Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus massivem GFK gefertigt, und der Kiel ist aus Blei – eine einfache, reparierbare Struktur ohne teuflischen Kern, der verrotten könnte. Das Kenterungsverhältnis von 1,92 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 189, was sie zu einer moderaten Regattayacht macht, bestätigen dies aus verschiedenen Blickwinkeln: Dieses Boot wurde gebaut, um sein Rigg und seine Crew durch das Wetter zu tragen, anstatt darin zu sprinten. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 7,3 Knoten, und die Verdrängung pro Zoll von etwa 1.105 Pfund bedeutet, dass sie schwer auf dem Wasser liegt und ihren Trimm nur langsam ändert, wenn sich die Last verändert. Mit einem Tiefgang von 6,40 bis 6,70 Fuß je nach Beladung ist sie ein reines Hafenboot für große Marinas und wird nicht in die flachen Ecken passen, die ein Schwertboot erreichen könnte.
Rigg und Handhabung
Die 360 ist als 7/8-Slup getakelt und weist nach den Zahlen einen größeren Segelplan auf als zwei Drittel vergleichbarer Boote – im Vergleich der Referenzdatenbank etwas übertakelt. Mit dem ISO-Referenzsegel beträgt ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 19,0; setzt man eine 135-prozentige Genua, steigt dieser Wert auf 22,1 – ein spürbarer Sprung, der das größere Vorsegel bei mehr Wind belohnt, das allein das 7/8-Großsegel nicht ausreichen würde zu bedienen. Der Relative Speed Performance-Index von 76 und die Einstufung als moderater Regattaboot deuten darauf hin, dass sie für ihr Gewicht schnell ist, ohne nervös zu werden. Das stehende und laufende Gut sind großzügig dimensioniert: Alle drei Fallen haben eine Länge von 36,2 Metern mit 12 mm, die Großschot misst 27,8 Meter mit 14 mm und die Genuaschoten sind 11,1 Meter mit 14 mm lang – ein Rigg, das eher für die Langlebigkeit beim Fahrtensegeln ausgelegt ist als für maximale Agilität an der Startlinie. (1)
Unterbringung
Eine Pantry und eine Nasszelle gehören zur Standardausstattung der 360 – das absolute Minimum für das Leben an Land und auf See. Das Interieur muss vor Ort auf dem Wasser beurteilt werden, nicht auf dem Papier. Sie wurde als echte Fahrtenyacht mit den entsprechenden Systemen konzipiert, nicht als Regattaboot für Tagestouren mit einer chemischen Toilette unter der V-Koje.
Bekannte Schwachstellen
Der tiefe Flossenkiel schränkt sie auf tiefere Häfen ein, und der GFK-Rumpf bedeutet, dass Schäden durch Kollisionen eher lokal begrenzt bleiben als zu einer Delamination des Sandwichkerns führen. Der etwas überdimensionierte Segelplan belastet die Püttinge und Decksbeschläge stärker als bei einem leicht besegelten 36-Fuß-Boot.
Refits und Eignerschaft
Mit unter 100 gebauten Booten und einer Produktion, die auf mehr als eine Werft verteilt ist, ist die 360 ein Boot einer kleinen Klasse, deren Eigner sie meist sehr lange behalten. Die benetzte Fläche von 35 Quadratmetern (376 Quadratfuß) ist eine entscheidende Größe für Eigner – das ist der Betrag, den Sie zahlen müssen, um das Boot im Zyklus, den Ihr Revier erfordert, zu kranen, zu säubern und neu zu lackieren. Der geschätzte 30-PS-Diesel und die Einheitsantriebsstrang sind für 11.000 Pfund bescheiden, und jeder Käufer sollte den Motor eher als langlebiges Bauteil denn als jüngsten Upgrade betrachten, es sei denn, dies ist dokumentiert.
Das Fazit
Die Wasa 360 ist eine durchdacht proportionierte schwedische Renn- und Fahrtenyacht: schwer genug, um komfortabel und sicher zu sein, stark genug aufgetakelt, um sie voranzubringen, und aus massivem GFK gebaut, das sich berechenbar verhält. Sie ist keine Explorerin mit geringem Tiefgang und kein Leichtgewicht unter den Regattabooten, aber innerhalb ihres Tiefgangsrahmens ist sie ein seetüchtiges, gut ausgestattetes 36-Fuß-Boot aus einer kleinen, aber ernsthaften Klasse.
Vorteile
- Steifer, komfortabler Rumpf mit hoher Ballast-Verdrängungs-Verhältnis und belegtem Komfort-Rating
- Solide GFK-Konstruktion mit Blei-Flossenkiel – keine Sandwichstrukturen, die versagen können
- Leicht übertakelte 7/8-Slup belohnt eine 135 % Genua mit spürbarem Leistungsgewinn
- Großzügige Strecke der Fallen und Schoten spricht für ein langlebiges Fahrtenrigg
Nachteile
- Der große Tiefgang (2,5–2,0 m) beschränkt sie auf größere Marinas
- Unter 100 Einheiten gebaut über mehrere Werften – geringe Klassenunterstützung und schwierige Ersatzteilverfügbarkeit
- Für die Verdrängung eher bescheidene Dieselleistung geschätzt






