Design und Konstruktion
Zaal zeichnete die 46 Ende der 80er Jahre als eine runde Kimm, einen dunkelblauen Rumpf und eine Slup mit Standardkiel sowie einem Lloyd’s-Zertifikat für den Rumpfbau, was die frühzeitige Einführung der Lloyd’s-Zertifizierung durch die Werft auf ihrer gesamten Modellpalette widerspiegelt. Rumpf und Aufbau bestehen aus massivem GFK, während die Decks mit Teak verlegt sind und die Fenster aus Sicherheitsglas (Acrylaat) in Hydronalium-Rahmen eingebaut sind. Ihre Proportionen zeigen dies deutlich: Ein Längen-Breiten-Verhältnis von 3,37 macht sie breiter als 58 % vergleichbarer Entwürfe, und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 Prozent liegt über fast drei Vierteln ähnlicher Konstruktionen – ein Maßstab sowohl für die Steifigkeit als auch für das aufrichtende Moment. Mit einem Kenterungsverhältnis von 1,70 und einer Komfort-Ratio von 38,5 ist sie komfortabler als 73 % ähnlicher Segelboot-Konstruktionen – ein beachtliches Argument für alle, die Langstrecken planen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 46 ist eine Masttoppslup mit optionalem Kutterstag, die einen Selden-Aluminiummast und einen Spinnakerbaum auf Drahttakelung trägt. Aus der Werft kam sie mit einem Rollgroßsegel im Mast kombiniert mit einer Furlex-Genua-Rollanlage. Die mitgelieferte Segelgarderobe reicht vom Arbeitsgroßsegel und der Genua über Sturmfock, Kutterfock, Trysegel bis hin zu einer Blesse. Lewmar Selbstholer sind zweckmäßig verteilt: zwei elektrische 64-Schotwinschen, zwei 40-Hauptschoten, zwei 44-Rollwinschen und zwei 48-Fallen. OceanWaveSail.Com stellte fest, dass das Boot problemlos einhand aus der Plicht gesegelt werden kann. Eine Whitlock-Pedestal mit Rodsteuerung, mechanischem Rad und einer Notpinne vervollständigen die Steuerungskette. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 8,4 Knoten, und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 258 ordnet sie zu den moderaten Regattayachten ein – schwerer als 42 Prozent ihrer Altersgenossen, aber keineswegs träge. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die Contest 46 eine Yacht mit drei Kabinen, einem Teak-Innenausbau und hellblauer Polsterung, die für sechs Personen ausgelegt ist. Die Eignerkoje befindet sich achtern, eine V-Koje als Gästekabine und eine Doppelkoje als weitere Gästekabine nehmen den Bug ein, und zwei Nasszellen mit Dusche dienen dem Komfort. Die Stehhöhe beträgt 2,00 m im Salon und 1,90 m in den Kabinen. Ein nasser Kleiderschrank nahe dem Eingang verfügt über eine eigene Heizungseinheit, und die Pantry ist mit einem Kühlschrank, einer separaten tiefen Gefriertruhe, einem dreiflammigen Gasherd mit Backofen und einem Abluftgreifer ausgestattet. Eine Webasto-Heizung und Warmwassersysteme sowie ein Druckwasserkreislauf und eine Wassertankkapazität von 800 Litern mit Sumpftank unterstützen das dauerhafte Wohnen an Bord.
Ausrüstung und Systeme
Der Motor ist ein Volvo Penta TMD 31L Vierzylinder-Dieselmotor mit 100 PS, gebaut im Jahr 1996 und im Juli 2003 mit 960 Betriebsstunden registriert. Er treibt einen dreiflügeligen Maxprop-Proppeller auf einer Edelstahlwelle über eine Zweikreiskühlung an. Ein Sleipner 10-PS-Bugstrahlruder, eine Decksspülpumpe sowie elektrische und manuelle Bilgenpumpen zeugen von praktischer Pflege. Die Elektrik ist 12/220V mit zwei 100-A-Starterbatterien und fünf 88-A-Verbraucherbatterien, einem Victron 130-A-Ladegerät, Landstrom und einem zusätzlichen 130-A-Mastervolt-Lichtmaschine. Für die Navigation sorgen B&G-Instrumente in der Plicht, ein Kompass, eine Autohelm ST50-Suite mit Innenrepeater, ein Shipmate UKW-Funk, ein Raytheon-Radar und eine EPIRB.
Das Fazit
Die Contest 46 ist eine durchdacht konstruierte niederländische Fahrtenyacht mit ausreichend Ballast, Zertifizierung und Kabinenausstattung für anspruchsvolle Langstreckenfahrten – ein Beispiel dafür hat bereits den Atlantik überquert, den Panamakanal passiert und ist dann über den Pazifik nach Südostasien gesegelt. Ihre einhandfreundliche Plicht und die reichhaltige Ausrüstung eignen sich hervorragend für das dauerhafte Fahrtensegeln als Paar oder Familie, wobei der Flügelkiel und der moderate Tiefgang wie bei allen Booten mit Kielen die übliche Vorsicht bei Grundberührungen erfordern.
Vorteile
- Hohe Ballast-Ratio und Kenterungsverhältnis, ideal für Hochseeeinsätze
- Drei-Kabinen-Layout mit sechs Kojen und großzügiger Stehhöhe
- Einhandsegeln möglich von der Plicht aus dank elektrischer Winschen
- Lloyd's-zertifizierter Rumpf aus massivem GFK mit Teakdeck
Nachteile
- Der Flügelkiel schränkt den Zugang zu flachen Gewässern im Vergleich zu Konkurrenzmodellen mit Schwert ein
- Teakdecks erfordern regelmäßige Pflege, um eine Verschlechterung zu verhindern










