Design und Konstruktion
Die 44 CC präsentiert ein modernes Profil mit kurzen Überhängen und einem sanften Vorschiffswinkel, der den Tiefgang minimiert. Ein recht hohes Freibord wird optisch durch eine breite Teak-Fußleiste entlang des Rumpfseitenbereichs abgemildert, und das Sprungdeck selbst ist angenehm und dezent. Strukturell sind die Rümpfe im Negativformverfahren aus Handauflegeglasfaser gefertigt, wobei für die Außenhaut Vinylesterharz und für die Innenschalen Polyester verwendet wurden. Die Laminate bestehen aus verschiedenen Glasfasergewebe, um Festigkeit, Kosten und Gewicht auszugleichen. Beneteau nutzte die modulare Bauweise optimal aus, wobei formgepresste Rumpf- und Decks-Innenschalen sowie ein detailliertes Gitterwerk aus Längsträgern, Bodenwrangen und Motor-/Tankhalterungen die primäre Struktur tragen, während strukturelle Klebstoffe die Komponenten verbinden – eine Methode, die als potenziell stärker als herkömmliche Befestigungen aus Glasfaser und Harz beschrieben wird. Der angegebene Tiefgang beträgt 1,79 Meter, was oft auf 5 Fuß 9 Zoll gerundet wird, anstatt der technisch genaueren Angabe von 5 Fuß 11 Zoll. (2)
Rigg und Handhabung
Zur Standardausrüstung gehörten ein Mast mit internem Rollgroßsegel und eine elektrische Fallwinsch, die das Segel auch ausrollen konnte, kombiniert mit einer elektrischen Ankerwinde – beides ist auf einem Boot dieser Größe nahezu unverzichtbar. Der sportliche Touch des Farr-Entwicklerteams zeigt sich in den Zahlen: Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 188 und ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,5 liegen genau im idealen Bereich für eine moderne Fahrtenyacht. Das Magazin Yachting Monthly beschrieb sie als schweres Boot, das erst bei spürbarem Wind in Fahrt kommt – eine Erinnerung daran, dass der moderate Segelplan und die über 23.000 Pfund schwere Verdrängung eher ruhige Brisen als flache Windbedingungen bevorzugen. Die große Mittelpflicht bietet hervorragende Sicht vom Steuerstand aus, was ein Hauptgrund für die anhaltende Beliebtheit dieses Layouts ist. (2)
Unterbringung
Es wurden zwei Innenraumaufteilungen angeboten. Die eine kombiniert zwei große Eignerkabinen, eine im Vorschiff und eine achtern; die andere platziert eine Eignerkabine achtern mit zwei Gästekabinen im Vorschiff. Die Eignersuite achtern ist bei beiden Versionen riesig und verfügt über eine Doppelkoje auf der Mittellinie, Stauraum und Kleiderschränke an Backbord und Steuerbord sowie eine große Nasszelle an Backbord mit einer kleinen Wanne oder einer akzeptabel großen Badewanne. Im Vorschiff bietet die erste Aufteilung eine Doppelkoje auf der Mittellinie mit Schminktisch, Stuhl und Kommode; die zweite nutzt eine V-Koje mit Kojen an Backbord im Durchgang, die sich zu einem Arbeitszimmer umbauen lässt. Beide Layouts teilen sich eine zweite Nasszelle im Vorschiff, einen Salon mittschiffs mit einer großen U-förmigen Sitzecke, einem Navigationstisch und zwei Korbstühlen – einer davon dient auch als Sitz für den nach achtern gerichteten Kartentisch. Die Pantry befindet sich entlang des Steuerborddurchgangs zur Achterkabine und ist gut ausgestattet, während ein Kleiderschrank direkt steuerbord des Niedergangs für die Wintergarderobe genutzt wird.
Bekannte Schwachstellen
Bei zeitgenössischen Besprechungen zeigten sich zwei spezifische Schwachstellen. Die Teak-Fußreling ist ohne eine schützende Stahl- oder Bronzeschiene ausgeführt, wodurch das Holz sehr anfällig für Schäden durch das tägliche Anlegen des Ankers ist. Zudem sind die Ruderstopper nicht an einer tragenden Struktur, sondern an recht dünnen, rein dekorativen Holzarbeiten befestigt – ein Detail, das für Eigner, die nach Jahren der Nutzung die Steuerintegrität prüfen, von Bedeutung ist. (2)
Refits und Eignerschaft
Die Hilfsmaschine war je nach Boot ein Volvo- oder Yanmar-Diesel im Bereich von 60 bis 85 PS. Die modulare Innenschalenkonstruktion und die verklebten Bauteile bedeuten, dass bei Refits das ursprüngliche Gittersystem respektiert werden muss, anstatt traditionelles Laminieren zu versuchen. Der Mast mit internem Großsegel-Rollantrieb erfordert bei jedem Rigg-Arbeiten eine sorgfältige Inspektion des Rollmechanismus. Die Mittelcockpit-Konfiguration und die großzügigen Tankkapazitäten (73 Gallonen Kraftstoff, 160 Gallonen Wasser) eignen sich für ausgedehnte Törns, und die beiden unterschiedlichen Innenraum-Layouts ermöglichen es dem Eigner, zwischen symmetrischen Eignersuiten oder einer separaten Gästewing zu wählen.
Das Fazit
Die Beneteau 44 CC ist eine durchdacht aufgeteilte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, die die Leistungswerte von Farr mit dem Serienkomfort von Beneteau verbindet. Ihre modulare Bauweise und die beiden Innenraumvarianten machen sie anpassungsfähig, doch Details wie die Gegenradverstärkung und der Ruderschutz sind bei einer gebrauchten Yacht echte Schwachstellen.
Vorteile
- Mittelcockpit-Layout mit hervorragender Ruderübersicht und einer riesigen Eignersuite achtern
- Verdrängungs-Längen- und Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnisse im idealen Bereich für moderne Fahrtenyachten
- Zwei flexible Innenraumkonzepte, einschließlich einer umbaubaren Option mit zwei Kabinen und Arbeitsraum
- Modulares Gittersystem mit verklebten Komponenten für Gewichtsbedingte Festigkeit
Nachteile
- Die Teak-Fußreling ist nicht durch eine Metallschütze geschützt und leicht beschädigbar
- Die Rudersperren sind an nicht tragenden Holzarbeiten montiert
- Der schwere Rumpf benötigt eine spürbare Brise, um gut anzulaufen











