Design und Konstruktion
Prout baute die 38 mit massiven GFK-Rümpfen und -Decks, die mit Eisenballast und zwei festen Kielen ausgestattet sind. Diese Kiele sind extrem langlebig und dienen gleichzeitig als hervorragende Bodenplatten, die das Ruder schützen, wenn der Katamaran trockenfällt oder an Land gedrückt wird – eine echte Stärke für Fahrtenyachten, die häufig auf Grund laufen oder sich selbst ans Ufer schieben müssen. Der Kompromiss ist jedoch spürbar: Die festen Kiele tragen zum Widerstand bei und führen zu einem Verlust an Auftrieb beim Segeln am Wind. Daher ist die Rumpfform eher auf Sicherheit und geringen Tiefgang als auf feine Segeleigenschaften am Wind optimiert. Das Boot wird schwer sein, da der Innenraum fast den gesamten zulässigen Bruttorauminhalt ausfüllt. Die Broschüre gibt eine Trockenverdrängung von 14.330 Pfund und ein maximales empfohlenes Gewicht von 20.170 Pfund an. Jeder zusätzliche Rumpf verliert im Wasser etwa einen Zoll pro 950 Pfund Gewicht, sodass der Auftriebsunterschied zwischen leerem und beladenem Zustand etwa 6 Zoll beträgt. Dieses berechenbare Absinken macht die Gewichtsplanung für einen Fahrtenkatamaran ungewöhnlich transparent. (1)
Über der Wasserlinie verfügt die 38 über ein großes, geformtes Vordeck und besitzt kein vorderes Trampolin. Stattdessen bevorzugt sie einen festen Brückendeck-Walkway vor dem offenen Netz, das bei vielen Performance-Katamaranen zu sehen ist. Das Ergebnis ist ein sicheres, konturiertes Paket, das eine Fachzeitschrift unter den optisch ansprechendsten Fahrtenkatamaranen dieser Größenklasse einstufte.
Rigg und Handhabung
Das Rigg platziert den Mast auf dem achteren Schott des Kajütaufbaus – eine Geometrie, die Prout dieses Modelljahrzehnt lang konsequent beibehielt. Die Folge ist ein kleines, schneidiges Großsegel in Kombination mit einem großen Vorsegeldreieck. Das Prospekt listet keine Arbeitsfock auf, sondern nur eine 481 Quadratfuß große Genua, sodass die Gesamtsegelfläche bei 707 Quadratfuß liegt. Bei einer durchschnittlichen Verdrängung von 17.250 Pfund liegt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 16,95 unter voller Nutzung des Vorsegeldreiecks und steigt mit der Genua auf 18,2. Diese Zahlen beschreiben zusammen mit dem D/L-Verhältnis von 156 leicht bis 219 beladen eine Fahrtenyacht mit moderater Leistung, deren Antrieb im Vorschiff vor dem Rigg sitzt – eine Aufteilung, die sich für raume und halbe Winde besser eignet als für das Aufkreuzen am Wind. (2)
Unterbringung
Im Inneren ist die Prout 38 für drei Paare aufgeteilt – eine seltene Anordnung, bei der die volle Breite genutzt wird, um separate Kabinen zu schaffen, ohne auf die Komforteigenschaften einer zentralen Inselbett-Koje verzichten zu müssen. Eine Nasszelle befindet sich im Backbordrumpf, während die Pantry im Steuerbordrumpf eingelassen ist – eine Konfiguration, die das Kochen außerhalb des Hauptsalons verlagert und den Schwerpunkt senkt. Ein Kühlschrank ist in der vorderen Kabine installiert, ein ungewöhnlicher Touch, der die Kühlung über die Pantry hinaus erweitert. Der Entwurf liest sich wie ein Boot, das für längere Törns an der Küste oder auf See mit Gästen gebaut wurde, weniger als ein minimalistischer Langstreckensegler.
Motorisierung und Technische Daten
Zwei 20 PS starke Diesel-Saildrives bieten den Hilfsantrieb – eine Redundanz, die auf einem Katamaran wichtig ist, wo ein einzelner Motorausfall das Boot nicht lahmlegen darf. Die Kraftstoffkapazität beträgt 65 Gallonen gegenüber 90 Gallonen Wasser, was zu dem zulässigen Gesamtgewicht des Bootes und der Auslegung für drei Paare passt. Der geringe Tiefgang von 3 Fuß 3 Zoll unterstreicht das Flachwasser-Konzept, das bereits durch die Festkiele signalisiert wird.
Das Fazit
Die Prout 38 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht, die Leistung am Wind gegen Sicherheit auf Grund und bemerkenswerten Wohnraum eintauscht. Ihr berechenbares Auftriebsverhalten, die geschützten Ruder und die Redundanz durch zwei Motoren machen sie zu einem vernünftigen Begleiter auf See, während das nach achtern versetzte Rigg und der vorn getragene Segelplan eher für entspannte Kurse auf raumen Kursen als für das Am-Wind-Segeln geeignet sind. Für ein Paar oder drei Paare, die Raum und Sorgenfreiheit über Regatta-Erbe stellen, bleibt sie ein stimmiges Konzept.
Vorteile
- Die Aufteilung nutzt fast das gesamte Boot, bietet Platz für drei Paare mit separatem Nassbereich und Pantry
- Feste Kiele dienen gleichzeitig als robuste Grundplatten, die das Ruder beim Trockenfallen schützen
- Transparenz bei der Beladung: Jeder Rumpf sinkt etwa einen Zoll pro 950 Pfund
- Zwei Diesel-Saildrives sorgen für Redundanz im Antrieb
Nachteile
- Feste Kiele erzeugen zusätzlichen Widerstand und liefern wenig Auftrieb am Wind
- Kleines Großsegel und großes Vorsegeldreieck begrenzen die Leistung hoch am Wind
- Nicht leicht; die verdrängende Last erreicht 20.170 Pfund




