unter Motor zu handhaben. Die schwere, etwas träge Doppelradsteuerung ist der Preis für diesen offenen Heckspiegel und das riesige Achterdeck.

Vorteile

  • Riesige, geräumige Doppel-Hundekojen; hervorragend für Familien oder Charter
  • Enorme, sichere Plicht mit zwei Steuerrädern und Durchgang zum Spiegel
  • Leichtes Manövrieren unter Motor dank traditioneller Wellenanlage und optionaler Bugstrahlruder
  • Hervorragende Belüftung durch 10 Öffnungsluken und acht Rumpfniedergänge

Nachteile

  • Das Drei-Kabinen-Layout geht auf Kosten der Pantry und verzichtet auf eine Backskiste
  • Die Doppelradsteuerung sorgt für Reibungsverluste; das schwere Ruder fehlt an Feingefühl
  • Die Großschot ist außerhalb der Reichweite des Steuermanns
  • Minimaler Kühlschrankplatz bei beiden Pantry-Konfigurationen

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