Design und Konstruktion
Im Grundriss widmet die 465 fast ihre gesamte Bruttofläche dem Deck, einschließlich einer verlängerten Vorschiffsnase, die es den Kabinen ermöglicht, weit vor der Hauptquertraverse zu liegen. Fast die gesamte Bruttoplanform wird vom Deck eingenommen. Dieses keilförmige Bugende ist nicht nur reine Formgebung: Es ermöglicht es, dass die vier Kabinen nach vorn verlagert werden können, ohne die Breite zu erhöhen. Das Deck selbst wurde von einem Rezensenten als Meisterwerk des GFK-Skulpturenbaus beschrieben. Eine kleine Kielschürze schützt Ruder und Propeller bei Strandlandungen, und das Heckausbuchtung der Hülle ist nur so groß dimensioniert, dass das Beiboot bequem darin Platz findet. Mit einem im Prospekt angegebenen D/L von 115 ist der Entwurf für seine Größe recht leicht, und das sorgfältige Gewichtskontrollsystem der Werft wurde dafür gelobt, dass dadurch die Rümpfe nicht in voluminöse Ausmaße abdrifteten, während die Geschwindigkeit erhalten blieb. (1)
Rigg und Handhabung
Die 465 ist mit einem großen 7/8-Rigg ausgestattet, das über ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 27,54 verfügt, sowie einem riesigen Großsegel, dessen Fall zu einer elektrischen Ankerwinde geführt wird. Die Fock und die Genua laufen auf dem Kajütaufbau und nicht auf den Seitendecks, was die Schotwinkel eng hält und den Platz auf den Seitendecks für sicheres Bewegen frei macht. Am wichtigsten ist jedoch, dass Lombard echte Steckschwerter spezifizierte, die laut Testern dazu beitragen, das Boot am Wind schnell zu machen. Die schmalen Rümpfe eignen sich jedoch nicht zum Gewichtstragen – ein Kompromiss, der die Reiseleistung vor der Zuladung stellt. (1)
Unterbringung
Unter Deck erweitert der vordere Bug den Wohnraum auf vier Kabinen, jeweils mit einer angrenzenden Nasszelle. Der Salon ist um eine große, umlaufende Dinette herum aufgebaut, und die Plicht trennt die beiden Steuerräder vom Gesellschaftsbereich, sodass der Rudergänger freie Sichtlinien behält, ohne den Aufenthaltsbereich einzuschränken. Die Aufteilung liest sich eher als ernsthafter Fahrten-Layout denn als Charter-Kompromiss, mit privaten Kabinen und einem zentralen Gemeinschaftsbereich, der ins Achterdeck übergeht.
Das Fazit
Der Privilège 465 ist ein durchdacht konstruierter Fahrtenkatamaran, der Lombards Leistungsanspruch bei den Steckschwertern mit einer nach vorn durch einen verlängerten Bug gezogenen Innenraumaufteilung verbindet. Sein geringes D/L-Verhältnis, das eng angeschlagene Rigg und die getrennte Plicht machen ihn zu einem echten Segelkatamaran und nicht zu einer bloßen Plattform für Wohnkomfort – auch wenn die schmalen Rümpfe die Zuladung begrenzen.
Vorteile
- Echte Steckschwerter für hervorragende Leistung am Wind
- Das leichte Verhältnis von 115 D/L sorgt für eine agile Rumpfströmung im Verhältnis zur Größe
- Vier Kabinen mit jeweils eigener Nasszelle
- Deckzentriertes Layout mit verlängerter Nase maximiert die Wohnfläche
- An Bord montierte Schotführungen räumen die Seitendecks frei
Nachteile
- Schmale Rümpfe begrenzen die Tragfähigkeit für Ballast
- Das riesige Großsegel erfordert eine motorisierte Fallbedienung







