Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind als Sandwichbauweise aus handaufgelegtem GFK mit Balsaholzkern gefertigt, eine Methode, die laut der ursprünglichen Prüfung zusätzliche Isolierung zwischen den Schichten bietet. Der Bleiflossenkiel trägt 5.556 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 12.125 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 45,8 Prozent, das der 36 einen sicheren Stand verleiht, ohne sie in die Kategorie schwerer Fahrtenyachten zu stufen. Es wurden zwei Tiefen für den Flossenkiel angeboten: eine tiefere Flosse mit einem Tiefgang von etwa 6,2 bis 6,5 Fuß je nach Beladung, was den Einsatz auf großen Marinas einschränkt, und eine flachere Flosse mit rund 5,4 bis 5,7 Fuß, die den Zugang zu den meisten Hafeneinfahrten ermöglicht. Die Breite von 10 Fuß 8 Zoll und die Wasserlinienlänge von 28 Fuß 2 Zoll ergeben ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,34 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 241, ein Wert, der sie eher zu moderaten Regattayachten als zu reinen Rennern oder schwerfälligen Langstrecken-Fahrtenyachten einstuft. (1)
Rigg und Handhabung
Die 36 wurde entweder mit einem 7/8-Rigg oder einer alternativen 7/8-Takelung angeboten. Unter dem Referenzsegel nach ISO 8666 beträgt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 18,8, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 21,7 steigt. Das verleiht ihr mehr Rigg als 62 Prozent vergleichbarer Segelboote, und die relative Geschwindigkeit von 76 Knoten gegenüber einem theoretischen theoretischen Maximalwert für Verdrängerrümpfe von 7,1 Knoten zeigt, dass sie für schnelle Bewegungen gebaut ist. Ein Flossenkiel und ein direktes Rudergefühl sorgen für die Manövrierfähigkeit, die man von diesem Bootstyp erwartet. Das Kenterungsverhältnis von 1,87 und eine Komfort-Ratio von 25,7 zeichnen ein Boot, das stabil genug für Küstenfahrten ist, aber dennoch agil reagiert. Mit einem Stabilitätsgrad von etwa 1.058 Pfund pro Zoll zeigt sich, wie das Boot im Wasser liegt, wenn sich die Last verändert.
Unterbringung und Antrieb
Unter Deck ist der Innenraum mit Teakholz ausgestattet – der damals übliche Standard –, und die Wassertanks mit 26 Gallonen sowie die Dieseltanks mit 19 Gallonen (letztere aus Edelstahl) eignen sich eher für Wochenenden und kurze Küstenfahrten als für die Autarkie auf Blauwasserrevieren. Der Volvo Penta MD 2002S, ein 18 PS starker Dieselmotor mit Saildrive, sorgt für eine erreichte Geschwindigkeit von 7,0 Knoten, was im Wesentlichen der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit entspricht. Die benetzte Fläche von 355 Quadratfuß ist für die Länge moderat und verhindert, dass das Boot bei Wind träge wird.
Bekannte Schwachstellen
Der wichtigste Punkt ist, dass die 36 teilweise als selbstzubauender Bausatz verkauft wurde. Daher variiert die Verarbeitungsqualität von Rumpf zu Rumpf, und ein Käufer kann nicht mit der Präzision einer Werft rechnen. Der Balsakern sowohl im Rumpf als auch im Deck ist das andere Achtungsglied: Jede Beschädigung des Gelcoats oder der Befestigungselemente, durch die Wasser in den Kern eindringt, führt zu lokaler Fäulnis, die an der Oberfläche unsichtbar bleibt, bis sie sich ausbreitet.
Eigentümer-Hinweise
Mit weniger als 100 gebauten Einheiten und einer Einstellung der Produktion im Jahr 2003 ist die 36 eine kleine Klasse. Die Södergren-Designlinie und die Praxis des Werften für Sandwichbauweise verleihen ihr ein markantes Profil, aber da die Boote meist selbst fertiggestellt werden, ist die Wartungshistorie jedes einzelnen Bootes wichtiger als die Marke.
Das Fazit
Die Finngulf 36 ist eine gut durchdachte, moderat getakelte Regattayacht mit angenehmen Segeleigenschaften und einer praktischen Flachkiel-Option. Sie wird nur durch die mangelnde Konsistenz der Bausätze und das chronische Risiko von Feuchtigkeit im Balsakern geschmälert.
Vorteile
- Hoher Rigg für die Größe, übertrifft die meisten ähnlichen Boote bei der Segelfläche
- Bleiballast und moderate Verdrängung sorgen für einen schnellen, stabilen Rumpf
- Option mit Flachkiel erweitert den Zugang zu Marinas
- Isolierte Sandwich-Konstruktion stabilisiert das Kabinenklima
Nachteile
- Die Eigenbautradition führt zu einer variablen Bauqualität
- Rumpf und Deck mit Balsakern sind anfällig für unsichtbare Wassereinbrüche
- Die geringe Stückzahl begrenzt die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und den Wiederverkaufswert






