Design und Konstruktion
Der 4.6 basiert auf dem Bali-Entwurf, der maßgeblich zur Neudefinition des Fahrtenkatamarans beigetragen hat: ein steifes Verbundstoff-Vordeck ersetzt das traditionelle Trampolin, und eine offene Raumaufteilung versteht das Boot als ein zusammenhängendes Wohnvolumen statt als Ansammlung separater Kabinen. Die Innenausstattung ist das Werk von Piaton Berco, die für die Ästhetik der Kajüte verantwortlich war, während Faÿ die Rümpfe geformt und Poncin die Gesamtgestaltung leitete. Catana baute die Modellreihe im Vakuuminfusionsverfahren aus GFK mit einem geschlossenzelligen PVC-Schaumkern anstelle von Balsa. Jeder Bali trägt die massive Vordeck-Balkenwurzel und die hochklappbare Hecktür, die Salon und Cockpit auf einer Ebene vereint. Das Leergewicht des 4.6 beträgt 30.567 Pfund, erhöht sich bei maximaler Zuladung auf 45.578 Pfund, und er ist je nach Revier CE-zertifiziert für 12 (A), 16 (B), 24 (C) oder 38 (D) Personen. (1)
Rigg und Handhabung
Der Standard-Segelplan umfasst 1.248 Quadratfuß, was sich am Wind auf maximal 1.679 Quadratfuß vergrößern lässt, wenn die Segelfläche voll ausgeschlagen wird. Multihulls World nahm den 4.6 für einen Testsegelgang vor Canet-en-Roussillon bei leichter See und einem Nordwestwind von 15 Knoten mit. Diese Bedingungen zeigten das Boot in seinem vorgesehenen Einsatzbereich im Mittelmeer und nicht bei einem Sturmtest. Die Kimmkiel-Rümpfe mit einem Tiefgang von 4 Fuß 2 Zoll ordnen das Boot fest in die Tradition der Freizeitkatamarane ein: flach genug für Ankerplätze, schwer genug belastbar, um ruhiges Steuern anstelle von sportlicher Crewarbeit zu belohnen. (2)
Unterbringung
Das Ziel von Bali war stets mehr Raum bei gleicher Segelfläche, und die 4.6 erfüllt dies durch das starre Vordeck und den über die gesamte Breite reichenden Salon, der durch die garageartige Tür mit der achteren Plicht verbunden ist. Der Innenraum von Piaton Berco orientiert sich eher an Wohnkomfort als an klassischer Marineästhetik – ein Konzept, das zu einem Boot passt, das für Familien und Charterflotten konzipiert ist, die Wert auf einfache Bewegungsfreiheit und ein einziges, von Bug bis Heck nutzbares Gesellschaftsdeck legen. Mit einer nutzbaren Decksfläche von 1.026 Quadratfuß und einer Breite von 25 Fuß gehört die 4.6 zu den geräumigsten 46-Fuß-Yachten auf dem Markt. Das Konzept des offenen Raumes wurde von Multihulls World dafür gelobt, die bisherigen Annahmen des Marktes bezüglich Zugänglichkeit und Wohnlichkeit komplett durcheinandergebracht zu haben. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die bereitgestellten Quellen nennen keine konkreten strukturellen oder mechanischen Mängel beim 4.6. Was die angegebenen technischen Daten jedoch belegen, ist der Konstruktionscharakter, der spezifische Bedingungen mit sich bringt: Das starre Vordeck eliminiert das offene Gitter, durch das Wasser eindringen könnte, und die klappbare Heckklappe ist ein schweres bewegliches Teil in einer salzhaltigen Umgebung. Keines dieser Probleme wird in den bereitgestellten Fakten quantifiziert, weshalb ein Käufer sie als inhärent zum Konzept und nicht als dokumentierte Defektquote betrachten sollte.
Das Fazit
Die Bali 4.6 ist ein durchdacht weiterentwickelter Nachfolger der 4.5, der das ursprüngliche Konzept des Entdeckerschiffs gegen eine ausgereifte, auf Platzangebot ausgerichtete Fahrtenyacht eintauscht, die ihre Catana- und Poncin-Abstammung offen zur Schau stellt. Die Rumpflinien von Faÿ und die Interieurs von Piaton Berco machen sie zu einer komfortablen, zugänglichen Plattform für Familien und Charterbesatzungen. Die für das Boot typische starre Aufteilung des Rigg-Plans ist jedoch auch die Quelle seiner wenigen konzeptionellen Schwachstellen.
Vorteile
- Faÿs Rumpfdesign mit schlanken, geraden Bugen und eleganten Linien
- Starke Vorpiek und das offene Layout bieten ein außergewöhnliches nutzbares Volumen
- Nachfolger der bewährten Bali 4.5-Linie von 2014 aus dem Bau von Chantier Catana
Nachteile
- Das schwere, hochklappbare Achterdecksschott und das feste Vordeck sind inhärente Verschleiß- und Wassereintrittspunkte
- Der für den Charterbetrieb ausgelegte offene Plan opfert die Tradition einer geschützten, separaten Plicht




