Design und Konstruktion
Die Escale 39 ist eine im Gussverfahren hergestellte Monocoque-Konstruktion, die nach der Qualitätssicherung von Lloyd’s ISO 9002/BS5750 gebaut wurde und durch eine fünfjährige Osmosegarantie abgesichert ist. Unter der Wasserlinie besteht der Rumpf aus massivem, handaufgelegtem GFK mit Isophthalsäureharz; darüber ist das Laminat aus Airex, Divinycell oder Balsaholzkern gefertigt. Ein High-Tech-Laminat aus multiaxialem Gewebe bei einem Harz-zu-Gewebe-Verhältnis von 1,5:1, kombiniert mit Schaum- und Balsakernen, sorgt für hervorragende Isolierung, Schalldämmung und Langlebigkeit. Kevlar-Verstärkungen und multiaxiales Gewebe in hochbelasteten Bereichen bieten zusätzliche Festigkeit und Gewichtseinsparung. Integrierte Wassertanks, die in den Kielen sitzen, bilden eine Doppelschicht. Die Auftriebskörper im Vorschiff und Heck sorgen zusammen mit der Sandwichkonstruktion und dem Holzinnenausbau dafür, dass das Boot unsinkbar ist. Kein einziger Prout-Katamaran ist in den rund 10 Millionen zurückgelegten Seemeilen gesunken. (1)
Rigg und Handhabung
Die Escale ist mit einem Kutterrigg mit „Minsel“ ausgestattet, das weit achtern, direkt vor der Plicht, positioniert ist. Es verfügt über ein kleines, vollgelattetes Großsegel mit keinem Achterliek (No-Roch) von 243 Quadratfuß Fläche und zwei Rollfocksegel. Vierzehn Stagen stützen den Mast, und da alle Fallen, Vorliekschoten und Reffleinen direkt in die Plicht geführt werden, kann das Boot komplett geschützt bedient werden. Sowohl das Großsegel als auch das Stagsegel sind selbstwendend. Zwei Yanmar 2-GM-Diesel mit je 18 PS, einer in jedem Rumpf, ermöglichen das Kreisen auf dem Fleck, und Eigner berichten, dass sich das Boot auch mit einem einzigen Motor gut handhaben lässt. Dünne Rümpfe und eine geringe Verdrängung führen zu einem Kraftstoffverbrauch von einem Viertel Gallone pro Stunde pro Motor. Der geringe Tiefgang und die flachen Kiele machen sie trockenfallbar, und die hydraulische Steuerung hält die am Skeg montierten Ruderblätter exakt dort, wo sie sein sollen. (1)
Leistung unter Segeln
Am Wind geht die Escale mit Winkeln von 90 bis 95 Grad über die Welle – fast so gut wie ein Fahrten-Einrumpfboot, obwohl Tester, die mit Mehrrumpfbooten weniger vertraut waren, Winkel von 110 Grad berichteten. Eigner berichten von Tagesetappen von 160 bis 180 Meilen, gelegentlich auch 200 Meilen bei günstigen Bedingungen. Ein ausgiebiger Solent-Test ergab, dass das typische Mehrrumpfboot-Problem des Schlagens (Slamming) fast vollständig fehlt. Die Nase zwischen den Rümpfen verhindert zudem das Feststampfen im Seegang. Da die Segelfläche weit vorn positioniert ist, besteht kaum Tendenz zum Sonnenschuss. Ein zweifach oder dreifach gerefftes Großsegel mit teilweise gerolltem Stagsegel sorgt bei starkem Wind für einen niedrigen Segeldruckpunkt. Ein Eigner absolvierte auf einer Escale 39 insgesamt 22.000 Seemeilen auf See, darunter auch eine Sturmflut mit Stärke 9/10 vor Nordafrika, die sich sicher an einem Fallschirmanker hielt. (1)
Unterbringung
Der Salon bietet Platz für acht Personen mit einer 360-Grad-Panorama-Sicht und direktem Zugang zum Cockpit. Vierzehn Luken und vier zu öffnende Bullaugen sorgen für eine hervorragende Belüftung in den Tropen. Es wurden verschiedene Layouts angeboten; eine Eigneryacht verfügt über zwei Nasszellen (je eine pro Rumpf) und drei Doppelkojen, die im Abstand von 15 Fuß zueinander angeordnet sind, um Privatsphäre zu gewährleisten – wobei ein Rumpf dem Eigner und der andere der Crew vorbehalten ist. Quer verlaufende Achterkojen sind auf beiden Bugen hervorragende Seekojen. Eine große Pantry mit dreifachem Spülbecken und eine Navigationsecke mit einer vollwertigen Admiralty-Kartenmaschine unterstützen das Leben auf Langstrecke, und ein 12-Fuß-Achterdeck dient als Stauraum für das Beiboot. Ein tiefes Cockpit und integrierte Badeplattformen erhöhen die Sicherheit.
Bekannte Schwachstellen
Die Durchfahrtshöhe unter der Brücke wurde von einigen als unzureichend kritisiert, und mindestens ein Eigner wünscht sich mehr. Wie jedes Mehrrumpfboot ist auch die Escale anfällig für Überlastung.
Das Fazit
Die Escale 39 ist eine durchdacht konstruierte britische Fahrtenyacht, die trotz ihres bescheidenen Segelplans durch ein akribisch auf das Cockpit ausgerichtetes Handling und eine bewährte unsinkbare Struktur überzeugt. Sie ist eine echte Langstrecken-Fahrtenyacht, eingehüllt in einen praktischen, wenn auch durch das Brückendeck eingeschränkten Rumpf.
Vorteile
- Unsinkbare Konstruktion mit integriertem Doppelwand-Tanksystem und Längstrimm-Auftrieb
- Alle Segelhandhabung im Cockpit konzentriert; Selbstwendefock und Stagsegel
- Zwei Motoren für Wendemanöver auf engem Raum; Ein-Motor-Handhabung dokumentiert
- Geringer Tiefgang mit trockenfallenden Flachkielen
- Bewährte Hochseehistorie in der gesamten Prout-Flotte
Nachteile
- Die Brückendecksfreiheit wird als zu gering kritisiert
- Anfällig für Überlastung wie alle Mehrrumpfboote


