Design und Konstruktion
Conyplex baute die Contest 37 mit einem GFK-Rumpf, der nur ein Minimum an Wartung während einer Segelsaison erfordert – ein praktischer Vorteil für Eigner, die Zeit auf dem Wasser über ständige Pflege stellen. Mit einer Länge über alles von 37,66 Fuß und einer Breite von fast 12 Fuß ordnet das L/B-Verhältnis von 3,15 das Boot zu den geräumigeren Modellen unter vergleichbaren Fahrtenyachten ein – sie ist nach diesem Maßstab geräumiger als 62 % ähnlicher Entwürfe. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 311 ordnet sie fest in die Kategorie der „schweren Fahrtenyachten“ ein; nur 31 % ähnlicher Segelboote sind schwerer, sodass sie sich mit der Masse und Stabilität eines echten Hochsee-Rumpfes verhält und nicht wie ein leichtes Boot für Wochenendtörns wirkt. (1)
Stabilität und Leistung
Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 30 % liegt höher als die oft nur 10 % ähnlicher Konstruktionen, was ihr eine Standfestigkeit verleiht, die sich auch in den Zahlen widerspiegelt. Das Kenterungsverhältnis von 1,73 ist so niedrig, dass sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten zugelassen werden könnte. Die Komfort-Ratio von 35,8 bedeutet, dass sie komfortabler segelt als 85 % ähnlicher Segelboot-Konstruktionen – eine Eigenschaft, die auf langen Passagen oder bei einer unruhigen Küstenfahrt eine große Rolle spielt. Mit einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,5 Knoten und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 17,64 ist sie keine Leichtgewicht-Regattayacht, sondern eine ausgewogene Fahrtenyacht, deren 840 Quadratfuß Segelfläche einen 21.000 Pfund schweren Rumpf eher geduldig als mit viel Schnickschnack antreibt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Contest 37 ist mit einem Masttopprigg und einem Flossenkiel ausgestattet, wobei der Tiefgang je nach Beladung zwischen etwa 2,05 und 2,14 Metern liegt. Die stehenden und laufenden Gegenstände entsprechen den typischen europäischen Maßstäben der Mitte der 90er Jahre: Die Schoten von Fock und Genua sind etwa 11,5 Meter lang und haben einen Durchmesser von 14 mm, die Großschot misst 28,6 Meter bei demselben Durchmesser und die Spinnakerschoten sind knapp 25 Meter lang. Die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt etwa 41,5 Quadratmeter, und ihr Verdrängungsverhältnis von rund 1.299 Pfund pro Zoll sorgt dafür, dass das Boot tief im Wasser liegt und seinen Trimm nur langsam verändert, wenn Vorräte an Bord kommen – ein Merkmal, das zu seiner Klassifizierung als schwerer Fahrtenkreuzer passt. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Contest 37 mit 2 Kabinen und 6 Kojen ausgestattet – eine Aufteilung, die eher für ein segelndes Paar mit Gästen als für den Charterbetrieb geeignet ist. Die Frischwasserkapazität beträgt 62 US-Gallonen, was ausreichend ist für längere Zeit vor Anker, ohne dass man ständig auf den Tank achten muss. Der Innenraum ist einfach und funktional gestaltet, was einem Boot entspricht, das in kleiner Stückzahl für anspruchsvolle Eigner und nicht für den Massenmarkt gebaut wurde.
Das Fazit
Die Contest 37 ist eine unauffällig kompetente, in geringer Stückzahl gebaute niederländische Fahrtenyacht, entworfen von einem Chefkonstrukteur von Contest und in einem pflegeleichten GFK-Standard gebaut. Ihre Stärken liegen im Seeverhalten, Komfort und einer für ihre Länge großzügigen Breite; ihr Wesen ist das einer schweren Langstrecken-Fahrtenyacht und weniger das eines Leichtwind-Sprinters.
Vorteile
- Komfortableres Seeverhalten als bei 85 % ähnlicher Konstruktionen
- Kenterungsverhältnis, das die Teilnahme an Formel-Regatten ermöglicht
- GFK-Rumpf mit minimalem saisonalen Pflegeaufwand
- Großzügige Breite im Verhältnis zur Länge (geräumiger als bei 62 % der Konkurrenz)
Nachteile
- Nur wenige gebaut, was zu einem spärlichen Support-Netzwerk und fehlenden Daten zum Wiederverkauf führt
- Die Verdrängung einer schweren Fahrtenyacht begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind
- Bescheidenes Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (17,64) für sportliches Segeln








