Design und Konstruktion
Das Unterwasserprofil ist durch seinen minimalen Rocker mit einer leichten Ausbuchtung im Bereich von Station 7 gekennzeichnet. Diese lokale Fülle scheint der Designer eher zur Erleichterung der Motorenmontage als zur Formung der Wasserlinie für die Geschwindigkeit eingeführt zu haben. Der Kiel ist ein Flügelkiel und das Ruder ein ausbalanciertes Spatenruder – dieselbe leistungsstarke Konfiguration, die Farr nutzte, um seinen Regattaboote bei hoher Geschwindigkeit Biss und Autonomie zu verleihen, ohne die Kontrolle bei niedrigen Geschwindigkeiten zu opfern. Käufer konnten zwischen einem Schwertkasten im Wedge-Stil (Swan-Typ) und dem erhöhten Steuerhaus wählen. Die Wedge-Version ist die elegantere der beiden, bietet jedoch keine öffnenden Luken und nur minimale Rundumsicht, während das Steuerhaus etwas visuelle Klarheit gegen geschützte Kontrollmöglichkeiten eintauscht, ebenfalls jedoch keine öffnenden Luken aufweist. (1)
Die Rumpflänge beträgt 60'3" über alles mit einer Breite von 18 Fuß und einem Tiefgang von 8'10" bei einer Verdrängung von 49.400 Pfund, wovon 18.600 Pfund auf Bleiballast entfallen. Das SA/D-Verhältnis von 21,06 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 152 ordnen sie fest im Bereich der leistungsstarken Fahrtenyachten ein und nicht in die Klasse der schweren Langfahrtdesigner; das L/B-Verhältnis von 3,35 bestätigt einen breiten, volumenorientierten Rumpf, der aus den Regeln eines Regatta-Klassenverbandes stammt.
Rigg und Handhabung
Ein 140 PS starker Dieselmotor treibt sie über einen direkten Wellenantrieb an, und die Kraftstoffkapazität von 374 Gallonen gegenüber 233 Gallonen Wasser signalisiert ein Boot, das für lange, unabhängige Törns und nicht für Küstentouren konzipiert ist. Das Kutterrigg mit 1.674 Quadratfuß Segelfläche bietet ein kraftvolles, gut zu handhabendes Rigg für einen Rumpf mit diesem Ballast-Verdrängungs-Charakter. Das ausbalancierte Spatenruder und der Flügelkiel sorgen zusammen für eine gute Agilität im Seegang, obwohl die Plicht in beiden Decksausführungen für die Länge des Bootes und die Anzahl der Crew, die eine Langfahrt-Konfiguration voraussetzt, zu klein wirkt. (1)
Unterbringung
Der Innenraum der Pilothouse ist für zwei Paare mit einer klaren Raumhierarchie aufgeteilt. Eine Achterkabine präsentiert sich im königlichen Luxus, während eine zweite Kabine direkt neben dem Mast an Steuerbord weniger geräumig, aber dennoch privat ist. Im vorderen Bereich an Backbord befindet sich eine dritte Kabine mit oberer und unterer Koje. Beide Hauptkabinen verfügen über angrenzende Nasszellen mit Duschkabine, und eine Gästetoilette ist achtern an Steuerbord untergebracht. Dies verleiht dem Boot ein echtes Layout mit vier Nasszellen, das ideal für Charter oder längere Familienfahrten geeignet ist.
Bekannte Schwachstellen
Der größte dokumentierte Mangel ist die Größe der Plicht. Der für boats.com das Design bewertende Gutachter urteilte, dass die Plicht sowohl in der Wedge- als auch in der Pilothouse-Version für den Rumpf zu klein sei – eine Einschränkung, die auf der Entscheidung beruht, Wohnraum nach vorn und achtern zu verlagern, anstatt nutzbaren Decksraum zu erhalten. Das Fehlen von öffnenden Luken in beiden Konfigurationen ist eine zweite Konstruktionslimitation: Die Belüftung und die Sicht hängen vollständig von Öffnungen auf Decksebene und auf dem Kajütaufbau ab, während im Innenraum keine Luftzirkulation durch Bullaugen an Rumpf- oder Kajütaufbauseiten möglich ist.
Das Fazit
Die Farr 60 Pilot House ist eine ernsthafte Langstrecken-Variante der Farr Whitbread 60-Linie, die keinerlei Leistungseigenschaften des Rumpfes zugunsten des Komforts eines erhöhten Steuerhauses und eines Innenraums mit drei Kabinen und vier Nasszellen opfert. Sie ist ein breiter, steifer, gut ballastierter 60-Fuß-Rumpf mit ausreichend Tankkapazität und Rigg für Ozeanüberquerungen, doch das Cockpit ist kompromittiert und das Haus bietet in keiner Konfiguration öffnende Luken.
Vorteile
- Direkter Abstammung von Farrs Whitbread 60 Regattayachten mit Performance-Rumpf und minimalem Rocker
- Prunkvoller Achterkabinenbereich plus zwei weitere Kabinen und vier Nasszellen
- 374 Gallonen Kraftstoff- und 233 Gallonen Wasserkapazität für lange, unabhängige Törns
- Flügelkiel und ausbalanciertes Spatenruder für ein direktes Rudergefühl
Nachteile
- Die Plicht bei beiden Decksversionen als zu klein für die Bootslänge kritisiert
- Keine öffnenden Luken in der Wedge- oder Pilothouse-Konfiguration








