Design und Konstruktion
Der Rumpf der 390 trägt die unverkennbare Handschrift der International Offshore Rule-Ära, obwohl dieses Messsystem bereits verschwand, als das erste Boot 1991 zu Wasser gelassen wurde. Das Design zeigt übertriebene Kurven und feine Spantenenden, eine große Breite mittschiffs und einen Heckspiegel im „Scoop“-Stil, der seitdem auf Fahrtenyachten Standard geworden ist. Mit einer Breite von 12 Fuß 9 Zoll bei einem 39-Fuß-Rumpf nähert sich das Verhältnis von Breite zu Länge (B/L) dem Wert 1:3, was das Boot innen und an Deck größer wirken lässt, als es seine Länge vermuten lässt. (1)
Sweden Yachts baute die 390 in massivem GFK für Rumpf und Deck, mit einem Bleiballast von 6.944 Pfund in Flossen- oder Flügelkonfiguration und einer Verdrängung von 16.755 Pfund, was sie im unteren Bereich für ein Boot dieser Größe platziert. In einer Gebrauchtbootbewertung beschrieb der Autor das Boot als wunderschön gebaut, und Eigner berichten, dass der Innenraum gut verarbeitet ist und über die Jahre extrem wetterfest geblieben ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die Standardversion 390 ist mit einem 2,24 Meter langen Flossenkiel ausgestattet, wobei ein 1,75 Meter langer Flügelkiel als Alternative angeboten wird, der laut Testberichten das Boot bei leichtem Wind agil macht. Das Ruder ist ein Spatenruder in Kombination mit einem Saildrive. Ein klarer Nachteil dieser Konstruktion ist das Fehlen eines Skegs, wodurch das Ruder ungeschützt vor vorbeifliegendem Treibgut und Ankerketten ist. Dies ist keine theoretische Bemerkung: Eine Sweden 390 verlor ihr Ruder nachdem sie beim Überqueren des Atlantiks einen Container gerammt hatte. Der Segelplan besteht aus einer Masttoppslup mit 71,5 Quadratfuß Segelfläche. Mit 7.560 kg Gewicht und einer Wasserlinienlänge von 9,60 Metern ist sie lebendig, ohne nervös zu wirken. (1)
Unterbringung
Unter Deck wurde die 390 entweder mit einer Doppel- und einer Einzel-Gästekabine auf beiden Seiten der Plicht oder mit einer Doppelkabine und einer Nasszelle angeboten, sodass Eigner zwischen Gästekapazität und einer größeren privaten Aufteilung wählen konnten. Der Salon nutzt geschwungene Sitzmöbel, die die Rumpfform im Vorschiff fortsetzen, und das freie Vordeck bietet ausreichend Platz zum Aufbewahren von Segeln, zum Pumpen eines Beiboots oder zum Aufrollen von Leinen. An Deck bieten die Cockpitsülls saubere Staufächer für Schoten, die unter den Winschen geführt werden – ein kleiner Detail, das die praktische Ausrichtung des Bootes auf Regatten unterstreicht.
Bekannte Schwachstellen
Die wichtigste dokumentierte Schwachstelle ist das ungeskegte Spatenruder bei einem Boot mit Saildrive-Rumpf. Ohne schützenden Skeg ist das Ruder ungeschützt gegen Treibgut, und der Verlust eines Ruders während der Atlantiküberquerung nach einer Kollision mit einem Container ist der deutlichste Beweis für dieses Risiko. Käufer und Eigner sollten die Integrität des Ruders und die Dichtung des Saildrives als zentrale Inspektionspunkte betrachten.
Das Fazit
Die Sweden Yachts 390 ist eine wunderschön gebaute, von der IOR beeinflusste 39-Fuß-Yacht, die ein berauschendes Segelgefühl mit komfortablem Wohnkomfort und einem eleganten Swan-ähnlichen Profil zu einem Bruchteil der Kosten dieser Marke verbindet. Sie ist selten, für ihre Länge leicht gebaut und sorgfältig verarbeitet, doch das freistehende Spatenruder erfordert in reißenden Gewässern mit Treibgut Vorsicht.
Vorteile
- Wunderschön gebaute massive GFK-Konstruktion mit Bleiballast
- Der IOR-abgeleitete Rumpf mit feinen Spanten und großer Breite mittschiffs wirkt größer als 39 Fuß
- Lebendige Leichtwindleistung mit Wing-Keel-Option für Geschwindigkeit bei leichtem Wind
- Gut gelagertes Interieur und praktischer Stauraum für Schoten in der Plicht
Nachteile
- Das Skeglose Spatenruder am Saildrive lässt das Ruder ungeschützt vor Treibgut
- Die geringe Stückzahl bedeutet, dass die Suche nach einer bestimmten Aufteilung oder Kieloption Geduld erfordert






