Design und Konstruktion
Die Rumpfform der 473 ist im Querschnitt unkonventionell gestaltet. Die Enden sind abgeschnitten, und das Heck ist so breit, wie man es bei einem herkömmlichen Rumpf kaum wagen würde. Ein voller Bug im Querschnitt schiebt die vorderen Kabinen so weit wie möglich nach vorn. Eine großzügige Breite erstreckt sich bis zum Spiegel, und eine weit nach achtern getragene Breite sorgt für eine große Plicht. Zwei Steuerräder anstelle eines einzigen verstärken diesen Eindruck. Der Kanu-Rumpf weist eine ungewöhnlich flache Längsprofil-Rockerung auf. Proportional ist das Boot moderat mit einem Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,31 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 144. Der Standardtiefgang beträgt 5 Fuß 6 Zoll, wobei eine Option für 6 Fuß 11 Zoll Tiefgang mit 882 Pfund weniger Ballast einhergeht. Das Vordeck trägt sieben nach vorn gerichtete, flache Luken zwischen Mast und Vorstag, einen eingelassenen Ankerkorb und niedrige, aber breite Fußrelinge, an denen man sich festhalten kann. (1)
Rigg und Handhabung
Die 473 ist eine Masttoppslup mit einem moderaten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,22 in der Basisausführung. Die primären Schotwinschen befinden sich achtern, wo der Rudergänger sie gut erreichen kann. Das Rigg nutzt eine breite Püttingsbasis mit zwei Reihen nach achtern geneigter Saling und verfügt über keine Leinenführungen unter Deck. Probefahrer fanden das Rigg für windige Reviere ideal, empfanden es bei leichtem Sommerwind jedoch als möglicherweise untertakelt. Unter Motor urteilten Tester in Yachting World, dass sie eine der am einfachsten zu handhabenden Boote ihrer Größe um die 45 Fuß sei. Ein 78 PS starker Volvo D2-55 trieb auf dem Testboot einen dreiflügeligen Festpropeller über eine traditionelle Wellenanlage sowie einen optionalen Bugstrahlruder an. Unter Segeln erreichte sie bei 8–10 Knoten Wind über 7,6 Knoten auf einem harten Raumeck und etwa 5,5 Knoten hoch am Wind; bei 10–15 Knoten beschleunigte sie in Böen auf über 10 Knoten. Eine separate Prüfung zeichnete 8 Knoten bei 3.000 U/min, 9 Knoten bei 3.500 U/min und 10,5 Knoten im Volllastbetrieb auf.
Deck und Cockpit
Das Deck ist funktional und attraktiv gestaltet und spiegelt die Leistung des Bootes wider. Der Decksplan zeichnet sich durch ein riesiges Cockpit mit zwei Steuerrädern und ausreichend Platz zum Vorbeigehen dazwischen aus. Zudem gibt es einen im Cockpit vorn positionierten, klappbaren Tisch mit einer Edelstahl-Auflage, an der der Tisch im Stauraum verstaut wird. Mehrere großzügige Decksboxen bieten reichlich Stauraum, und robuste Teak-Gurte sowie Deckslampen vervollständigen die Ausrüstung. Die Süllrandverkleidungen des Cockpits sind tief und leicht nach außen geneigt für mehr Sicherheit.
Unterbringung
Es wurden zwei Innenraumaufteilungen angeboten, wobei eine spätere Anmerkung auf Versionen mit zwei oder vier Kabinen und Kojen für 6, 8 oder 10 Personen hinweist. Die Drei-Kabinen-Aufteilung bietet spiegelbildliche Doppel-Hundekojen, die riesig wirken, obwohl die Steuerbord-Hundekabine in die Pantry hineinragt. Dadurch wird die Kabine gegen das Schott gepresst, was im Heck praktisch keinen Stauraum mehr lässt und nur über mäßige Arbeitsflächen verfügt; auch die Kühlbox-Kapazität erscheint bei beiden Pantry-Layouts knapp bemessen. Es gibt zwei Nasszellen, wobei die vordere über eine Duschkabine und einen separaten Zugang von einer geräumigen Vorschiffskabine verfügt. Eine großzügige Navigationsecke, ein Salon mit einer Mittelinsel, die sechs Personen im Essbereich Platz bietet, zehn Öffnungsluken inklusive des Niedergangs und acht öffnende Rumpfblicke sorgen für gute Belüftung. Tester bezeichneten das Layout mit drei Kabinen als nahezu ideal für Familien-Fahrtensegeln mit zwei Kindern, während die achteren Doppelkabinen enorm geräumig sind.
Bekannte Schwachstellen
Die Großschot lässt sich nicht über die Radsteuerung trimmen, und die Doppelrad-Steuergeometrie führt zu Reibungsverlusten, was für ein schweres, feinfühliges Rudergefühl sorgt. Dies sind Eigenschaften des Handling, die ein Käufer am Rad selbst testen sollte, keine strukturellen Mängel. (2)
Das Fazit
Die Beneteau 473 ist eine Finot-Fahrtenyacht, die ein wenig feines Rudergefühl gegen riesigen Platz in der Plicht und Kabine, einfache Motorisierung und lebendige Leistung bei Wind eintauscht. Sie eignet sich für Familien oder Charter-Profile, bei denen Volumen und ein gemütliches Cockpit wichtiger sind als das präzise Steuern mit den Fingerspitzen.
Vorteile
- Enorme, sichere Plicht mit Doppelradsteuerung und Durchgang zum Spiegel
- Geräumige Achterkabinen und flexible Aufteilungen als Zwei-/Drei-/Vier-Kabinen-Layout
- Leichtes Manövrieren unter Motor dank Wellenantrieb und optionaler Bugstrahlruder
- Hervorragende Leistung bei starkem Wind mit über 10 Knoten Böen unter Segeln
Nachteile
- Schwergängiges, bremsendes Rudergefühl durch die Doppelrad-Konfiguration
- Großschot außerhalb der Reichweite des Steuermanns
- Kompromisshafte Pantry und minimale Kühlkapazität im Dreikabinen-Layout
- Bescheidenes Leichtwindsegel-Plan nach Beobachtungen der Tester






