Design und Konstruktion
Die 28-2 ist ein 28-Fuß-Einrumpfboot aus GFK-Bauweise mit Holzverzierungen, einem geneigten Vorsteven und einem senkrechten Spiegel. Sie verfügt über 3.200 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 7.000 Pfund, weist einen Tiefgang von 5,18 Fuß bei dem Standard-Flossenkiel auf, hat eine Breite von 9,75 Fuß und eine Wasserlinienlänge von 23,5 Fuß. Das relativ hohe Ballast-Verdrängungs-Verhältnis und die runde Mittschiffssektion zeugen von einem Rumpf, der für einen bestimmten Preissegment gebaut wurde; das Magazin Practical Sailor ist unverblümt und besagt, dass die Newport 28 ein Boot ist, das für den Preis gebaut wurde – und derselbe Rumpf bildet die Basis für die 28-2. Fließende, attraktive Deckslinien prägen das Design und sorgen für ein flaches Deckshausprofil. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist jedoch ein bekannter Schwachpunkt, an dem Eigner häufig Lecks melden. (2)
Rigg und Handhabung
Die 28-2 ist mit einem hohen Masttoppslup-Rigg mit hoher Streckung ausgestattet, das ein kleines Großsegel und ein großes Vorsegeldreieck aufweist – eine typische C&C-Konfiguration. Die Modelle 28-II mit tiefem Kiel sind etwa sechs Sekunden pro Meile schneller als die ursprüngliche Version mit 4 Fuß 6 Zoll Tiefgang, und das PHRF-Handicap des neueren Bootes liegt bei durchschnittlich 186 gegenüber den typischen 192 des älteren Bootes – eine zuverlässige Bewertung, die sich über zahlreiche vermessene Schwesterschiffe ergeben hat. Eigner berichten, dass das Boot rank segelt und die meisten es sehr gut ausbalanciert finden, obwohl das kleine Großsegel und das große Vorsegeldreieck manchmal einen leichten Nachtrimm nach achtern erfordern, um etwas Luvgierigkeit zu erzeugen. Eine Pinne ist Standard, und eine Radsteuerung war bei einer beträchtlichen Anzahl von Booten als Option oder nachträglich erhältlich. Der Steuersäulensitz nimmt jedoch weniger Platz ein als nur die Pinne – allerdings zum Preis dafür, dass der Rudergänger am Heck sitzen muss, wo er weder die Großschot noch die Fockschoten erreichen kann. Dieser schwerwiegende Nachteil macht das Ruder bei einem Boot dieser Größe kaum attraktiv. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die 28-2 Schlafplätze für fünf Personen: eine Doppel-V-Koje im Vorschiff, zwei gerade Sofakojen im Salon und eine Achterkoje. Die Stehhöhe beträgt auf der Mittellinie knapp über sechs Fuß, geht jedoch aufgrund des ausgeprägten Kimmverlaufs des Kajütaufbaus schnell Richtung Heck zurück. Über die Jahre hinweg gab es drei verschiedene Innenraumaufteilungen in der Newport 28-Linie, doch spätere Modelle – einschließlich der 28-2 – bieten nur noch die beiden Pantry-Layouts achtern, an Backbord oder Steuerbord. Die Pantry an Steuerbord achtern ist die einzige mit Backofen, doch um eine lange Steuerbordsitzbank zu realisieren, musste das Hauptschott an Steuerbord unter den Püttingen weggeschnitten werden – ein struktureller Kompromiss, den Käufer beachten sollten. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die Berichte der Eigner konzentrieren sich meist auf Verarbeitung und Struktur. Mäßige Holzarbeiten sind ein häufiges Manko, ebenso wie zu kleine Cockpitspeigatten und Kunststoff-Borddurchlässe. Unzureichende Gegenplatten für die Decksbeschläge werden immer wieder festgestellt. Ein Eigner aus dem Regattasegeln entdeckte bei einem Neuboot einen großen Riss im Rumpfformteil hinter den Primär-Schotwinschen, der ab Werft mit Autolack und Spachtel geschlossen und nicht ordnungsgemäß repariert wurde. Das Steuerbordschott, das für die Pantry-Layout geschnitten ist, stellt eher eine strukturelle Abstrichstelle als einen Wartungsfehler dar. (2)
Refits und Eignerschaft
Ursprünglich mit dem Atomic Four Benzin-Innenborder ausgestattet – weitaus mehr Leistung, als sie braucht –, war der Diesel bei der Einführung der 28-2 optional. Werftseitig wurden Yanmar- oder Universal-Motoren mit 11 bis 18 PS angeboten, so verschiedene Eignerberichte. Neuere Modelle erhielten eine bündige Motorluke im Cockpitboden, was den Wartungszugang verbessert, der je nach Jahr von sehr schlecht bis gut variiert. Ein flacher 4-Fuß-Kiel wurde auf der früheren Newport 28 angeboten und war weniger beliebt als der tiefe Kiel; der Standardtiefgang der 28-2 von 5,18 Fuß definiert die begehrte Version.
Das Fazit
Die Newport 28-2 ist eine gute Einstiegsklasse-Cruiser-Rennyacht, die Komfort und Leistung in einem für C&C typischen Paket ausbalanciert – schneller und moderner als die ursprüngliche 28, aus der sie hervorgegangen ist. Das weiche Seeverhalten und die preisgünstige Verarbeitung sind spürbar, aber das faire PHRF-Rating, das Layout mit fünf Kojen und der weiterentwickelte Kiel machen sie zu einem vernünftigen ersten Schritt beim Erwerb eines Kielboots.
Vorteile
- Der aktualisierte Kiel und das Ruder machen die 28-II attraktiver und etwa sechs Sekunden pro Meile schneller als das Originalmodell
- Fairer, wettbewerbsfähiger PHRF-Handicap, unterstützt durch eine große Regattaflotte
- Fünf-Koje-Innenraum mit optionalem Backofen-Küchenbereich und niedrigen, ansprechenden Deckssprunglinien
Nachteile
- Leichtgängiges Handling und von Eignern gemeldete Undichtigkeiten an den Rumpf-Deck-Verbindungen
- Das im Steuerbord-Schott eingelassene Kojenbett der Pantry ist ein struktureller Kompromiss
- Die Radsteuerung zwingt den Rudergänger aus dem Bereich der Schoten; die Verarbeitung des Holzes und die Cockpit-Lenzer sorgen für Kritik








