Design und Konstruktion
Der Rumpf ist Kevlar-verstärkt, und Jeanneau hat die Decks bewusst einfach und aufgeräumt gestaltet. Ein dicker Teak-Fußreling zieht den Blick an und verleiht der Kante im Wasser optische Wärme. Es wurden zwei Kielkonfigurationen angeboten, beide aus epoxidharzbeschichtetem Gusseisen; die tiefe Version hat einen Tiefgang von 6 Fuß 8 Zoll, während die Flachkiel-Version 455 Pfund mehr Ballast trägt und 5 Fuß 5 Zoll tief ist. Mit einer Breite von 14 Fuß 4 Zoll und einer Verdrängung von 21.826 Pfund bei 6.504 Pfund Eisenballast liegt das Boot in seinem Charakter zwischen schweren Blauwasserbooten und leichteren Regatta-/Fahrtenyachten.
Rigg und Decksbeschläge
Das Boot ist mit einem einfachen, aber kraftvollen Doppel-Saling-Rigg ausgestattet, das die Tester in der Praxis als sehr stabil empfanden. Jeanneau standardisierte die Decksbeschläge und das Rigg-Paket mit Spinlock-Leinenstoppern und Harken-Umlenkblöcken. Der Mast des Testexemplars war ein Z-Spar. Zwei Ruderwheels achtern öffnen das Cockpit und erleichtern den Zugang zum Heck, während das große Cockpit selbst eher als Verlängerung des Wohnbereichs denn als separates Arbeitsgebiet dient.
Unterbringung
Unter Deck wirkt der Innenraum aufgeräumt und europäisch, erhält aber durch breite Teakflächen eine gemütliche Wärme. Es standen verschiedene Kabinenaufteilungen zur Verfügung, und die L-Küche des Testbootes für den amerikanischen Markt wurde speziell für die USA konzipiert. Die Pantry kann auch auf der Backbordseite als L-förmige oder auf der Steuerbordseite als längs verlaufende Pantry ausgeführt sein. Eine Vier-Kabinen-Aufteilung mit einer geraden Pantry wurde für die Beliebtheit im Charterbetrieb entwickelt. Die Vor- und Achterkabine konnten mit abnehmbaren Schotten bestellt werden, um zwei Kabinen zu einer zu verschmelzen. Das geschwungene Salonsofa bietet zusätzlichen Schlafplatz und dient auf Langstrecke als Seekoje. Ein vollwertiger Navigationstisch und ein einladender Salontisch runden den geräumigen Salon ab. Tester lobten das reichhaltige Stauraumangebot in der Pantry, im Kühlschrank und im Gefrierschrank. Die clevere, feste Plichtbank, die dem Achterdeck einen zentralen Treffpunkt und Licht spendet, opfert jedoch etwas Stauraum im Heck. Das Cockpit selbst wurde als einladend und gut durchdacht empfunden, wobei die beiden Steuerräder den gesellschaftlichen Austausch erleichtern.
Motor- und Systemzugang
Tester lobten den Zugang zum Motor als hervorragend – ein wichtiger Punkt bei einer 45-Fuß-Yacht, wo routinemäßige Wartungsarbeiten ansonsten das Demontieren von Holzarbeiten bedeuten können.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 45 ist eine durchdacht konstruierte Performance-Fahrtenyacht, die die im Charter bewährte Praktikabilität in ein komfortables Boot für den privaten Eigner überträgt. Ihr kevlarverstärkter Rumpf, die standardisierte Qualität der Decksbeschläge und der wirklich gut zugängliche Motorraum zeugen von einem Entwurf, der zum Leben und ohne Drama zu warten gedacht ist. Die Vielfalt der Innenraumaufteilungen und die flexiblen Kabinenwände ermöglichen es, denselben Rumpf sowohl für Flotten- als auch für Familienzwecke zu nutzen, während das breite, teakfarbene Interieur das sterile Gefühl einiger Zeitgenossen vermeidet.
Vorteile
- Mit Kevlar verstärkter Rumpf mit Optionen für epoxidbeschichtete Gusseisenkiele
- Standardisiertes Decksausrüstungspaket aus Spinlock und Harken
- Hervorragender Motorzugang für ein Boot dieser Größe
- Flexible Layouts inklusive abnehmbarer Schotten und US-spezifischer L-Küche
- Einladende Plicht mit Doppelrad, die den Wohnraum vergrößert (1)
Nachteile
- Der feste Cockpittisch kostet etwas Stauraum im achteren Garagebereich
- Der Flachkiel bringt 455 Pfund mehr Gewicht als die tiefe Version (1)








