Design und Konstruktion
Moderne Verbundstofftechnologie steht im Zentrum der Struktur der 72. Die Werftangaben beschreiben einen Rumpf und ein Deck, die leicht und steif sind, ohne auf die Festigkeit, Haltbarkeit und das Handling einzugehen, die man von diesem Markennamen erwartet. Das Design-Resümee von Humphreys fügt hinzu, dass Kevlar- und Kohlefasermaterialien verwendet wurden, um einen Rumpf und ein Deck zu erzeugen, die leicht, steif und extrem stark sind. Mit einer Verdrängung von 48.000 kg und einer Breite von fast sechs Metern bietet die Yacht eine Qualität und feine Verarbeitung, wie sie sonst für Superyachten typisch ist, in einem Paket, das für weltweite Langstrecken konzipiert ist. Spätere Versionen erhielten zusätzliche Rumpffenster, und Oyster aktualisierte das Profil nach den ersten Seetests, sodass nicht jeder Rumpf über der Wasserlinie identisch aussieht. (1)
Rigg und Handhabung
Die 72 ist mit einem dreifach-saligem Carbonmast ausgestattet, der auf einer hydraulischen Hebebühne steht, um seine Position im Vorschiff- und Achterschiffbereich zu verändern. Dieses Feature ermöglicht es der Crew, das Vorschiffs-Achterschiff-Gleichgewicht anzupassen, ohne die Plicht zu verlassen. Das Großsegel mit Volllatten wird in einem Park Avenue-Stil Baum gestaut, wobei Lazy-Jacks für die Segel sorgen, während es gehisst, gerefft oder geborgen wird. Das Großschotsystem ist direkt im Baum hinter den Doppelrädern selbsttragend integriert. Die Fock und das Stagsegel rollen sich auf hydraulischen Rollanlagen auf, und der große Spinnaker wird in einer Kevlar-Spinnakersack-Manschette gestaut, die ein Eigner als Geheimwaffe für Regatten bezeichnete und bei der im Einsatz keine Verheddernisse oder Verwindungen festzustellen waren. Eine Lewmar-Kohlefaser-Rad an jeder Seite ermöglicht es dem Steuermann, über den Decksaufbau hinweg zu sehen und die Teller des Vorsegels im Blick zu behalten. Unter Segeln erzielte ein Tester am Wind 8,2 Knoten bei einem scheinbaren Wind von 22 Grad bei 11 Knoten Windstärke. Ein Eigner berichtet, dass das Boot sehr kursstabil in der Welle läuft und sich nicht krängt, solange die Segel richtig getrimmt sind. Das erste Reff geht bereits am Wind bei etwa 18 Knoten Windstärke. (2)
Unterbringung
Unter Deck folgt die 72 dem Oyster-Kernmerkmal des Deckssalons – einem sicheren Sitz- und Essbereich direkt vor der Doppelsteuerung, der nahezu auf Augenhöhe über den Heckgang leicht zugänglich ist. Der Salon selbst ist geräumig und ergänzt die große Plicht; trotz der schlanken Außenlinie bietet er eine gute Stehhöhe; ein Tester maß etwa 3 Zoll (ca. 7,5 cm) Höhe bei einer Größe von 1,88 m. Das Standard-Layout bietet fünf Kabinen, wodurch Crew und Pantry vom Eignerraum und den Gästekabinen getrennt sind – eine Aufteilung, die die Werft als bewährt und kompromisslos bezeichnet. Die Eignerkabine verfügt über eine große Doppelkoje, einen separaten Salonsofa, Stauraum, Fernseher und Ambientebeleuchtung. An Bord können bequem zehn Gäste untergebracht werden; der Cockpittisch bietet Platz für zehn Personen beim Abendessen, während die hinteren Sofakojen vier weitere Personen aufnehmen. Eine eigene Crewkabine bietet eine Toilette und zwei Kojen. (3)
Deck und Cockpit
Das Deck bricht mit eleganten Rundspant-Seitenwänden, einer Niedergangstreppe am Spiegel und einem fließenden Übergang zwischen Steuerstand, ergonomischem Cockpit und dem Anker im Vorschiff neue Wege. Die Werft betont eines der elegantesten Deck- und Cockpitdesigns aller Zeiten mit rundspantigen Seitendecks und zahlreichen Features im Stil von Superyachten. Zu den Annehmlichkeiten gehören ein Kühlschrank im Cockpit und ein Bimini, das sich in die Baumnocke rollen lässt; das Bimini wird durch eine 6:1 Handwinde straff an den Rails gespannt. (3)
Eignerschaft und Individualisierung
Jede Oyster 72 wurde nach den Wünschen des Eigners individuell angepasst, wobei die Werft einen persönlichen Projektmanager einsetzte, um durch die lange Liste der Optionen zu führen. Die Partnerschaft der Marke aus der G5-Ära mit Humphreys führte zu einer Yacht, die ein Eigner mit Lithium-Batterien ausrüstete, was etwa 1.500 Pfund einsparte, und die täglich rund zwei Stunden geladen wurden. (2)
Das Fazit
Die Oyster 72 ist ein seltenes, in geringer Stückzahl gebautes Humphreys-Design, das Leistung und Langstreckentauglichkeit ehrlich miteinander verbindet. Sie belohnt den Käufer, der rennreife Geschwindigkeit sucht, ohne auf die getrennten Crew-Kabinen, den Deckssalon und die Gästefähigkeit eines zehn Kojen großen Fahrtenyachts zu verzichten.
Vorteile
- Kohlefasermast mit hydraulischem Vor-und-Nachschwenken und selbsttragender Baum-Großschot
- Leichter, steifer Rumpf aus Kevlar- und Carbonkomposit mit Details von Superyachten
- Bewährte Regatta-Historie gegen größere Yachten
- Deckssalon und Fünf-Kabinen-Layout bieten bequem Platz für zehn Personen
Nachteile
- Nur vierzehn Exemplare gebaut, was die Auswahl auf dem Gebrauchtbootmarkt einschränkt
- Der geringe Tiefgang beträgt immer noch 2,28 m (7'6"), was eine sorgfältige Ankerplatzplanung erfordert
- Die Individualisierung bedeutet, dass zwei Ausstattungen nicht direkt vergleichbar sind









