Konstruktion und Struktur
Der Rumpf ist aus massivem GFK-Laminat mit erheblicher Dicke im Bereich von Kiel und Bilge gefertigt. Diese Boote wurden gebaut, bevor aggressives Gewichtseinsparung zum Standard wurde, sodass der Rumpf reichlich Glasfasern aufweist und eine generell konservative Struktur besitzt. Der Kiel ist bei den späteren Segelversionen ein integrierter Flossenkiel mit eingegossenem Ballast, während einige frühere Boote ein voluminöseres Unterwasserschiff haben, das zu einem anderen Profil hin übergeht. Alle Varianten nutzen ein Skeg-aufgehängtes Ruder, was sich für Langstreckenfahrten eignet und hervorragenden Schutz bietet. Die Decks sind typischerweise aus GFK mit Sperrholz- oder Balsaholzkern als Flachplatten. Die Püttinge bestehen meist aus Edelstahlstäben, die an soliden Schotten oder strukturellen Knien im Rumpf verbolzt sind, anstatt vollständig in die Struktur eingegossen zu sein.
Rigg und Handhabung
Die Gulfstar 44 ist als Masttoppslup oder Ketsch getakelt. Der Großmast misst typischerweise 54 Fuß im Vorliek (I), 17 Fuß an der Vorliek-Basis (J), 47 Fuß am Großsegeltopp (P) und 15 Fuß am Großschot-Fußpunkt (E). Die Variante mit Sailmaster-Rigg hat oft einen geringeren Tiefgang und setzt mehr auf Komfort beim Motoren als auf Segelleistung, was sie zu einer besonderen Stellung innerhalb der Modellreihe macht. Die Kombination aus Skeg-aufgehängtem Ruder und integriertem Flossenkiel sorgt für ein berechenbares Steuerverhalten und hervorragenden Schutz auf See.
Unterbringung
Das Mittelcockpit-Layout ist ein wesentlicher Bestandteil der Attraktivität der Gulfstar 44. Es ermöglicht eine großzügige Achterkabine mit einer richtigen Doppelkoje, gutem Stauraum und einer gewissen Privatsphäre. Im Vorschiff findet man in der Regel einen Salon mit einer L-förmigen Sofakoje und einem Tisch auf einer Seite sowie einer geraden Sofakoje auf der anderen Seite, plus einer Vorschiffskabine mit einer V-Koje. Einige Layouts umfassen eine zweite Nasszelle im Vorschiff, was für Gäste sehr praktisch ist. Die Pantry befindet sich meist unter Deck und an einer Seite nahe dem Niedergang, mit reichlich Arbeitsfläche und Platz für eine ausgiebige Proviantaufnahme. Die Stehhöhe ist überall großzügig und die Breite zieht sich bis weit in die Enden, was das Innere sehr geräumig wirken lässt. Das Cockpit selbst ist meist als Mittelcockpit ausgeführt, mit einem tiefen Wellenbereich und hohen Süllranden, die sich auf See sicher anfühlen. Die meisten Boote wurden mit Aluminiumrahmen für klappbare Luken und festen Fenstern, die in die Kajütsseiten eingelassen sind, ausgeliefert.
Das Fazit
Die Gulfstar 44 ist eine gut durchdachte Mittelcockpit-Fahrtenyacht mit einem extrem robust gebauten GFK-Rumpf und einem geschützten Skeg-aufgehängten Ruder. Sie richtet sich an Paare oder Familien, die anspruchsvolle Küsten- oder Offshore-Törns unternehmen wollen. Die Aufteilung nutzt die Breite und das Volumen des Mittelcockpits intelligent aus, während die konservative Struktur die Bauphilosophie vor der Gewichtseinsparungsära widerspiegelt.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit viel Glas im Kiel- und Bilgenbereich für eine konservative Struktur
- Skeg-aufgehängtes Ruder bei allen Varianten sorgt für hervorragenden Schutz und Hochseetauglichkeit
- Mittschiffs-Konstruktion ermöglicht eine private Achterkabine mit einer richtigen Doppelkoje
- Großzügige Stehhöhe und Breite, die bis zu den Enden durchgezogen wird, für ein geräumiges Raumgefühl
- Püttinge sind an der soliden inneren Struktur verbolzt und nicht eingegossen (1)
Nachteile
- Frühere Rümpfe haben im Vergleich zu späteren Segelversionen ein volleres Unterwasserschiff
- Die Sailmaster-Variante opfert Segelleistung zugunsten von Komfort unter Motor und geringerem Tiefgang









