Design und Konstruktion
Excess Catamarans brachte die Linie auf den Markt, um eine sportlichere Alternative zu dem zu bieten, was damals bei Serienkatamaranen erhältlich war, und der 12 verkörpert dieses Konzept durch Gewichtseinsparungen und neu gestaltete Rümpfe. Das Boot wird in drei Abschnitten gebaut und teilt sich unter der Wasserlinie das Brückendeck und das Innenrumpfdesign des Lagoon 40, aber VPLP überarbeitete die Außenrumpfabschnitte mit zwei neuen Knickspanten, die mehr Ankerraum im Innenraum schaffen. Die Konstruktion nutzt im Deck und Rumpf oberhalb der Wasserlinie Vakuuminfusion mit Balsaholzkern, und im Vergleich zum Lagoon 40 wurde buchstäblich eine Tonne Gewicht eingespart, meist im Bereich der Innenausstattung. Die Designer sparten auch bei der Einrichtung des Salons und der Kabinen massiv ein, ersetzten Kleiderschränke durch Stofftaschen für Kleidung und tauschten Schubladen gegen Schränke aus. Das Ergebnis ist ein leichter Katamaran mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 185 und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 18 Standard, 19 im Pulse. (1)
Rigg und Handhabung
Sowohl die Standard- als auch die Pulse-Version sind mit einer Selbstwendefock und einem Square-Top-Großsegel ausgestattet, wobei der Mast weit achtern positioniert ist, sodass das Großsegel kleiner und für eine kleine Crew leichter zu bedienen ist. Die Pulse-Variante verfügt über einen 3 Fuß höheren Mast und zusätzliche 54 Quadratfuß Segelfläche, dazu graue, tri-radiale Incidence-Segel im Laminat und einen um 86 Quadratfuß größeren Code Zero auf einem optionalen Spritgatter. Das optionale Spritgatter dient bei der Standardversion ebenfalls als Befestigungspunkt für den Code Zero. Alle Leinen zur Segelbedienung laufen zu den Doppelradsteuerungen, die außen und weit achtern auf jedem Rumpf ohne Flybridge platziert sind. Tester fanden das Steuern sehr agil, und das Wenden erforderte nach dem Trimmen der Segel nur einen Dreh am Rad. Bei leichtem Wind von 7 bis 10 Knoten erreichte das Boot 4,5 bis 5 Knoten bei 50 Grad scheinbarer Windstärke und stieg auf 5,4 Knoten bei 75 Grad; in Böen von 25 bis 30 Knoten lief es hoch am Wind und raumschots besser als 8 Knoten, wobei beide Steuerstände trocken blieben, selbst wenn das Wasser bis zum Anker spritzte. (2)
Cockpit und Steuerstände
Die beiden Steuerstände sind auf Hüfthöhe in die Außenbordseiten integriert, sodass der Rudergänger beim Anlegen die Bugspitzen im Blick hat, und das Design ermöglicht eine freie Sicht bis zu den Enden beider Bugs. Eine Doppelsitzbank an jedem Steuerstand lässt sich zusammenklappen, um die achteren Stufen und Badeplattformen freizumachen. Ein Bimini spannt sich von außen nach innen und schirmt die Steuerstände vor der Sonne ab, wobei ein mittlerer Teil aufschlüpft, um einen ungehinderten Blick auf den Großsegelbaum zu ermöglichen. Transparentes statt getöntes Glas sorgt überall für gute Sichtbarkeit bei Nacht. Der Steuerstand an Steuerbord ist mit einem Raymarine MFD und Motorsteuerungen ausgestattet; der an Backbord verfügt über Windinstrumente und einen Tablet-Repeater. Die Nachrüstung von Motorsteuerungen an beiden Seiten ist optional möglich. Ein Tester stellte fest, dass die Ecke der Achterkabine einen toten Winkel für das Ruder bildet.
Unterbringung
Die 12 wird als Vier-Kabinen/Vier-Bäder-, Vier-Kabinen/Zwei-Bäder- oder Drei-Kabinen/Zwei-Bäder-Version angeboten. Bei der Eignerversion beherbergt der Backbordrumpf die Eignersuite mit einer zurückgeschnittenen Koje achtern, einer großen Nasszelle und Dusche im Vorschiff sowie einem Schminktisch und Sofa mittschiffs; die beiden Doppelkojen des Steuerbordrumpfs teilen sich eine gemeinsame Nasszelle. Der Innenausbau ist aufgeräumt gehalten, wobei konventionelles Beschlagwerk wie Schubladengriffe entfernt wurde. Ein Navigationstisch in der Ecke befindet sich direkt vor der Pantry an Backbord, und ein optionales Fischer Panda Generatorsatz hat seine Startschalter in der Eignerkabine. Das Sonnendach des Testbootes ließ sich zwar manuell öffnen, machte es jedoch schwieriger, Leinen in den Großsegelsack zu legen, da man nicht in die Mitte des Segels treten kann. Die erhöhte Positionierung der Mikrowelle sorgte für Kritik, da sie optisch ungewöhnlich wirke.
Motorisierung und bekannte Besonderheiten
Die Standardmotorisierung besteht aus zwei 29 PS starken Yanmar-Dieseln mit Saildrive, auf einem Testboot auf 39 PS aufgerüstet; bei 2.000 U/min erzielten die Tester 6,5 Knoten, und ein weit geöffneter Gashebel brachte einen Knoten mehr. Ein weiterer Test mit Flexofold-Propantrieben ergab 6,8 Knoten bei 3.700 U/min und 6,1 bei 2.300 U/min. Der Zugang zu den Motoren erfolgt über die Spiegel, doch die Motoren sitzen sehr weit vorn, sodass sich Riemen und Impeller nur schwer erreichen lassen. Der achtere Steuerbord-Maschinenraum bietet Platz für einen optionalen Wassermacher. Das Boot wird in den Ausstattungsvarianten Standard und Pulse mit grauen oder orangefarbenen Akzenten verkauft.
Das Fazit
Der Excess 12 ist als leichterer, agilerer Fahrtenkatamaran erfolgreich, der einige Annehmlichkeiten zugunsten von Segelspaß opfert. Seine VPLP-Rumpfnüsse und das aufgeräumte Interieur bieten Volumen und Agilität ohne die Flybridge-Masse seiner Cousins, und das Achtermastrigg macht das Segeln mit kleiner Crew absolut einfach. Unannehmlichkeiten wie der Motorzugang und die Wartung des Sonnenschutzes sind vorhanden, aber im Vergleich zum Tempo und der Sichtbarkeit des Bootes unbedeutend.
Vorteile
- Neu gestaltete Knickspant-Rümpfe bieten mehr Innenraumvolumen und sind im Vergleich zum Lagoon 40 deutlich leichter
- Das Selbstwendefock-Rigg mit Achtermast ist für kleine Crews einfach zu bedienen
- Hervorragende Sicht für den Steuermann auf beide Bugspitzen; trockene Steuerstände im Sprühnebel
- Starke Leichtwind- und Windleistung für eine 38-Fuß-Fahrtenyacht
Nachteile
- Der Motorzugang zu Keilen und Impellern ist vom Spiegel aus nur mit etwas Kraftaufwand zu erreichen
- Das Klappdach erschwert die Lagerung der Genuasackleine
- Die Platzierung des Mikrowellenherds auf einer Säule wirkt unpraktisch
- Die Achterkabine mit ihrer Ecke erzeugt eine Blinde im Ruderbereich




