Design und Konstruktion
S2 baute die 35 C als einzige Ausnahme zu seiner Regel für Fahrtenyachten: Während alle anderen S2-Fahrtenyachten einen massiven GFK-Rumpf hatten, ist die 35 C sowohl im Rumpf als auch im Deck mit einem Balsaholzkern ausgestattet. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist verschraubt statt verbolzt – ein Bruch mit der durchgebolzten Flanschverbindung, die S2 bei seinen anderen Fahrtenyachten verwendete. An Deck ist die Genuaschiene zwar durchgebolzt, aber an einigen sehr auffälligen Stellen gibt es keine Gegenplatten – die Klampen sowie die Bug- und Heckkorbstege stehen direkt auf der nackten Struktur. Der Kiel ist ein angebautes Flossenkiel mit 4,25 Fuß Tiefgang, und das Heck ist ein flacher Heckspiegel mit einer großen Backskiste darunter. (1)
Rigg und Seeverhalten
Als Masttoppslup mit einer Länge über alles von 35 Fuß 2 Zoll und einer Wasserlinie von 28 Fuß 4 Zoll trägt die 35 C eine Segelfläche von 594 Quadratfuß und weist ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,33 auf. Mit einem Ballastanteil von 43,6 Prozent bei ihrem 6.100 Pfund schweren Bleiballast liegt sie mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 275 vorne. Diese Werte beschreiben eine moderate Leichtkreuzer-Yacht mit einem Immersionsverhältnis von 1.164 und einem Kenterungsverhältnis von 1,91; ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,13 Knoten. Die Weiterentwicklung des 11C-Rumpfes mit der leichteren Außenhaut und dem Flossenkiel verleiht ihr die Leistungsvorteile, die ihrem Vorgänger fehlten. (1)
Unterbringung
Das Mittelcockpit-Layout platziert die Eignerkabine achtern, wo die Koje mit Maßen von 64 mal 73 mal 7 Zoll ausgestattet ist. Natürliches Licht kommt durch lange, zu öffnende Bullaugen mit einer Breite von 30 Zoll und einer Höhe von 5 Zoll sowie durch Luken mit den Abmessungen 20 mal 20 Zoll sowohl im Vorschiff als auch an der Achterkoje. Die Durchgänge zwischen den Innenkabinen sind nur schmale 14 Zoll breit – ein Nachteil, der für alle, die sich auf See im Boot bewegen, beachtet werden sollte. Der flache Heckspiegel mit integrierter Badeplattform und der große Stauraum im Achterschiff prägen das äußere Profil und die Aufteilung des Gepäcks. (1)
Bekannte Schwachstellen
Versteckt unter diesem achteren Stauraum befindet sich ein Borddurchlass, der den Raum entwässert. Er ist fast unzugänglich, da sein oberer Teil sehr nahe an der Wasserlinie liegt und bei beladenem Boot oft darunter liegt. S2 nutzte eine kurze Verbindung vom Boden des Staufachs zum Rumpf mit einer einfachen Kunststoff-Bilgenleitung – ein schwacher Punkt im Fall einer Flutung. Eigner berichten, dass die 35 C allein auf Dichtungsmasse um die Püttinge und andere Decksbeschläge vertraute, um Wasser aus dem Sandwichdeck fernzuhalten. Jede Undichtigkeit führt daher direkt zu Feuchtigkeit im Kern. Eine 35 C eines Eigners hatte keinen Seewassersieb am Motorwasseranschluss. Die Mastverkabelung verläuft in einem Kanal, der unter dem Mastfuß endet. Es ist unmöglich, eine dieser Kabel zu ersetzen, ohne den Mast vom Fuß zu heben. (1)
Das Fazit
Die S2 35 C ist eine seltene, auf ihre Aufgabe hin optimierte Mittelcockpit-Fahrtenyacht einer Werft, die sich zum Motorbootbau wandte. Ihr Rumpf und Deck mit Balsakern, das leichte Überwasserschiff und der effiziente Flossenkiel machen sie zu einer besseren Seglerin als die 11C, aus der sie hervorgegangen ist. Doch die verschraubte Rumpf-Deck-Verbindung, fehlende Gegenplatten und die anfällige Entwässerung des achteren Backskistenbereichs erfordern einen sorgfältigen Blick.
Vorteile
- Leichter und effizienter als die S2 11C mit besseren Leistungen unter den meisten Bedingungen
- Rumpf und Deck mit Balsakern für hohe Steifigkeit bei moderatem Gewicht
- Mittschiffs-Kicki-Layout mit großer Achterkabine und guten Bullaugen sowie Lukenscheinwerfern
Nachteile
- Rumpf-Deck-Verbindung geschraubt, nicht verbolzt; keine Gegenplatten an Klampen und Heckkorb
- Durchgangsdichtung des Achterstauraums nahe oder unter der Wasserlinie bei beladenem Boot, nur über eine Kunststoffschlauch zugänglich
- Decksbeschläge nur mit Dichtmasse abgedichtet; Mastverkabelung ist ohne Mastlegearbeiten unerreichbar




