Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus handaufgelegtem GFK gebaut, hergestellt von Siltala Yachts, einer Werft, die historisch gesehen Nauticat-Rümpfe als zwei halbe Schalen laminierte, die noch klebrig waren, mit massivem GFK unter der Sprunglinie und ohne Schaumstoff- oder Balsakern im Rumpflaminat. Das Deck wurde nach Standardpraxis der Werft in einem GFK-Laminat mit Balsaholzkern gefertigt. Die 37 ist mit einem Flossenkiel und einem Skeg-aufgehängten Ruder ausgestattet, wobei der Tiefgang je nach Beladung zwischen 1,85 m und 2,54 m liegt. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,08 macht sie geräumiger als 69 % aller anderen Entwürfe, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 35 % – höher als bei etwa einem Viertel ähnlicher Segelboote – verleiht ihr eine stabile, souveräne Haltung im Wasser. Das Verdrängungsverhältnis von etwa 1.383 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie tief im Wasser liegt und sich langsam trimmt, wenn zusätzliche Vorräte an Bord genommen werden. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist als Masttoppslup getakelt mit einer Masthöhe von etwa 55 Fuß über der Wasserlinie und einer Segelfläche von 731,9 Quadratfuß für Großsegel und Fock zusammen. Die Schotangaben sind großzügig bemessen: Die Fock- und Genuaschoten laufen über 36,8 Fuß bei einem Durchmesser von 0,55 Zoll, die Großschot misst 92,1 Fuß und eine Spinnakerschot läuft über 81,1 Fuß – allesamt mit demselben Durchmesser. Diese Dimensionen deuten auf ein stark verstagtes, konventionell zu bedienendes Rigg hin und nicht auf eine minimalistische Aufteilung. Unter Motor mit dem optionalen Yanmar 4JH4 Diesel mit 54 PS und Wellenantrieb erreicht sie 8,0 Knoten, knapp über ihrer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,7 Knoten. Das Kenterungsverhältnis von 1,79 und eine Komfort-Ratio von 31,5 – komfortabler als bei 69 Prozent ähnlicher Segelboote – zeugen von einem stabilen, gutmütigen Bewegungsprofil. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 235 ordnet sie unter die „moderaten Regattaboote“, obwohl diese Klassifizierung eher einem statistischen Artefakt als einem tatsächlichen Regatta-Konzept entspricht. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum wie bei den meisten Serien-Fahrtenyachten ihrer Ära mit Teakholz ausgestattet, was dem Layout des Steuerhauses eine offene Atmosphäre verleiht. Eine Pantry und eine Nasszelle sind serienmäßig vorhanden. Der 116-Gallonen-Frischwassertank in Kombination mit einer Wassertankkapazität von 23 Gallonen ermöglicht längere Aufenthalte an Bord. Die benetzte Fläche von etwa 452 Quadratfuß ist für ihre Größe moderat, und die Kraftstoffkapazität von 88 Gallonen bietet eine sinnvolle Reichweite unter Motor, um den Segelplan zu ergänzen.
Bekannte Schwachstellen
Kein Abschnitt der unterstützten Fakten beschreibt systematische Mängel dieses Modells; Käufer sollten dennoch ein Standardgutachten in Auftrag geben.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaftsgeschichte zeigt, dass die Familie Gustafsson Siltala über die 1990er Jahre bis in die 2000er Jahre hinweg betrieb. Die Marke Nauticat wurde später im Jahr 2022 auf lettisches Eigentum übertragen – weit nach Beginn der Produktion der 37. Für Eigner machen das CE-Ocean-Zertifikat, die Einfachheit des Wellenantriebs sowie die konservativen Werte für Ballast und Komfort das Boot zu einem pflegeleichten Schiff im Rahmen normaler Verschleißerscheinungen beim Fahrtensegeln.
Das Fazit
Die Nauticat 37 Pilothouse ist eine speziell für den Hochseeeinsatz gebaute Fahrtenyacht mit viel Breite, stabilem Seeverhalten und einem praktischen Innenraum im Steuerhaus. Sie ist keine Leichtgewicht-Sprinterin, aber ihre Werte beschreiben ein sicheres, wohnliches Boot für lange Passagen ebenso wie für gemäßigtes Küstensegeln.
Vorteile
- CE-Klasse A (Hochsee) für uneingeschränkte Offshore-Nutzung
- Überdurchschnittliche Stehhöhe und breiter, geräumiger Innenraum für die Länge
- Komfort-Ratio, die besser ist als bei 69 Prozent vergleichbarer Konstruktionen
- Einfache Yanmar-Dieselanlage mit Wellenantrieb und 54 PS
Nachteile
- Der tiefe Flossenkiel schränkt den Zutritt zu tiefen Marinas ein
- Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis eignet sich eher für das Fahrtensegeln als für Geschwindigkeit







