Design und Konstruktion
Pearson entwarf die 385 um ein Mittelcockpit herum, und diese Entscheidung prägt das gesamte Boot. Die Platzierung des Steuerstands auf halber Schiffslänge bietet eine hervorragende Rundumsicht, und da das Cockpit nahe an den Kabinen liegt, erfordert das Gespräch mit der Pantry oder dem Navigationspult kaum mehr als ein Flüstern. Die Eignerkabine und die Gästekabine nehmen die Enden des Rumpfes ein, während die Pantry und der Hauptsalon die Mitte füllen; diese Trennung bietet maximalen Privatsphärebereich und hervorragende funktionale Flexibilität für zwei Paare. Derselbe Rumpf wurde unter der 386 mit Achtercockpit verwendet, sodass der charakteristische Charakter der 385 von diesem zentralen Steuerstand und der Längsaufteilung des Innenraums und nicht von einem einzigartigen Unterwasserschiff ausgeht. (1)
Rigg und Handhabung
Das Standardrigg war eine Slup, obwohl Pearson auch einen Kutter als Option anbot. Der Segelplan war so bemessen, dass er die Leistung bei leichtem und starkem Wind ausbalanciert und gleichzeitig für eine kleine Crew leicht zu handhaben bleibt. Die Unterwassergeometrie besteht aus einem flachen Flossenkiel mit einem Skeg-aufgehängten Ruder. Diese Kombination macht das Boot zum Genuss beim Segeln und sorgt unter Motor für bemerkenswerte Manövrierfähigkeit. Ein Bericht eines Eigners weist darauf hin, dass sie bei etwa 20 Knoten scheinbarem Wind mit 7 bis 8 Knoten Geschwindigkeit segelt, wenn der Wind 30 bis 40 Grad von vorn eintrifft. Derselbe Eigner gibt zu, dass sie nicht besonders gut Höhe läuft, was er auf ein Rollgroßsegel im Mast und ein Großschotsystem ohne Traveller zurückführt – ein Nachteil, der eher auf eine spezifische Rigg-Konfiguration als auf den Rumpf selbst zurückzuführen ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Aufteilung mit drei Kabinen und zwei Nasszellen Gästen die V-Koje im Vorschiff mit eigener Nasszelle, während die Achterkabine eine Doppelkoje über die Breite hinweg, eine Nasszelle und eine Duschkabine beherbergt. Zwischen den Salonsofas lässt sich ein Teak-Tisch mit Klappdeckel für sechs Erwachsene unterbringen, und Teakschotten, Schränke sowie ein Boden aus Teak und Eibe sorgen für eine gemütliche Atmosphäre im Innenraum. Die Belüftung ist großzügig gestaltet, wobei sieben Decksluken und 16 Öffnungsluken für eine gute Luftzirkulation sorgen. Die Pantry ist mit einem dreiflammigen Propangasherd mit Backofen, einem Kühlschrank mit Gefrierfach, einer Mikrowelle sowie reichlich Arbeitsfläche und Stauraum ausgestattet. Mit einer Verdrängung von fast 10 Tonnen und 170 Gallonen Wasser gegenüber nur 45 Gallonen Diesel ist die 385 eher für längere Törns mit zwei Paaren als für spartanische Küstentouren ausgelegt.
Bekannte Schwachstellen
In den verfügbaren Unterlagen für dieses Modell zeigen sich keine strukturellen oder systemischen Mängel. Die einzige bedeutsame Einschränkung beim Handling ist die vom Eigner gemeldete mäßige Leistung am Wind bei einem Rollgroßsegel mit Mastfurlung und einer untrabierte Großschot. Ein Käufer sollte dies gegenüber dem Standard-Rigg oder dem Kutterrigg mit herkömmlichen Schotführungen abwägen.
Refits und Eignerschaft
Da nur sehr wenige Boote gebaut wurden, bleibt die 385 ein Nischenboot, und viele Exemplare sind zusätzlich zum Flachkiel mit Schwert ausgestattet. Eigner berichten von einem gut belüfteten, stauraumreichen Innenraum, der Teakholzverzierungen elegant trägt. Dies deutet darauf hin, dass kosmetische Aufwertungen anstelle eines strukturellen Umbaus das übliche Projekt für Eigner ist.
Das Fazit
Die Pearson 385 ist eine gut durchdachte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, die bei einigen Riggkonfigurationen die direkte Leistung am Wind zugunsten von Privatsphäre, Belüftung und einfacher Handhabung durch eine kleine Crew opfert. Shaws Rumpf, der mit dem 386 geteilt wird, ist solide und wendig, und die Kabinenaufteilung eignet sich nach wie vor hervorragend für zwei Paare.
Vorteile
- Mittschiffs-Kiellayout mit hervorragender Sicht und einfachem Zugang zur Pantry und Navigationsecke
- Drei-Kabinen-, zwei-Badezimmer-Plan mit viel Privatsphäre für zwei Paare
- Flacher Flossenkiel und Skeg-Ruder machen sie unter Motor wendig und sorgen für ein angenehmes Segelgefühl
- Großzügige Belüftung durch sieben Luken und 16 Bullaugen
Nachteile
- Laut Eignerberichten schlechte Höhe am Wind dank Rollgroßsegel im Mast und ohne Travellerschot
- Weniger als 45 Einheiten gebaut, daher ist der Gebrauchtbootmarkt klein









