Design und Konstruktion
Der Rumpf der 370 ist aus massivem GFK gefertigt – eine Materialwahl, die die Wartung im laufenden Betrieb für den Eigner auf ein Minimum beschränkt. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,29 macht sie schlanker als 58 Prozent vergleichbarer Segelboot-Konstruktionen. Es scheint, als habe Södergren diese Schmalheit genutzt, um eine etwas schnellere Rumpfform zu entwickeln. Der Bulbkiel zieht den Schwerpunkt nach unten, was das aufrichtende Moment erhöht und den Tiefgang je nach Beladung bei etwa 1,85 bis 1,95 Metern hält. Diese Kombination aus Flossenkiel und Bulbkiel tauscht etwas Kursstabilität gegen eine spürbar bessere Manövrierfähigkeit ein, als es ein Boot mit Langkiel bieten würde. Der Ballastanteil liegt bei 40 Prozent der Verdrängung – 5.512 Pfund Blei – ein Wert, der höher ist als bei 54 Prozent ähnlicher Konstruktionen, und reicht aus, um ihr eine überdurchschnittliche Krängungssteifigkeit zu verleihen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Swedestar 370 ist mit einem 7/8-Rigg ausgestattet, das eine Segelfläche von 69 Quadratmetern für Großsegel und Fock bietet. Kleinere Vorsegel erleichtern das Wenden erheblich – ein echter Vorteil beim Fahrtensegeln wie beim Regattasegeln. Auf raumen Kursen sind jedoch meist Gennaker oder Spinnaker erforderlich, um das Boot effizient unterwegs zu halten. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 21,0 im Vergleich zum ISO-Referenzsegel und bei 24,5 mit einer 135-prozentigen Genua. Das bedeutet, dass sie bei leichtem Wind schneller ist als 90 Prozent aller ähnlichen Boote. Das Rigg selbst ist im Vergleich zu 85 Prozent ihrer Konkurrenz deutlich übertakelt. Ein Kenterungsverhältnis von 1,89 deutet darauf hin, dass sie allein auf dieser Grundlage die Standardformeln für Hochseeregatten erfüllen würde. Der Flossenkiel verleiht ihr mehr Agilität als ein Langkiel, sorgt aber für eine weniger stabile Kursstabilität – ein Kompromiss, den jeder Käufer vor dem Kauf selbst auf dem Wasser testen sollte. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die 370 mit fünf Kojen ausgestattet und verfügt über 68 Gallonen Frischwasser. Das sind die einzigen dokumentierten Fakten zur Unterbringung, aber sie zeichnen ein Boot, das für längere Törns mit einer kleinen Crew oder Familie gebaut wurde, ohne die Tankanforderungen einer schwereren Fahrtenyacht zu haben. Die Wasserkapazität von 260 Litern wird durch einen 26-Gallonen-Dieseltank ergänzt, um Küsten- und moderate Offshore-Passagen zu unterstützen, nicht jedoch unbegrenzte Unabhängigkeit.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige betriebliche Einschränkung, die erwähnt werden sollte, ist der Tiefgang. Da ihr Kiel mit Crew und Ausrüstung an Bord etwa 1,80 m erreicht, kann das Boot nur große Marinas nutzen. Dies schränkt den Liegeplatz oder das Auskranen ein. Diese Tiefgangsbeschränkung ist die einzige bekannte Einschränkung im Betrieb. (1)
Das Fazit
Die Swedestar 370 ist eine durchdacht proportionierte skandinavische Regatta-/Fahrtenyacht. Södergren verlieh ihr einen schlanken, mäßig schnellen Rumpf und ein Ballastverhältnis, das sie aufrecht hält – besser als die meisten Konkurrenzmodelle. Während das 7/8-Rigg und der großzügige Segelplan sie bei leichtem Wind wirklich schnell machen, sorgt der Bulbkiel für einen moderaten Tiefgang bei nur sechs Fuß Antriebsfläche. Dieser Tiefgang schränkt sie jedoch weiterhin auf größere Häfen ein. Sie ist ein Boot für Segler, die Agilität und Leichtwindleistung über anonyme Stabilität stellen.
Vorteile
- Das 7/8-Rigg macht das Wenden einfach und belohnt sowohl Fahrtensegler als auch Regattasegler gleichermaßen
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis schlägt 90 Prozent der ähnlichen Konstruktionen bei leichtem Wind
- Der Ballastanteil von über 54 Prozent im Vergleich zu Gleichaltrigen sorgt für eine überdurchschnittliche Krängungswiderstandsfähigkeit
- Der solide GFK-Rumpf erfordert nur minimale saisonale Pflege
- Das Kenterungsverhältnis liegt über dem Grenzwert für Hochseeregatten
Nachteile
- Der Tiefgang von 1,85–1,95 m beschränkt sie auf große Marinas
- Der Flossenkiel tauscht Kursstabilität gegen Manövrierfähigkeit ein
- Für optimale Leistung vor dem Wind ist ein Gennaker oder Spinnaker erforderlich





