Design und Konstruktion
Während der Rumpf der vorherigen Pure-Reihe seine Breite relativ weit nach vorn trug, wurde die Rumpfform der X4³-2 neu gestaltet, um die maximale Breite weiter nach achtern zu verlagern. Dies führt zu einem breiteren Spiegel und Cockpit sowie zu einem breiteren Achterschiff mit einer weichen Knickspant-Kimm. Die Kimmstriche im Achterschiff enden deutlich höher als zuvor – eine Änderung, die die Stabilität bei Krängung erhöhen und bei leichtem Wind die benetzte Fläche minimieren soll. Strukturell ist der vakuuminfundierte, nachgehärtete Epoxidrumpf mit Schaumkern ausgestattet, mit vollverklebten strukturellen Schotten und einem Kollisionsschott im Vorschiff. Der Ballastbolzen besteht aus Blei, das mit Kielbolzen und Harz auf einem gusseisernen Flossenkiel befestigt ist. Der gesamte Kiel ist mit Glas und Epoxid überzogen; die Lasten von Rigg und Kiel werden durch ein in den Rumpf integriertes, verzinktes Stahlrohrgeflecht aufgenommen. Ein Standard-Torpedobulbkiel mit 7 Fuß 3 Zoll Tiefgang wird angeboten, wobei auch tiefere und flachere Alternativen verfügbar sind. Mit einer Länge über alles (LOA) von 43 Fuß 5 Zoll (41 Fuß 7 Zoll über dem Wasserlinienrand), einer Breite von 13 Fuß 1 Zoll, einer Verdrängung von 20.723 Pfund und einem Ballast von 8.157 Pfund liegt das Boot fest in der Gewichtsklasse der Performance-Cruiser, ohne auf Volumen zu verzichten.
Rigg und Handhabung
Vorne ermöglicht ein längerer integrierter Bugspriet größere Segel auf raumen Kursen, und der Standard-Aluminiummast steht auf 66 Fuß 6 Zoll – mit einem optionalen Carbonmast, der noch höher ist für Segler, die maximale Leichtigkeit auf raumen Kursen suchen. Das Rigg ist etwas höher als bei der Vorgängergeneration, was die Leichtwindleistung verbessert. Ein im Mittschiffslinien liegendes Achterstag mit hydraulischer Spannung hält den Trimm präzise, während eine Batterie aus sechs gut dimensionierten Harken Performa-Winschen – eine davon elektrifiziert für das Großfall – die 1.076 Quadratfuß Segelfläche bedient. Im Cockpit befinden sich zwei Steuerräder hinter einem Traveller für das Großsegel über die gesamte Schiffsbreite, der mit einer deutschen Schotführung ausgestattet ist, die von beiden Steuerständen aus bedienbar ist. Probefahrer stellten fest, dass das Boot bereits bei einem scheinbaren Wind von nur 30 Grad sehr gut anspringt und dabei mehr als 7 Knoten bei einer scheinbaren Brise von 18 Knoten lief. Bei nur 32 Grad war sie bereits mit über 8 Knoten voll durchgepufft. Auf Abfahrtkursen mit abnehmendem scheinbaren Wind kletterte sie auf bis zu 9 Knoten, und auf raumen Kursen unter reiner Arbeitssegelbesegelung erreichte sie bei nur 8 Knoten scheinbarem Wind problemlos 6 Knoten. Die Leute von X-Yachts haben sich viel Mühe beim Formen des Ruders gegeben, und es merkt man: Das Ruder fühlte sich sehr feinfühlig an mit hervorragender Rückmeldung. (1)
Unterbringung und Cockpit
Die größere Plicht verfügt über einen höheren Boden, um die Stehhöhe über den Achterkojen zu erhöhen, wobei hohe Sülls die Sitze umrunden und vor Wetter schützen. Ein sehr solider, für Regatten abnehmbarer Tisch bildet den Mittelpunkt des sozialen Bereichs, ohne die Dualität des Bootes zu beeinträchtigen. Unter Deck bleibt die Aufteilung im Vergleich zum Vorgänger relativ unverändert; eine bewährte Innenraumaufteilung wird beibehalten, während das Deck und der Rumpf überarbeitet wurden. Der Spiegel ist offen, mit einer schmalen, klappbaren Badeplattform darunter, die den nutzbaren Raum achtern für Schwimmen oder den Zugang zur Beiboot-Hilfsdüse vergrößert.
Ausrüstung und Antrieb
Ein Yanmar-Motor mit 45 PS und Saildrive sorgt für den Hilfsantrieb, kombiniert mit einem 53-Gallonen-Dieseltank und einer Wasserkapazität von 90 Gallonen für ausreichend Reichweite bei Küstentörns und Blauwasserfahrten. Der offene Spiegel mit seiner klappbaren Plattform, dem Traveller über die gesamte Breite und dem abnehmbaren Tisch spiegeln einen Decksplan wider, der sowohl das Einhandsegeln als auch entspanntes Fahrtensegeln ermöglicht. Die Ausstattung mit sechs Winschen und einem Backstag auf Mittellinie ist hochwertige Segeltechnik – kein Kompromiss für leichte Fahrtenyachten.
Das Fazit
Die X4³-2 ist ein absolut neues Boot, kein umbenannter Vorgänger, und präsentiert sich als selbstbewusstes Design der zweiten Generation der Pure-Reihe. Die höheren Kimmkanten im Achterschiff, das höhere Rigg und der längere Bugspriet sind gezielte Upgrades, die den Leistungsumfang des Bootes erweitern, ohne die unter Deck bereits von Eignern gelobte Aufteilung zu verändern. Die Bauweise ist gründlich – vom nachgehärteten Epoxid-Schaumkern-Rumpf über die vollverklebten Schotten bis hin zum Glas-Epoxid-Kielanstrich.
Vorteile
- Völlig neue Formen und Rumpfkonstruktion mit weiter nach achtern verlagertem Querschnitt für mehr Volumen und Stabilität sowie neu gestalteter Rumpfform
- Höherer Mast und längeres Bugspriet erweitern die Segelfähigkeit bei Leichtwind und auf raumen Kursen
- Schaumkern-Rumpf aus vakuuminfundierter Epoxidharz-Konstruktion mit Schott zur Vermeidung von Schäden bei Kollisionen und laminierte Struktur
- Starke Leistung am Wind und auf raumen Kursen unter Testbedingungen; besser als das Einschneiden auf unter 7 Knoten Wind (2)
Nachteile
- Der serienmäßige Aluminiummast wirkt im Vergleich zum optionalen, höheren Carbon-Rigg eher bescheiden
- Breitere Achtersektionen und ein höherer Boden verändern das Profil des älteren Bootes für Traditionalisten






