Design und Konstruktion
Die Rümpfe der 1260 sind im Vinylester- und Polyesterverfahren mit Schaumkern infundiert, und die Rumpf-Deck-Verbindung ist über ihre gesamte Länge glasfaserverstärkt, um die steifste mögliche Struktur zu erzeugen. Ein markantes negatives Deckssprung im Deck ermöglicht eine großzügige Stehhöhe in den Durchgängen unter Deck, während das Freibord niedrig bleibt. Das bewährte Tri-Fold-Türsystem – eine solide Glas- und Metallkonstruktion – lässt sich nach oben aufklappen und aus dem Weg schieben, um Cockpit und Salon zu einem einzigen, durchgehenden Raum zu verschmelzen. Schmale Rümpfe und ein bewusster Versuch, das Gewicht außerhalb der Enden zu halten, minimieren das Stampfen (Hobby-horsing) – ein Merkmal, das sie von voluminöseren Charterkatamaranen mit breiterem Heck unterscheidet. (1)
Rigg und Handhabung
Der Aluminiummast mit einem Saling und der Aluminiumbaum tragen ein stehendes Gut aus Edelstahldraht. Die Travellerschienen des Großsegels sind auf einem Verbundstoffbügel direkt achtern montiert, und ein fester Targa-Aufbau erstreckt sich bis zu diesem Bügel nach achtern, um den Steuermann optimal zu schützen. Zwei außenliegende Steuerstände ermöglichen es dem Rudergänger, weit außen zu sitzen und freie Sicht auf das Rigg und den Kurs zu haben. Eine Selbstwendefock macht das Wenden zum Kinderspiel – man muss lediglich die Radsteuerung loslassen und zur anderen Radsteuerung gehen. Bei Tests erreichte das Boot in Biscayne Bay bei 15 Knoten Wind leicht 7 Knoten am Wind auf 45 Grad wahrer Kurs, und vor dem Wind lief sie mit nur gefahrenem Vorsegel über 8 Knoten. (1)
Antrieb und Propulsion
Zwei Yanmar-Diesel mit je 29 PS antreiben die 1260; bei 1.200 U/min schoben sie das Testboot auf 4,7 Knoten voran, und eine moderate Drehzahl von 2.000 U/min brachte 6,9 Knoten vor dem Wind. Mit 126 Gallonen Kraftstoff und 185 Gallonen Wasser ist die Plattform bestens gerüstet für längere Küsten- oder Blauwasserpassagen ohne ständige Nachfüllung. (1)
Unterbringung
Käufer haben die Wahl zwischen einer Eignerversion mit drei Kabinen, bei der der gesamte Backbordrumpf zu einer einzigen Kabine wird, und einem Charter-Layout mit vier Kabinen. Eine Längsküche ist im Steuerbordrumpf untergebracht, was den Salon für eine riesige U-förmige Sitzecke freigibt, die sich außerdem zu einer bequemen Tagesschlafcouch umbauen lässt. Massive, klappbare Fenster im vorderen Bereich des Salons sorgen bei Hitze für eine starke Belüftung und schützen den Raum bei Bedarf vor Wind und Wetter. (1)
Das Fazit
Die Seawind 1260 ist eine durchdacht weiterentwickelte Fahrtenkatamaran-Klasse, die maximales Volumen gegen Steifigkeit, Leichtwindleistung und ein ebenerdiges Wohnkonzept von Innen- und Außenbereich eintauscht. Der Entwurf von Richard Ward spiegelt eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattformen 1160 und 1250 wider.
Vorteile
- Vollständig glasfaserverstärkte Rumpf-Deck-Verbindung und infundierte Rümpfe mit Schaumkern für hohe strukturelle Steifigkeit
- Negatives Deckssprung und schmale Rümpfe reduzieren Freibord und das Hängen am Geländer
- Die Tri-Fold-Tür schafft einen bündigen Raum zwischen Cockpit und Salon
- Doppelsteuerung, Selbstwendefock und Traveller auf dem Geräteträger vereinfachen die Handhabung
- Sehr gute Leichtwindwerte (7 Knoten bei 45° TWA bei 15 Knoten Wind)
Nachteile
- Die Einhand-Funktion der Fock begrenzt das Geschwindigkeitspotenzial auf raumen Kursen im Vergleich zu einer größeren Fahrtenyacht
- Das Eigner-Layout mit drei Kabinen opfert die Anzahl der Kojen im Rumpf zugunsten von Kabinenraum






