Design und Konstruktion
Was die RM 1260 auszeichnet, ist ihr in Epoxidharz laminiertes Serien-Sperrholz-Rumpf, während das Deck aus GFK gebaut ist – eine Konstruktionsweise mit Sperrholzrumpf und GFK-Deck, die der amerikanische Rezensent für ein Boot aus einer Serienproduktion ungewöhnlich nannte. Die französische Rezension beschreibt den Knickspant-Rumpf aus Sperrholz, der mit Epoxidharz und Kevlar überzogen ist, während das Deck aus GFK besteht. Der Rumpf trägt drei Kimmungen pro Seite und nur 12 Zoll Gesamtausleger, was sich als zweckmäßige, volumenorientierte Form und nicht als traditionelle, runde Form liest. Mit einem L/B von 2,75 ist es ein sehr breiter Rumpf, und ein D/L von 124 ordnet ihn fest im Bereich der Fahrtenyachten mit moderater Verdrängung ein, fernab des Ultraleichtbereichs. Das Boot verfügt über 6.183 lb Eisenballast und eine Verdrängung von 17.200 lb. Die Optionen mit Zwillingskiel oder Flossenkiel ermöglichen es dem Eigner, zwischen Trockenfallfähigkeit und etwas mehr Tiefgang zu wählen. (1)
Kiel, Ruder und Rumpf-Optionen
RM Yachts bot die 1260 mit einer erheblichen Auswahl bei den Anhängen an. Ein Weg führt über Kimmkiele mit einem Tiefgang von 6 Fuß 5 Zoll und ein einzelnes Ruder, sodass das Boot vor Anker mit Würde auf dem Schlamm stehen kann. Der andere Weg ist ein Langkiel mit einem Tiefgang von 7 Fuß 5 Zoll und Doppelrudern für verbesserte Leistung. Die französische Materialliste nennt dieselbe Aufteilung als Knickkiel mit 1,85 Metern und einen konventionellen Flossenkiel mit 2,20 Metern und vermerkt, dass im Neuentwurf eine Doppelradsteuerung hinzugefügt wurde. Das Boot hat zwei Steuerräder und einen offenen Spiegel, wobei eine Pinne weiterhin als Option erhältlich ist. Die komplett neu gestaltete Plicht im Vergleich zur RM 1200 ist ein wesentlicher Unterschied dieser Generation zu ihrem Vorgänger. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg zieht den Blick nach achtern: Der an Deck stehende Mast steht ungewöhnlich weit hinten, und das obere Mastfeld ist besonders lang, da die Salingen zu tief liegen, was dieses Feld im Vergleich zum unteren deutlich länger macht. Trotz der tiefen Salingen sind die Püttinge außenliegend mit langen Salingen, und die Oberwanten bilden einen Winkel von 11 Grad zum Mast – mehr als genug, um den Mast aufrecht zu halten. Backstagen unterstützen die Lasten des Stagsegels, sodass das Kutterstagsegel ein Segel für die Praxis und nicht nur zur Zierde ist. Das Rigg ist höher als bei der RM 1200, und ein fester Bugspriet trägt Gennaker oder Code Zero. Mit einem SA/D von 23,06 und einer Segelfläche vor dem Wind von 98 Quadratmetern ist das Boot auf allen Kursen zum Wind für schnelle Passagen ausgelegt. (1)
Unterbringung
Unter Deck behält die 1260 im Wesentlichen das Layout der RM 1200, mit einer Eignerkabine im Vorschiff, die nun eine Inselbett-Koje statt des bisherigen Drei-Personen-Kojen-Ankers hat. Die vordere Kabine ist um eine Doppelkoje auf der Mittellinie herum aufgebaut. Achtern ist das Boot hervorragend aufgeteilt: Eine Doppelkoje in der Achterkabine liegt an Backbord, während sich direkt davor eine große Pantry befindet. An Steuerbord gibt es eine Nasszelle, eine Achterkabine, die durch die Nasszelle betreten wird, und einen geräumigen Kartentisch mit Sofakojen davor. Ein Tester bemerkte eine Koje, die wie ein Wachkoje aussieht, an Backbord. Der technische Raum im Heck kann in eine zusätzliche Kabine mit einer Doppelkoje umgewandelt werden, was dem Boot echte Flexibilität für Gäste oder Crew bietet. (2)
Refits und Eignerschaft
Die 1260 ist eine moderne von Lombard entworfene Fahrtenyacht mit einem 40 PS starken Volvo Penta Diesel, 34 Gallonen Diesel und 106 Gallonen Wasser. Ihr Sperrholz-Epoxid-Rumpf mit Kevlar-Beschichtung und GFK-Deck ist ein bekanntes Konstruktionsverfahren dieses Werften. Das feste Bugspriet und das höhere Rigg machen das überarbeitete Modell deutlich vom 1200 unterscheidbar, das es ersetzt hat. Der offene Spiegel und die Doppelradsteuerung eignen sich hervorragend für das Anlegen mit kleiner Crew, und der umbaubare Achterkajütaufbau ist ein praktisches Detail, das Eignern viel Komfort bietet.
Das Fazit
Die RM 1260 ist eine markante Fahrtenyacht für Käufer, die Wert auf viel Volumen, einen modernen Rumpf von Marc Lombard und den seltenen Serienbau aus Sperrholz-Epoxid legen. Sie tauscht konventionelles Aussehen gegen Breite, einen weit nach achtern positionierten Mast und ein wirklich nutzbares Kutterrigg mit Backstagen ein. Die Aufteilung ist flexibel und die Kielwahl pragmatisch.
Vorteile
- Ungewöhnlicher Serien-Rumpf aus Sperrholz-Epoxid mit GFK-Deck und Kevlar-Beschichtung
- Breiter Rumpf mit vielen Knickspanten, geringem Überhang und großem Innenraumvolumen
- Wahl zwischen Zwillingskielen zum Trockenfallen oder Flossenkiel für Performance
- Kutterrigg mit Backstagen und festem Bugspriet für Code Zero/Gennaker
- Technischer Raum im umbaubaren Heck als zusätzliche Doppelkoje
Nachteile
- Der weit achtern an Deck stehende Mast mit tiefen Salingen führt zu einem sehr langen oberen Deckssegment
- Der Tiefgang bei Zwillingskielen liegt immer noch bei 6 Fuß 5 Zoll; der Flossenkiel erreicht bis zu 7 Fuß 5 Zoll




