Design und Konstruktion
Die Gillmer Seawind verfügt über einen Langkiel mit einem am Spiegel aufgehängten Ruder, wodurch die Agilität im engen Raum zugunsten der Kursstabilität geopfert wird. Der Rumpf ist aus massivem, handaufgelegtem GFK mit extrem dicken Laminaten im Bilgenbereich gefertigt. Bleiballast ist in das Kiellaminat eingegossen und einlaminiert, wodurch externe Kielbolzen überflüssig werden. Die Rumpf-Deck-Verbindung nutzt nach außen gewölbte Flansche, die in 5-Zoll-Abständen durchgebolzt sind, mit Dichtmasse innen einlaminiert und von einer Aluminium-Bügelradkante abgedeckt werden. Schotten sind direkt mit dem Rumpf laminiert. Für das Deck wurde ein Balsakern verwendet. (1)
Rigg und Handhabung
Die originale Seawind war in erster Linie ein Ketsch. Das Vorsegeldreieck hat eine Fläche von 217,93 Quadratfuß bei einer Rahhöhe von 35'7" und einer Basis von 12'3"; Großsegel 206,90 Quadratfuß; Besan 85,76 Quadratfuß. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 15,38, das Verdrängungs-Längen-Verhältnis bei 387,52, der Ballast-Verdrängungs-Verhältnis bei 34,0 %, das Kenterungsverhältnis bei 1,62 und die Komfort-Ratio bei 36,91 – eine schwere, steife Fahrtenyacht, die nicht für Geschwindigkeit gebaut wurde.
Unterbringung
Boote aus dem Baujahr vor 1979 haben Formica-Furnier im Holzoptik-Look; spätere Modelle haben Naturholz-Ausbauten. Das Baujahr gibt die Ausstattung vorher.
Bekannte Schwachstellen
Das Deck mit Balsakern ist die größte Schwachstelle: Undichtigkeiten an den Durchführungen im Deck lassen den Kern von innen verrotten, ohne dass es äußerlich sichtbar wird. Da der Ballast einlaminiert ist, erfordert eine Reparatur nach einem Kielunfall das Aufschneiden des Laminats, anstatt nur Bolzen zu ziehen.
Refits und Eignerschaft
Spätere Boote erhielten Inneneinrichtungen aus Naturholz ohne strukturelle Veränderung. Der Zeitraum von zwanzig Jahren führt zu denselben Linien, die sich nur in der Ära des Trims unterscheiden.
Das Fazit
Eine konservative Ketsch, die Sicherheit des Ballasts über Geschwindigkeit stellt – mit dem Haken des Balsadecks.
Vorteile
- Einlaminierte Bleiballast, keine externen Bolzen
- Robustes Rumpflaminat im Bilgenbereich
- Kursstabilität durch Langkiel
- Klare Unterscheidung zwischen frühem und spätem Innenraum
Nachteile
- Rott im Balsadeck bei undichten Beschlägen
- Kielreparatur erfordert Laminatschneiden









