Design und Konstruktion
Das Lastenheft von Primrose sah eine leichte Fahrtenyacht mit sehr großer Breite vor, um sowohl Stabilität als auch maximale Wohnlichkeit zu bieten – und die Zahlen bestätigen dies: rund 18.150 lbs Verdrängung bei einer Breite von 13 Fuß 4 Zoll und 6.680 lbs Eisenballast. Der breite Rumpf war damals in Europa ungewöhnlich, wo schmale Rümpfe den Markt dominierten. Er sorgte dafür, dass sich die 39 unter Deck riesig anfühlte, während sie an Deck mit einer Länge über alles von 38 Fuß 6 Zoll und einer Wasserlinienlänge von 32 Fuß 6 Zoll handhabbar blieb. In einem Artikel auf boats.com wiesen Rezensenten auf das markante Mittelcockpit-Layout und das breite Rumpfdesign als prägende äußere Merkmale hin. Derselbe Quelle sei der zusätzliche Breite zuzuschreiben, dass das Boot eine große Crew und deren Ausrüstung für ausgedehnte Törns problemlos aufnehmen kann. (1)
Rigg und Segelplan
Die 39 ist eine Masttoppslup mit einem 300 Quadratfuß großen Großsegel und einer 555 Quadratfuß großen Arbeitsgenua, wobei auch eine 295 Quadratfuß große Arbeitsfock im Angebot steht. Die Segelfläche unterstützt den Charakter des leichten Rumpfes als schnelle, geräumige Fahrtenyacht und weniger als schweres Wetterboot. Ein 47 PS starker Thornycroft T108 Diesel treibt einen Wellenantrieb an. In der gesamten Moody-Serie dieser Periode galten diese Thornycroft-Motoren als robust und langlebiger als viele zeitgenössische Modelle – ein wichtiger Aspekt für ein Boot, das heute bereits Jahrzehnte auf dem Wasser steht. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Sprung vom 33 sofort spürbar. Der geräumige Salon liegt vor dem Mittelcockpit und beherbergt eine U-förmige Sitzecke, die sich zu einer Doppelkoje umbauen lässt; gegenüber befinden sich der Kartentisch, die Pantry und der Durchgang nach achtern. Dieser Durchgang führt unter Deck zur Eignerkabine – einer echten Doppelkoje mit deutlich größerer Stehhöhe als beim 33 – sowie zu einer eigenen Nasszelle mit WC und Dusche, einem Schminktisch, einem Kleiderschrank und Stauraumschränken. Zwischen dem Salon und der Vorschiffskabine liegt eine zusätzliche Kabine mit zwei Kojen, großzügigem Steh- und Stauraum sowie einer eigenen, geräumigen Nasszelle. Vor dem Salon an Backbord befindet sich eine Gästekabine mit zwei Kojen und einer Schiebetür, während sich gegenüber eine zweite Toilette/Dusche befindet. Die Bugkabine bietet zwei Kojen, die sich zu einer Doppelkoje umbauen lassen. Das Gesamtbild, so boats.com, ist das eines Bootes, das riesig wirkt und problemlos eine vollständige Crew vor Anker beherbergen kann. (1)
Abstammung und Nachfolger
Die Produktionszeit der 39 war kurz, aber einflussreich. Die Moody 40, die Ende 1978 auf den Markt kam, basierte direkt auf der 39 und übernahm ein überarbeitetes Layout des Achterkajüts für mehr Platz sowie eine modifizierte Cockpit-Anordnung, bevor diese Rekordserie endete. Die 39 stellt somit das geräumige Herzstück der Moody-Generation mit Mittelcockpit von Primrose dar, bevor Bills spätere Entwürfe die Marke voranbrachten.
Das Fazit
Die Moody 39 ist eine Fahrtenyacht mit kompaktem Volumen, die für das Wohnen an Bord und das Fahrtensegeln mit der Familie weit über ihre Länge von 38 Fuß 6 Zoll hinausragt. Primrose’ breiter Rumpf mit geringer Verdrängung und das Mittelcockpit-Layout schufen ein Layout mit drei Kabinen und einer Eignerkabine mit eigener Nasszelle, was für seine Zeit außergewöhnlich war. Der Thornycroft-Diesel bietet den Käufern eine bewährte, langlebige Antriebsstrang. Die kurze Produktionszeit sorgt für Seltenheit, aber die 82 gebauten Boote teilen ein durchdachtes, gelungenes Design.
Vorteile
- Außergewöhnlich geräumiges Innenraum-Layout mit drei Kabinen und einer eigenen Eignerkabine im Achterschiff
- Breiter Rumpf mit geringer Verdrängung, was für Mitte der 1970er Jahre in Europa ungewöhnlich war
- Robuster Thornycroft-Diesel mit hervorragender Langlebigkeit
- Direkte, größere Weiterentwicklung der bewährten Moody 33-Linie
Nachteile
- Nur 82 gebaut (1975–1978), daher begrenzte Verfügbarkeit
- Die Mittelcockpit-Konfiguration passt nicht zu allen, die Zugang zum Achtercockpit wünschen







